Wieso maachen Benzodiezapine abhängig/süchtig?

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Benzodiazepine beeinflussen den Botenstoff GABA im Rückenmark und im Gehirn. Genauer verstärken sie die Wirkung von GABA. GABA ist jener Neurotransmitter, der für die Beruhigung des Menschen zuständig ist. Er "beruhigt" bzw. dämpft die Produktion anderer Botenstoffe.

Benzodiazepine sind keine Wiederaufnahme-Hemmer, sondern sogenannte "releaser". Das Benzodiazepinmolekül koppelt sich an den GABA-Rezeptor und öffnet dort die Cloridkanäle. So wird mehr des beruhigenden Botenstoffs ausgeschüttet.

Danach ist der GABA-Speicher bis zu einem gewissen Punkt leer und die Beschwerden kommen zurück. Wiederholt man die Einnahme von Benzodiazepinen nun regelmässig, leert sich der GABA-Speicher immer mehr. Das Gehirn produziert selbst weniger GABA, da es sich daran gewöhnt von Aussen die Impulse (durch Benzodiazepine) zu bekommen. Schlussendlich kommt es zu einem Rebound-Effekt wenn man die Tabletten weglässt. Rebound heisst, dass die ursprünglichen Beschwerden in verstärkter Form wieder auftreten. Durch die mangelnde Produktion sowie die Gewöhnung von Aussen die Impulse zu bekommen, stellt sich auch eine Tolenranzentwicklung ein. Ist der Speicher leer und der Mechanismus am A*** ist man süchtig (die Abhängigkeit titt nach ca. 4 Wochen regelmässiger Konsum ein). Ein Benzodiazepin-Entzug ist durchaus mit einem durchschnittlichen Rauschgift-Entzug zu verlgleichen.

Für mich sind Benzodiazepine ein Segen, wenn es darum geht sie niederig dosiert nur im absoluten Notfall (z.B. bei einer schweren Panikattacke) zu nehmen. Doch man muss höllisch aufpassen, dass der Segen nicht zum Fluch wird.

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