Wieso machen nicht alle Frauen einen Kaiserschnitt?

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7 Antworten


Als Frau, Mutter und Hebamme kann ich nicht verstehen, warum überhaupt Frauen sich freiwillig eine schmerzhafte, große Bauch-OP wünschen.

Denn entgegen deiner Auffassung bedeutet eine Spontangeburt ein paar Stunden Schmerzen mit Pausen und sehr guten Möglichkeiten der Schmerzlinderung. Zudem bist du fit, wenn dein Kind dich braucht.

Beim Kaiserschnitt hast du über Tage bis hin zu Wochen ohne Pause Schmerzen und liegst zunächst platt und bist auf Hilfe angewiesen, wenn dein Kind dich braucht.

Auch wenn die modernen Techniken und der hohe Hygienestandard den Kaiserschnitt zu einem relativ problemlosen Routineeingriff hat werden lassen, gibt es nicht wegzudiskutierende Nachteile und Risiken gegenüber einer Spontangeburt.

Das Kind wählt seinen Geburtstag nicht selbst, kein Geburtserlebnis, Wund- und Narbenschmerzen nach der Operation (bis zur vollständigen Heilung vergehen rund sechs Wochen), rund einen Tag lang nicht aufstehen können, auf Hilfe angewiesen sein bei der Versorgung des Babys, Urin-Katheter und eventuell eine Drainage für die Narbe, längerer Klinikaufenthalt.

Es besteht ein höheres Risiko für eine Thrombose oder Embolien. Das häufigste Problem nach der Operation ist eine milde Darmträgheit, gelegentlich gibt es Probleme bei der Entleerung der Blase, eventuelle Blasenentzündungen müssen behandelt werden, nach einer Operation kann es zu Wundinfektionen kommen.

Eine weitere, seltene Gefahr ist ein möglicher hoher Blutverlust bis hin zur Gebärmutterentfernung, in seltenen Fällen werden während der Operation andere Organe wie die Blase oder der Darm verletzt, was eine weitere Operation nach sich ziehen würde.

Als mögliche Spätfolgen nach einem Kaiserschnitt sind wie nach jeder Operation die Risiken von Wucherungen und Verwachsungen gegeben, die zu ständigen Unterbauchschmerzen führen können.

Die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Kaiserschnittes, einer Plazenta praevia oder einer manuellen Plazentalösung in der nächsten Schwangerschaft ist höher.

Gelegentlich wird das Kind beim Kaiserschnitt verletzt und hat häufiger Atem- und Anpassungsstörungen.

Kaiserschnitt-Kinder von Müttern mit bekannten Allergien haben ein siebenfach erhöhtes Risiko, ebenfalls eine Allergie zu haben. Außerdem stärkt die natürliche Geburt das Immunsystem des Kindes, da der Darm des Babys, der bis zur Geburt keimfrei ist, dabei (im Gegensatz zum Kaiserschnitt) mit immunologisch wichtigen Bifidus- und Lactobazillen aus dem Geburtskanal der Mutter besiedelt wird.

Neue Studien belegen, dass Kinder, die per Kaiserschnitt zur Welt kamen, ein mehr als doppelt so hohes Risiko für Typ 1 Diabetes haben als Kinder, die spontan entbunden wurden.

Schau auch mal unter http://www.frauenarzt.de/1/2008PDF/08-06/2008-07-06-schneider.pdf

Aus ganzheitlicher Sicht wird vom Kaiserschnitt abgeraten, da man die Wehen als Vorbereitungsphase für den Eintritt ins Leben sieht.

Der Kaiserschnitt ist eine sehr gute Alternative für Notfälle unter der Geburt, wenn Gefahr für Mutter oder Kind besteht. Die WHO schätzt, dass dies in etwa 10 bis 15 Prozent der Schwangerschaften zutrifft und hält deshalb eine Kaiserschnittrate in dieser Höhe für vertretbar.

Anscheinend muss man Frauen nur lang genug einreden, dass sie nicht gebären können, denn in Deutschland schwankt die Kaiserschnittrate der einzelnen Kreise zwischen 17 und 51 Prozent (im Schnitt kommt also fast jedes dritte Kind per Kaiserschnitt auf die Welt).

Alles Gute für dich!



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Kommentar von isebise50
12.05.2016, 23:32

Vielen Dank für deine Auszeichnung Ask4Answer!

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Ich hatte bis zum Ende der Entbindung schreckliche Angst, einen Kaiserschnitt machen lassen zu müssen.

Warum?

Zum einen die Atmosphäre. Hinter einem Tuch eine Operation über mich ergehen zu lassen, habe ich mir schlimm vorgestellt. Die Geräusche im OP Saal, das Licht - einfach alles fand ich daran schlimm. Dann die Tatsache, dass man sein Kind nur kurz bekommt - bevor man vernäht wird. Nein danke, ich will sie sofort und nie wieder hergeben!
Und wenn es ein Notfall ist, in Vollnarkose. Super - ich verpasse die Geburt meines eigenen Kindes. Danach: kein Aufstehen, Blasenkatheter (!), Schmerzen bei jeder Bewegung - braucht man echt mit einem Neugeborenen. Und wenn wegen Komplikationen bei der Wundheilung nochmal operiert werden muss?
Für mich waren das alles Gründe, den Kaiserschnitt möglichst zu verhindern.
Natürlich hatte ich auch bei der normalen Geburt vor einigen Dingen Angst - aber lange nicht so stark. Ich war auch ratzfatz wieder auf den Beinen und die Schmerzen waren hinterher ganz weit weg.

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Jede OP ist auch ein Risiko.

Nach einem Kaiserschnitt muß die Wunde heilen - Wundschmerz. Das Heben eines Babys zieht anschließend im Bauchbereich.

Einen Kaiserschnitt bezahlt die Krankenkasse nur bei bestätigter Notwendigkeit.

Eine normale Entbindung ist unter Einsatz einer PDA sehr gut zu verkraften.

Hab ich Deine Neugier wieder befriedigt?

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Du gehst doch auch normal pinkeln anstatt einen katheter zu verwenden, so in der Art ist es mit der Geburt.

Ich könnte mir nicht mal vorstellen unter normalen Umständen im Krankenhaus zu entbinden geschweige denn eine op durchführen zu lassen. 

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Wie jede Operation bringt auch ein Kaiserschnitt Risiken mit sich. Nach einem Kaiserschnitt müssen Frauen häufig etwas länger im Krankenhaus bleiben. Mütter, die natürlich gebären, sind Frauenärzten zufolge schneller wieder auf den Beinen. Ein Kaiserschnitt hat nicht nur Auswirkungen auf die Mutter, auch bei den Kindern macht er sich bemerkbar.  Kaiserschnittkinder müssen etwa kurz nach der Geburt häufiger beatmet werden Kaiserschnittkinder erkranken im Laufe ihres Lebens auch häufiger an Asthma,Allergien, Diabetes oder entzündlichen Darmerkrankungen.

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Eine solche OP ist zunächst einmal eine gefährliche Körperverletzung. Die ist nur gerechtfertigt, wenn a) eine Indikation zum Eingriff, b) eine ausreichende, schriftliche Belehrung über Risiken und c) die wirksame Einwilligung der Patientin vorliegt. In der Regel fehlt es bereits an der Indikation zum Eingriff, so dass ein Arzt das gar nicht darf.  

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Also ich wollte unbedingt eine natürliche Geburt, das ist fürs Baby sowieso viel besser!

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