Wieso machen low-fat-Produkte auf Dauer dick?

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4 Antworten

Kam gestern bei "Galileo" auf ProSieben. LowFat-Produkte haben zwar weniger Fett, aber da Fett ein Geschmacksträger ist, wird das durch Geschmacksverstärker ausgeglichen. Und die regen den Appetit an. Also am besten solche Produkte gar nicht erst kaufen - das bringt nichts. Bewirkt tatsächlich eher eine Gewichtszunahme. Dauerhaft abnehmen kann man nur über eine Ernährungsumstellung.

Light-Produkte, mit wenig Fett und geringem Zuckeranteil, gibt es schon länger. Ihr Nachteil war bisher: Sie schmeckten fade und langweilig. Und den Erfolg garantieren auch sie nicht. Doch den raffinierten Methoden der Lebensmitteltechnologie sei Dank - die neuen Low-Fat-Produkte schmecken wenigstens besser und haben eine andere Konsistenz. Schließlich isst das Auge mit. Zu viel Fett - Wir essen das Dreifache der empfohlenen Menge

Der Verzicht auf Fett freut die Ernährungswissenschaftler ganz besonders. Der Durchschnittsdeutsche isst nämlich im Schnitt das Zwei- bis Dreifache der empfohlenen Menge. Vor allem Fertigprodukte wie Chips, Würstchen, Saucen und Gebäck schlagen mit einer gehörigen Portion Fett zu Buche. Ganz anders dagegen fettreduzierte Milchprodukte. Sie sind reich an Kalzium und Eiweiß, enthalten teilweise pre- und probiotische Zusätze.

Allerdings ist bis heute nicht einwandfrei nachgewiesen, dass diese Low-Fat-Produkte wirklich schlank machen. Bei einer groß angelegten Studie in den USA nahmen die Probanden lediglich zwischen 0,9 und 1,8 Kilo ab. Und eine wissenschaftliche Untersuchung konnte nachweisen, dass der Fettkonsum zwar stetig zurückgeht, die Menschen aber trotzdem immer dicker werden. Eine relativ gute Nachricht kommt dagegen aus Europa. Dort hat eine wissenschaftliche Studie gezeigt, dass die Low-Fat-Produkte immerhin helfen können, nicht zuzunehmen. Auch Fett hat seine guten Eigenschaften als Nährstoff

Mit Sorge betrachten die Ernährungsexperten, dass die fettreduzierten Lebensmittel vor allem bei den Frauen besonders beliebt sind, die eigentlich mehr essen müssten. Vor allem extrem Dünne oder gar Magersüchtige greifen zu den kalorienarmen Nahrungsmitteln.

Dabei sollte niemand außer Acht lassen, dass auch Fette zu einer vernünftigen Ernährung gehören. Sie nehmen eine Vielzahl von Funktionen im Körper wahr, sind ein idealer Energiespeicher und wichtig für den Aufbau von Zellmembranen. Darüber hinaus stellen Fette das Rohmaterial für Hormone und Botenstoffe. Auch als Transporteure machen sie sich nützlich: Nur in ihrer Anwesenheit kann die Darmschleimhaut fettlösliche Vitamine aufnehmen. Und erst in Gegenwart von Fett entfalten Aromamoleküle ihre volle Wirkung.

Durch eine reine Reduzierung der Kalorien alleine (hier durch geringeren Fettanteil) nimmt man nicht ab. Ganz im Gegenteil: der Körper gewöhnt sich an die geringere Zufuhr und legt sich eher einen Vorrat, im wahrsten Wortsinne ein Polster, an, um eine eventuelle Unterversorgung überbrücken zu können. Das geschieht in Form von Fett, da es die höchste Energiedichte hat (ein Gramm Fett = 9,1 kCal). Schlimmer wird es dann noch, wenn dann die Kalorienzufuhr wieder normalisiert wird; da sich der Körper an die geringere Fettzufuhr gewöhnt hat, ist die Wirkung durch die Kalorienzufuhr noch höher. Deshalb ist ein Abnehmen ohne Bewegung ausschließlich durch Kalorienreduzierung kaum möglich.

Fett ist ein Geschmacksträger, reduziert man es, schmeckt das Produkt nicht mehr so gut. Also wird mehr Zucker zugesetzt, was zu neuen Einlagerungen in den Fett-Depots führt. Wie Zakalwe schon sagte: Finger weg, lieber auf gesunde Ernährung, möglichst ohne Fertigprodukte, umstellen :-)

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