Wieso lügen Ärzte in Bezug auf Kassen- und Privatpatienten?

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11 Antworten

Es wundert mich nicht, dass Ärzte das ganze "Spiel" verleugnen. Als Arzt ist man nunmal auf Mund-zu-Mund-Probaganda angewiesen und die meißten Ärzte haben wohl einen Schnitt von mindestens 90% Kassenpatienten und nur der "traurige" Rest gehört zu den Privatversicherten.

Wenn 90% meiner Patienten in ihrem Bekannten und Arbeitskreis auf einmal rumerzählen, dass ein Arzt, wenn er schon Private bevorzugt, dass auch noch offen "zur Schau stellt und damit hausiert" kann man sich vorstellen, dass die Publicity des Arztes ein wenig in den Keller geht.

Zumal der Mensch beeinflussbar ist. Sprich wirst du als Privatpatient in deinem Bekanntenkreis ständig darauf angsprochen "wie du nur zu so einem Arzt gehen kannst" wird der Großteil wohl den Arzt wechseln... und wenn's auch nur dazu ist um selber in einem besseren Licht zu stehen.

Natürlich werden Privatpatienten bevorzugt, und diese Tatsache leugnet sicher kein Arzt! Niedergelassene Ärzte sind i.d.R. auf einen bestimmten "Privatanteil" angewiesen. Gerade Orthopäden können Kassenpatienten noch maximal einmal pro Quartal behandeln, sonst zahlen sie drauf. Viele Ärzte lassen im Terminplaner Lücken für Privatpatienten, was dazu führt, dass der Kassenpatient länger auf den Termin warten muss, als der Privatpatient. Das ist auch absolut legitim, solange die vorgegebenen Behandlungszeiträume nicht unter das von der Kassenärztlichen Vereinigung vorgegebene Limit sinken.

Letztlich finanzieren die Privatpatienten somit das Fortbestehen der Praxis, was auch den Kassenpatienten zugute kommt.

Privatpatient zu sein ist nicht immer von Vorteil. Manche Ärzte versuchen das letzte aus dem Patient rauszuquetschen, statt ihm schnell und effektiv zu behandeln. Beispiele kenn ich genug. Statt schnell zu operieren wird jahrelang rumgewurstelt um die Kuh nicht zu schlachten die man melkt. Ein Kassenpatient bekommt gängige aber schnell wirksame Behandlung, weil man den nicht wiedersehen will. So mancher Privatpatient ist schon zu Tode gewurstelt worden, weil das so schöne Rechnungen gibt.Ist nicht alles Gold was glänzt !

Ich bin auch Privatpatient. Die Praxen, in denen man bevorzugt behandelt wird, werden immer seltener. Es ist nicht strafbar. Die Organisation der Praxisabläufe bleibt dem Arzt überlassen. Er würde sich nur strafbar machen, wenn er bei einem lebensgefährlichen Notfall sofortige Hilfe verweigern würde. Das macht kein verantwortungsbewusster Arzt.

Nein, sie müssen die Patienten nicht gleich behandeln. Ich kennen einen Arzt, der hat sogar ein extra Wartezimmer mit Ledercouch und Kaffee für die Privatversicherten... Die bringen eben mehr Kohle rein...

das Problem wäre eher der Nachweis , ist aber eine sache des Patienten, wenn ich anrufe (nicht privat) warte ich nicht , , also max 1 patient, immer und überall. Das ist eine Sache des Auftretens, denn meine Frau wartet ... immer

Oh man, jetzt weiß ich warum ich immer so lange warten muss. Ich muss also mit der Erwartung hingehen, dass höchstens 1 Patient vor mir ist??? Super, das werde ich mal nächstes mal tun.

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glaub ich nich, dass das alle leugnen.

an privatpatienten können die ärzte nun einmal deutlich mehr verdienen und je mehr privatpatienten man behandelt desto mehr patienten kann man verkraften, an denen man eigentlich nichts verdienen kann, die aber trotzdem versorgt werden müssen.

Ich denke auch, dass viele Ärzte ehrlich zugeben würden, dass sie Privatpatienten bevorzugen. Ohne Privatpatienten könnten sich ja die meisten Praxen überhaupt nicht über Wasser halten.

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Nee. Das nennt man Kapitalismus. Was soll daran strafbar sein???

Ich würde sagen die meisten !! Ist aber i wie kla die kriegen mehr geld !

Natürlich ist es strafbar.

SO EIN QUATSCH !

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@Andreaslpz

Wie kommst Du denn darauf, dass es strafbar ist? Steht das im Strafgesetzbuch?? Oder Anordung der Ärztekammer? Auflage der Krankenkassen???

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@voyage

Siehe Gleichbehandlungsgesetz. meinen letzten Termin beim Augenarzt hab ich mir von meiner Krankenkasse machen lassen. Da wurden aus 6 Wochen Wartezeit doch glatt 5 Tage warten, wenn das kein Zufall ist.

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@Andreaslpz

Also, Du hast bei der KK angerufen und gesagt, dass Dir 6 Wochen Wartezeit zu lang sind, dann haben die für Dich da angerufen? Wäre niemals auf die Idee gekommen, meine KK dazu zu fragen... Aber coole Idee! Bei welcher KK bist Du denn? Oder denkst Du, das machen alle?

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@voyage

Das machen meines Wissens alle, denn es gibt ja keine "Zweiklassenmedizin" wie immer so schön gesagt wird.

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