Wieso läuft das Inkassoverfahren weiter obwohl ich längst bezahlt habe?

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Kommentar von Minimilk
02.12.2013, 16:33

Weil ich Heute diese Antwort von denen per E-Mail bekommen habe und nun bin ich noch mehr verwirrt. Ich habe auf Deinen Tip hin die Mail geschrieben dass die meinen Account binnen 5 Tagen freischalten sollen. Und nun halt diese kuriose Antwort von Maxdome. Kann ich mir nicht auch einfach einen neuen Account zulegen? Vielleicht auf den Namen meines Partners?

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Das Spiel funktioniert so:

  • Du zahlst aus welchen Gründen auch immer nicht bis zum Fälligkeitstermin an Maxdome.
  • Wie viele anderen Firmen verkauft Maxdome seine Forderungen an sogenannte Factoring-Firmen oder lässt die komplette Kundenbuchhaltung über einen Dienstleister abwickeln.
  • Deren Buchhaltungsprogramm macht das gesamte Mahnwesen, da sitzt keine Person mehr, die feststellt: Oh, Minimilk hat seine Oktober-Rechnung nicht bezahlt oder die Lastschrift ist geplatzt. Die sendet E-Mail Mahnungen 'raus und wenn Du die erneute Zahlungsfrist nicht einhältst. übergeben die das dem Inkasso. Wenn Du 4 Tage zu spät gezahlt hast, greift automatisch die Inkasso-Routine.... sonst würden einfach gestrickte Kunden wahrscheinlich auch noch nach einem Jahr jammern, dass die Welt ungerecht ist. Genau dafür gibt es Fristen!
  • Mit anderen Worten: Die Inkassogebühren zahlst Du in jedem Fall....
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Kommentar von mepeisen
02.12.2013, 16:49

Nö. Inkassogebühren verstoßen nach Meinung vieler Gerichte gegen die Schadensminderungspflicht des Gläubigers. Die muss man nicht zahlen.

sonst würden einfach gestrickte Kunden wahrscheinlich auch noch nach einem Jahr jammern, dass die Welt ungerecht ist. Genau dafür gibt es Fristen!

Für so etwas gibt es das gerichtliche Mahnverfahren und letzlich Klagen. Einen Sinn gibt es in einem weiteren Mahnschreiben eines Inkassobüros eigentlich nie.

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Kommentar von kevin1905
02.12.2013, 17:23

Wieso sollte der Schuldner die Inkassogebühren tragen??

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Kommentar von rainerendres
02.12.2013, 22:44

Er zahlt die Inkassogebühren ?

Ach wirklich ?

Aber nur wenn er nicht bescheid weiß !

**AG Dieburg Entscheidungsdatum: 20.07.2012 Aktenzeichen: 20 C 646/12 **

Leitsatz Die Geltendmachung von sog. Inkassokosten im Wege des Schadensersatzes verstößt regelmäßig gegen die Schadensminderungspflicht. (Auszüge)

Nach ständiger Rechtsprechung des Amtsgerichts Dieburg sind Inkassokosten in aller Regel wegen eines Verstoßes gegen die Schadensminderungspflicht gem. § 254 BGB nicht zu erstatten. Anwaltskosten sind bei der Prüfung, ob ein Verstoß gegen die Schadensminderungspflicht vorliegt, nicht zu berücksichtigen. Rechtsanwälte sind anders als Inkassounternehmen Organe der Rechtspflege. Das RVG kann deshalb zur Rechtfertigung von Inkassokosten nicht herangezogen werden. Es handelt sich hierbei um ein Sondergesetz, das nur für Rechtsanwälte anwendbar ist und diese als Teil der Rechtsordnung privilegiert.Inkassobüros prüfen die einzutreibenden Forderungen nicht. Hierzu besteht weder ein Wille der Auftraggeber noch eine Verpflichtung der Inkassounternehmen. Mangels juristischer Ausbildung fehlte es an der Fähigkeit der Inkassounternehmen und der Erlaubnis, da die Rechtsberatung den Rechtsanwälten per Gesetz vorbehalten ist.Dies ergibt sich auch aus einem qualitativen Unterschied. Der Anwalt hat die geltend zu machenden Ansprüche selbst zu prüfen und die Mandanten auf rechtlich unbegründete Forderungen hinzuweisen. Er haftet für seine Rechtsberatung, auf die sich der Mandant deshalb verlassen kann. Macht er bewusst unrechtmäßige Forderungen geltend, macht er sich neben dem Auftraggeber strafbar. Damit besteht auch für den Schuldner bis zu einem gewissen Grad eine Gewissheit der Rechtmäßigkeit der gegen ihn geltend gemachten Forderung. Inkassobüros prüfen die einzutreibenden Forderungen nicht. Hierzu besteht weder ein Wille der Auftraggeber noch eine Verpflichtung der Inkassounternehmen. Mangels juristischer Ausbildung fehlte es an der Fähigkeit der Inkassounternehmen und der Erlaubnis, da die Rechtsberatung den Rechtsanwälten per Gesetz vorbehalten ist. Die Kompetenz des von der Klägerin eingeschalteten Inkassounternehmens erhöht sich auch nicht durch ein eigenes Call-Center, in dem besonders geschulte Mitarbeiter vor allem telefonisch versuchen, gemeinsam mit den Versicherungsnehmern eine Möglichkeit der Regulierung der Angelegenheit zu erreichen.Es ist überhaupt nicht ersichtlich, dass Inkassounternehmen überhaupt eine für die Schuldner befriedigende Lösung finden wollen. Schließlich werden sie von den Gläubigern bezahlt und haben den Auftrag, möglichst viel Geld von den Schuldnern einzutreiben. Mangels Prüfung der Rechtmäßigkeit der Forderung wären sie auch gar nicht in der Lage Belange der Schuldner zu berücksichtigen. Selbst wenn die Schuldner die Forderung mangels finanzieller Mittel nicht begleichen können, werden deren Belange nicht berücksichtigt, sondern die Kosten weiter in die Höhe getrieben, indem kostenpflichtige Ratenzahlungsvereinbarungen abgeschlossen werden, ohne Rücksicht darauf, dass Zinsen die Forderung weiter erhöhen, und der Schuldner auch bei Zahlungen die Forderung nie wird vollständig tilgen können. Die von den Inkassounternehmen "besonders geschulten Mitarbeiter" haben die Aufgabe ihre durch die Schulungen erworbenen Kenntnisse zugunsten des Inkassounternehmens einzusetzen. Erfolge werden nicht dadurch erzielt, dass die Schuldner von der Rechtmäßigkeit der Forderung überzeugt werden, sondern weil sie durch ständige Wiederholungen der "Nachteile" bei Nichtzahlung Ängste schüren und Schuldner zur Zahlungen bewegen, auch wenn die behaupteten Forderungen nicht berechtigt sind.

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