Wieso leiden Astronauten nach Rückkehr zur Erde auf einmal an Schwindelprobleme?

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1 Antwort

Die müssen ja ganz lange in Schwerelosigkeit trainieren, um sich dran zu gewöhnen. Dann klappt das im All ganz gut. Wenn sie auf die Erde zurück kommen, ist ihr Gleichgewichtssinn erst mal verwirrt.

Ist ähnlich wie bei Seeleuten, die sich an das ständige Schwanken gewöhnt haben (und dabei am Anfang durchaus auch erst seekrank waren), und dann den festen Boden "wackelig" finden.

In beiden Fällen geht das aber nach einer Weile auch vorbei.

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Sweetbellevue 25.10.2015, 11:38

Okey. Aber was genau geschieht denn währenddessen am Gleichgewichtssinn?

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Blindi56 26.10.2015, 08:47
@Sweetbellevue

Der Gleichgewichtssinn orientiert sich an den Bewegungen der kleinen Ohrknöchelchen (Amboss, Steigbügel...), und gewöhnt sich einfach daran. Das dauert eine ganze Weile, weil die Augen jeweils was anderes ans Gehirn leiten. Bzw. bei der Schwerelosigkeit ist es eher so, dass unser Gehirn (und der ganze Körper, es kommen ja noch Kreislaufprobleme dazu) einfach gewohnt ist: oben ist oben, also da, wo der Kopf normalerweise ist. Das fehlt da aber, bzw. kann man da die Bewegung nicht beeinflussen, wie etwa bei einem Kopfstand, den man ja bewusst macht; daher gibt es ständig Fehlermeldungen. Wenn diese Bewegungen dann plötzlich fehlen, geben die entsprechenden Nerven wieder Fehlermeldungen ans Gehirn, genau wie zu Anfang der ungewohnten Bewegung.

Darauf basiert auch die Reisekrankheit: Augen signalisieren Bewegung, die ohrknöchelchen aber nicht. Das stiftet im Gehirn Verwirrung.

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