Wieso lieben menschen überhaupt und haben nicht einfach Geschlechtsverkehr wie Tiere?

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8 Antworten

Ich habe mal vor längerer Zeit eine Dokumentation mit dieser Thematik gesehen:

Manche Affenarten bzw. deren Weibchen haben Merkmale, die dem Männchen signalisieren, dass es genau zu der Zeit fruchtbar ist. In der Tierwelt gibt es den Geschlechtsakt (wollen ja das Niveau beibehalten) einzig und allein (mit den immer vorhandenen Ausnahmen) zu dem Zweck Nachwuchs zu "produzieren". Man gibt also seine Gene weiter und oft ist es so, dass dem Männchen dann egal ist, wie der Nachwuchs großgezogen wird..und wie es an Nahrung kommt (wobei das ja bei einigen Menschen genauso ist..).
Nun ist der Mensch auch nichts anderes als ein Tier, nur (auch das variiert) mit Gewissen (wie ein Zoodirektor mal bei einer Führung sagte: Ein 50-Jähriger Mann würde nicht sofort ein 16-jähriges Mädel bespringen, weil er das mit seinem Gewissen nicht vereinbaren würde - ein Tier würde da nicht eine Sekunde drüber nachdenken (geht man davon aus, dass es so etwas bei Tieren gibt)). Ursprünglich war es auch so, dass der Mann nur seine Gene weitergegeben hat. Da die Frau jedoch nicht alles alleine machen konnte, hat die Evolution bestimmte Tricks "erfunden". Ein Mann erkennt nicht sofort, ob eine Frau gerade JETZT fruchtbar ist (natürlich kann man das auf andere Wege herausfinden, aber darum gehts nicht und es war früher nicht möglich). Also muss der Mann öfter mit der Frau schlafen, um am Ende "Erfolg" zu haben. So bindet die Frau den Mann auch an sich und verhindert, dass er eben die Nächstbeste ebenfalls "bespringt". Das der Grund, warum man in der Regel nicht mehrere "befruchtet".
Nun aber noch die Frage wegen der Liebe...auch das ist eine Entwicklung der Evolution, wenn ich mich richtig erinnere. Die Kinder müssen auch großgezogen werden. Auch das will schon die steinzeitalterliche Frau nicht alleine machen bzw. sie will, dass der Erzeuger ihrer Kinder etwas von seiner "Beute" abgibt. Chemisch gesehen sind Gefühle ja auch nur irgendwelche Stoffe in unserem Gehirn, die uns sagen, dass man verliebt sei. Diese Stoffe wurden/werden wohl aus diversen Gründen angeregt und genau deswegen gibt es das.

Kurz zusammengefasst: Es gibt das alles, damit es die Menschheit gibt. Würde es das nicht geben, wäre man wohl kaum überlebensfähig, da man einfach überfordert wäre und nicht in der Lage den Nachwuchs groß zuziehen.

Ich hoffe meine Antwort war hilfreich für dich und ich konnte dir helfen.

Wissensdurst84

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Ich finde die Antwort von Wissensdurst84 schon sehr gut, möchte nur noch ein paar Kleinigkeiten ergänzen. "Die Tiere" schlechthin gibt es gar nicht, die sind da sehr unterschiedlich. Blicken wir lieber auf unsere engsten Verwandten, die Schimpansen und Bonobos. Beides sind Herdentiere mit sehr ausgeprägtem Sozialverhalten d.h. alle Tiere des Trupps lieben sich gegenseitig, sonst würde der Trupp nicht zusammenhalten. 

Das bedeutet, dass sie im Prinzip bisexuell sind, aber nicht, dass sie sich alle gegenseitig bespringen. Insbesondere lassen sich z.B. bei den Schimpansen die Mädchen nicht von den Männern bespringen, die eine Generation älter sind als sie - es könnten ja ihre Väter sein. Eine Inzesthemmung gibt es also auch da schon, man mag es auch "Scham" nennen. Feste Paarbindungen von Dauer sind aber die Ausnahme, die Sozialbindung gilt dem Trupp. Es kommt allerdings vor, dass junge Weibchen den Trupp wechseln, da ist dann Exogamie und gut für den Genpool.

Die Einehe ist eine kulturelle Bildung der Bronzezeit, man lese .z.B. Friedrich Engels, Vom Ursprung der Familie. Die Liebesehe ist ganz jung, sie ist ein Ideal der Romantik. Insgesamt ist die Ehe heute eher eine absterbende Institution in den letzten Zügen, die Liebe aber bleibt bestehen !

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irgendwann haben wir es mit unserem hirn nicht mehr hinbekommen so einfach zu denken ?

Jo, als die Männer den Frauen erfolgreich "eingeredet" haben (sprich: mit Gewalt), dass sie verfügbares Eigentum zu sein haben.

Unsere heutige Sexualmoral stammt von patriarchalischen Nomadenstämmen der Steinzeit, deren "Moral" sich über die Bibel (konkret: das Alte Testament, der Grundlage für Judentum, Christentum und Islam) bis in die heutige Zeit gehalten habt.

Vorher galt, wie bei polytheistischen Religionen (mit eigenen Fruchtbarkeitsgöttinen) auch heute noch üblich, eher die Frau als Maß der Dinge - und erlaubter Lust, sofern sie gefällt (und wem gefällt sie nicht? ;-)).

Das Christentum hat da nochmal doppelt einen draufgesetzt: Zum einen mit seiner Lustfeindlichkeit (fröhlich Sex haben im Angesicht des leidenden Heilands geht ja nun gar nicht - weswegen SM auch der einzige Beitrag des Christentums zur Sexualität der Welt darstellt), sowie die Monogamie (polytheistische Religionen, wie aber auch die anderen beiden monotheistischen Religionen, sind eher polygam, egal in welche Ausführung - da gibt es alles: 1 Mann mit mehreren Frauen, 1 Frau mit mehreren Männern, mehrere Frauen mit mehreren Männern oder natürlich auch gleichgeschlechtlicher Sex).

Mit der Religion (und Sex ist nur noch OK in einem lebenslangen, heiligen Bund geschlossen vor Gott, und das auch bitte ausschließlich zur Zeugung von Kindern), wurde der Sexualakt enorm mit Bedeutung aufgeladen, die er eigentlich gar nicht hat (bzw. eben nur im Auge eines so konditionierten Betrachters).

Als Siegmund Freud, auch der Entdecker des "Sexualtriebes", vor rund 100 Jahren feststellte, dass Kinder "polymorph pervers" seien, dann hatte er da keine Fesseln und Peitschen im Kinderzimmer vor Augen (auch wenn damals Kindern nachts ggf. noch die Hände am Bettgestell festgebunden wurden, damit sie sich nicht "unkeusch" berühren - s. auch den Spielfilm "Das weiße Band" -, und die "körperliche Züchtigung" der eigenen Kinder ist ja auch erst seit ein paar Jahren verboten). Als "pervers" wurde damals noch JEDE sexuelle Handlung bezeichnet, die nicht auf die Erzeugung von Nachwuchs gerichtet war.

Oh, und auch die Verfolgung Homosexueller ist eine der großen Erfindungen der Christenheit. Die haben im 4. Jhdt. damit angefangen, Homosexuelle auf den Scheiterhaufen zu stellen (keine Zeugung, nur "Fleischeslust: igitt). Vorher galt: Jeder so, wie er mag.

"Die bedeutendste negative Leistung des Christentums war die 'Problematisierung' der Sexualität (...) Wir brauchen eine Geisteshaltung, die in der Sexualität kein 'Problem', sondern ein 'Vergnügen' sieht. Den meisten Leuten fehlt dazu die Sicherheit - und oft auch die Liebe." (Dr. Alex Comfort, Arzt, Psychologe, Wissenschaftler und Schriftsteller)

Und um den Sexualtherapeuten Dr David Schnarch zu zitieren: "Tiere haben keine Lustprobleme, weil Sex für sie keine Bedeutung hat. 

Wenn beispielsweise ein Schwein keinen Sex haben will und ein anderes Schwein will, geht das Schwein, das Sex will, weiter und penetriert ein anderes, williges Schwein. Und das erste Schwein schreit nicht: Wie kannst Du mir das antun?"

Aber, so Dr. Schnarch weiter: "Eine der großen Lügen, die wir Kindern erzählen, ist, dass Sex für Liebe steht. Menschen nutzen Sex, um alle möglichen Gefühle und Motive auszudrücken, etwa Abenteuerlust oder Fürsorge (...)."

Der Unsinn wird halt so von Generation zu Generation weitergegeben, auch wenn sich seit der sexuellen Revolution dann doch einiges geändert hat ... :-))

PS: Bei ALLEN intelligenten, in Gruppen lebenden Lebewesen, dient Sex nicht nur der Fortpflanzung, sondern auch der sozialen Interaktion. Da ist der Menschen, zumindest im natürlichen Zustand, keine Ausnahme.

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Zum Einen gibts durchaus bei vielen Tierarten ein weit intensiveres Sozialverhalten und Familienleben als (allgemein) beim Menschen...manche Tiere sind dem Partner lebenslang treu...

Zum Anderen gibt beim Menschen nicht wenige die nicht lieben sondern nur Sex wollen...

...insbesondere die jüngeren Männer sind oft so und haben erst später das Bedürfnis nach der festen Beziehung und Kindern.

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Wenn du glaubst, dass zuneigung unter tieren nicht existiert, irrst du.

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Weil wir Menschen und keine Tiere sind.

Wir können Komplex denken und gehen Komplexe Beziehungen, die Liebe hält diese zusammen .

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Libertinaer 26.02.2016, 19:33

Wir können Komplex denken

Oh, gut, dass Du das erwähnst! Sehr vielen Antworten bei GF kann man das nämlich nicht gerade anmerken. Mir scheint da eher ziemlich schlichtes Denken vorherrschend zu sein! ^^

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Naja immerhin gibt es viele Tierarten wo monogane beziehungen üblich sind.

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Libertinaer 26.02.2016, 19:26

Nein, gibt es nicht.

Es gab Tierarten, denen man nachgesagt hat, dass sie monogam leben würden (die Schwäne waren z.B. so eine Tierart). Aber mittlerweile sind Gentests so preiswert und schnell zu machen, so dass man diese Behauptungen auch mal überprüfen konnte. Und sie da, nichts war es mit der Monogamie. Die gehen genauso fremd, wie Menschen auch.

Aber viele Vögel machen das ziemlich "intelligent". Z.B. indem sie das Nest verlassen und wieder zurückkehren, bevor der Partner aufgewacht ist. 8-)

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äh es gibt sowas wie gefühle und emotionen.

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katsching621 25.02.2016, 01:14

aber die meisten männer würden am liebsten einfach nur mit einem geilen weibchen ins bett springen

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