Wieso linksextremismus mit Gewalt?

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4 Antworten

"Links" bezeichnet ja Anhänger von Sozialismus oder Kommunismus. Die ersten Ideen des Kommunismus und des Sozialismus und seither alle Formen von internationalem oder nationalem Sozialismus haben als eine Grundidee den revolutionären Umsturz und den Sturz der "herrschenden Klasse" (Burgeoisie).

Linke Gewalt ist daher im Begriff "Links" automatisch immer enthalten:

Karl Marx schreibt z. B.:
Die Geschichte zeigt, dass sowohl zur massenhaften Erzeugung des kommunistischen Bewusstseins wie zur Durchsetzung der Sache selbst eine massenhafte Veränderung der Menschen nötig ist, die nur in einer praktischen Bewegung, in einer Revolution vor sich gehen kann; dass also die Revolution nicht nur  nötig ist, weil die herrschende Klasse auf keine andere Weise
gestürzt werden kann, sondern auch, weil die stürzende Klasse nur
in einer Revolution dahin kommen kann, sich den ganzen alten Dreck vom
Halse zu schaffen und zu einer neuen Begründung der Gesellschaft befähigt
zu werden. K. Marx, Deutsche Ideologie, MEW 3, 70

Auch Rosa Luxemburg, die den gewalttätigen Putsch gegen die Weimarer Republik anführte rief den Menschen zu:

"Sozialismus heißt nicht, sich in ein Parlament zusammensetzen und Gesetze beschließen, Sozialismus bedeutet für uns Niederwerfung der
herrschenden Klassen mit der ganzen Brutalität, die das Proletariat in seinem Kampfe zu entwickeln vermag." Schlußbemerkungen zur Politik der USPD. Rede auf der außerordentlichen Verbandsversammlung der USP von Groß-Berlin am 15. Dezember 1918.

Che Guevara. der lateinamerikanische Putschist und Ikone der Linken, schrieb dazu:

„In einer Revolution siegt oder stirbt man (wenn es eine richtige Revolution ist)“

und

„Der Hass als Faktor des Kampfes, der unbeugsame Hass dem Feind gegenüber, der den Menschen über die natürlichen Grenzen hinaus antreibt, und ihn in eine wirksame, gewaltsame, selektive und kalte Tötungsmaschine verwandelt. Unsere Soldaten müssen so sein; ein Volk ohne Hass kann über einen brutalen Feind nicht siegen.“

Die Geschichte linker Bewegungen ist eine Geschicht, die von brutalster Gewalt gekennzeichnet ist, von der russischen Revolution, chinesischen Revolution über die gewaltätigen Bewegungen in Lateinamerika oder die linken Diktaturen in Afrika. Auch die linke Studentenbewegung und die linke RAF war von Gewalt geprägt.

Auch die Grünen haben z. B. immer die Legitimität von Gewalt diskutiert. Bis heute ist bei den Grünen z. B. Gewalt gegen Sachen als legitimer "Widerstand" gerechtfertigt.

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"Links" will im Regelfall eine Änderung der bestehende bürgerlichen Ordnung hin zu einer Ordnung die besser und fairer und und und ist. Aber wie will man das ändern?

Die Gewalt die zur Änderung nötig ist, ist eben das Mittel zum Zweck.

So sehen es im übrigen viele Extremisten, egal ob politisch, religiös oder sonst wie motiviert. Die Gewalt selbst wird meist nicht gut geheißen, aber wenn man die Gewalt nun mal braucht, weil man sonst nichts geändert bekommt, dann muss es halt sein.

Aber natürlich wird die Gewaltanwendung sofort nach dem Erreichen des Zieles eingestellt.

Dann fällt aber auf, dass es nach Erreichen des Zieles Leute gibt, die Widerstand leisten und anderer Meinung sind, und eventuell sehen die sich gezwungen mit der ungeliebten Gewalt eine Änderung bewirken zu wollen.

Dann bleibt einem als nun eigentlichem Gewaltverächter nichts übrig außer den Aufstand mit Gewalt zu unterdrücken.

Blöder Kreislauf, oder?

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dergedenkliche 30.04.2016, 16:57

in der Tat stellt das ein sehr großes problem da. 

Wenn radikale rechte sich aufrüsten, tun es diie radikal linken es gleich. Da kann gewalt doch keine lösung sein

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Meandor 02.05.2016, 21:06
@dergedenkliche

Du sprichst von einem Wettrüsten wie wir es im kalten Krieg auf Staatenebene haben, aber es muss ja nicht gleich links gegen rechts sein (oder umgekehrt).

Sowohl Links als auch der Rechts wollen den bestehenden "Neutral"-Staat ändern.

Es kommt so weit, dass eine der beiden Seiten der Meinung ist, es ging nur noch mit Gewalt.

Da sich die Ideen relativ unvereinbar gegenüberstehen, muss die andere Seite die eine Seite ebenfalls mit Gewalt bekämpfen, denn ein Obsiegen der einen Seite würde eine Verwirklichung der anderen Seite zurückwerfen oder unmöglich machen.

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Gewalt ist kein politisches Idealziel von Linksextremisten. Auch die selber betrachten Gewalt wohl weniger als Selbstzweck, sondern lediglich als ein Mittel, zu dessen Anwendung man durch die herrschende Gewalt gezwungen werde... Wobei auch Liksextremisten Gewalt nicht als Hauptmittel der politischen Arbeit ansehen dürften.

Insgesamt ist das allerdings ein sehr nischiges und randständiges Phänomen von nahezu vollständiger Einflusslosigkeit. Eher eine potemkinsche Propagandamonstranz, an deren Gängelband Rechte diie demokratische Linke gerne vorführen würde...:-)


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Mich schockiert die Gewaltbereitschaft der Linken mom. sehr. Ich finde es wichtig das dieses Problem endlich auch in der Presse thematisiert wird. 

Alles was radikal ist....ist gefählich, egal aus welcher Ecke es kommt. 

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dergedenkliche 30.04.2016, 16:55

ich mag zeit online.

Die thematisieren das

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user8787 30.04.2016, 17:00
@dergedenkliche

Ich vergleiche gerne, lese also verschiedene Anbieter ( treu aber unsere Berliner Morgenpost ) Die Funke Gruppe wacht auf.

Auch heute gehen die Meinungen und Toleranzgrenzen noch recht weit auseinander. 

Aber es ist fast überall Thema....

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