Wieso lassen sich so viele so oft scheiden?

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9 Antworten

Das "auf immer und ewig lieben" ist eine Vorstellung, die man häufig in der hormongeschwängerten Verklärung der Pubertät entwickelt und pflegt, bis sie schließlich der Realität weichen muss.

Was hier in Deutschland heute sicher anders läuft, als bei vorangegangenen Generationen und in konservativeren (religiöseren) Ländern und Landstrichen ist, dass man sich heute leichter und schneller zu einer Scheidung entschließt, da z.B. eine "Geschiedene Frau" schon lange nicht mehr wie eine Aussätzige behandelt wird und "gesellschaftlich erledigt" ist.

In vergangenen Jahrzehnten war daher auch der Rat an die Frau sich "zu fügen" und den Eigenarten des Mannes anzupassen. Wenn ein Mann seine Frau dann nicht allzu häufig schlug, nicht jeden Abend ins Wirtshaus ging und seine Affären einigermaßen diskret abwickelte, dann galt er so bereits als "gute Partie". Häute lässt sich dies kaum eine Frau noch gefallen - abgesehen von manch "orientalisch" geprägten Familien, wo man die Frau immer noch als weitgehend rechtlos und dem Manne untergeordnet sieht.

Daher stellt sich also die Frau, was das bessere Modell ist: Einen Schlußstrich zu ziehen um einen Neuanfang zu wagen oder sich "in sein Schicksal zu fügen" und auf ein "Paradies nach dem Tod" zu hoffen!

Kein Mensch kann Dir garantieren, dass Du mit dem ersten Partner auf ewig glücklich wirst - aber wer es nicht versucht wird sich auf ewig die Frage stellen, ob man mit ihm nicht doch glücklich geworden wäre. Vielleicht ist auch erst der zweite oder dritte Mensch, auf den Du dich einlässt, "der Richtige".

Meist kann man das erst nach ein paar Jahren beurteilen, wenn die erste Verliebtheit abgeklungen ist und man sich dem Alltag gemeinsam stellen muss. Erst dann zeigt sich, wie gut eine Partnerschaft wirklich funktioniert! Blöd nur, wenn man dann schon verheiratet ist und eine Trennung kompliziert wird... . Die "Jugendliebe" gleich zu heiraten ist daher nicht die beste Strategie!

Ich persönlich bin übrigens kein verbittertes Scheidungsopfer, sondern seit über 30 Jahren mit der gleichen Frau zusammen glücklich, die ich zwar jung kennengelernt, aber erst nach 12 Jahren geheiratet habe. Dafür habe ich miterlebt, wie meine Mutter sich von meinem (schwierigen) Vater getrennt und erst in der zweiten Ehe das große Glück gefunden hat, welches ich ihr stets von Herzen gegönnt habe.

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

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Kommentar von RoseUser
27.09.2016, 10:46

Okay, Danke für deine Antwort, bei mir ist es allerdings so, dass meine Mutter die orientalischen Wuzeln hat (Iranerin) und mein Vater Italiener ist ... Und sich beide im Medizin Studium kennengelernt haben

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So haben es die Deutschen auch gehandhabt, bis man erkannte, dass Scheidung eine Option ist. Will aussagen: Egal, ob man sich noch liebte oder unendlich viel gestritten hatte, man blieb zusammen - damals. Es wurde nur nicht an die Glocke gehängt, DASS was schief lief. Kann mir keiner erzählen, dass bei all den Alten immer Friede Freude Eierkuchen herrschte! Heute ist jeder auf sein Seelenheil bedacht und sagt viel schneller: Bye Bye. Was ist jetzt besser: Tradition um jeden Preis (und somit die eigene Lebens-Aufgabe - also "ich geb mich selbst auf") oder Ich leb mein Leben bewusst und suche mir immer wieder einen neuen Partner auf der großen Suche nach der richtigen Liebe. DEN Traumpartner gibt es eh nicht, also nimmt man, was dem - hoffentlich - am nächsten kommt. Und wenn der s  eben auch nicht ist ... Aber ich heirate ihn trotzdem, damit ich ihn halten kann - auch der Romantik wegen.

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Eigentlich ist das wie mit Beziehungen ohne Unterschrift. Man denkt bei jedem neuen Partner das es der sein soll und das am besten für immer. So manch große Liebe ist nach Jahrzehnten doch noch auseinander gegangen. Nach einer gewissen Zeit ist es eben nur noch bedingt die große Liebe. Man stellt fest das es doch noch andere gibt. Gerade Paare die sehr früh zusammen kamen und keine anderen hatten kommen nach Jahren darauf das sie was verpasst haben könnten. Da gehen sie dann evtl. mit 45 fremd. Mag sein das in deiner Kultur die Familie viel stärker verwurzelt ist und man nach außen auch mehr den Schein wart, aber ich pers. denke nicht das es die Liebe gibt die von der Jugend bis zum Tod hält. Ich kann das nicht nachvollziehen, weil ich mir gern die Option offen halten will mich auch anderweitig zu verknallen. Das heißt allerdings nicht das ich auch gleich Untreu werde, aber ich werde nicht engstirnig, wenn ich einer Person treu bin.

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Kommentar von RoseUser
27.09.2016, 11:18

Aber wieso kommst du dann überhaupt mit jemanden zusammen, wenn du dich auch problemlos in jemand anderen verlieren könntest? Dann bist du doch gar nicht verliebt.. Danke für deine Antwort, kann das aber immernoch nicht so ganz nachvollziehen

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Wie lange braucht man um zu wissen das es der richtige ist? Und wenn man nach 10 Jahren feststellt das es der jenige doch nicht ist trennt man sich eben.

Klar läuft es bei euch anders. Wenn die Frau sich scheiden lassen will kann sie das erstens nicht so einfach und zweitens wird aus der katholischen Kirsche und somit der Gemeinschaft geworfen und somit geächtet. Da würde ich mir auch zweimal länger überlegen was das größere Übel ist.

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Kommentar von RoseUser
27.09.2016, 05:02

Hey, wir leben dennoch in Deutschland und sind integriert! Meine beiden Elternteile haben beide in Deutschland Medizin studiert und sich auch dort kennengelernt!

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Es liegt oft daran, dass sich die Partner nach vielen Ehejahren aus den unterschiedlichsten Gründen auseinander gelebt haben oder merken, dass sie doch nicht zueinander passen. 

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In Deutschland denken die Leute etwas pragmatischer: Was bringt mir am besten keine Probleme? Wo profitiere ich am meisten von? Kann ich das machen, ohne stillos vor anderen zu wirken?

Gerade in der heutigen Zeit (damit meine ich auch schon die anfänglichen 2000er-Jahre) haben die Menschen erkannt, dass Scheitern in der Ehe kein Tabu mehr ist und so lässt man sich eben heute eher scheiden, als das noch früher der Fall war.

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Kommentar von RoseUser
27.09.2016, 10:47

Oh Gott, ich hasse dieses "Profit"Denken...

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Naja, kenne auch sehr viele Menschen die Fremdküssen und Fremdflirten als nicht schlimm bezeichnen, für mich unverständlich, aber solange mein Partner nicht so denkt, kann es mir ja egal sein.

Kann mir vorstellen, dass sowelche Leute sich eher scheiden lassen als andere, traditionellere.

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Also ich kenne da einige italienische Familien.

Ja. Den bleiben zusammen. Leider. Das ständige Gezanke geht sehr an die Substanz der Kinder.

Für die wäre eine Trennung besser.

Und gerade italienische Männer sind für ihre "Treue" bekannt.

Sorry, aber was Du da schreibst ist Quark.

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Kommentar von RoseUser
27.09.2016, 15:23

Ich denke mal ich kenne mich da besser aus.... Ich sprach nicht von ALLEN, sondern von den MEISTEN. Da gibt es einen Unterschied.

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Menschen verändern sich. Manches kann man erst verstehen, wenn man älter ist.


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