Wieso kriegt es die Medizin nicht hin, Diabetes so zu behandeln dass man keine Folgeschäden davon trägt?

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9 Antworten

Diese Frage ist nicht mit "der ist schuld" zu beantworte. Die Medizin trifft es am wenigsten. Ich versuchs mal kurz zu halten. ;)

1.Krankenkassen - wichtige, benötigte Geräte wie das CGM (Continous Glucose Monitoring) oder eine Insulinpumpe werden abgelent. Diese CGMs und die benötigten Verbrauchsmaterialien (Sensoren) sind sehr teuer und wurden meist von den Krankenkassen abgelehnt.

Seit August diesen Jahres gibt es endlich einen Entscheidung des G-BA (Gemeinsamer Bundesausschuss - googeln, wenn Du mehr wissen möchtest) das diese Geräte jetzt einen Kassenleistung sind und dennoch muss begründet werden und in vielen Fällen wird weiterhin abgelehnt, da angeblich die medizinische Notwendigkeit fehlt, die Du eindeutig beweisen musst (viele Unterzuckerungen z.B.).

Krankenkassen halten eben nichts von Prävention, eher vom Sparen. Dafür zahlen sie dann die Kosten der Folgeerkrankungen, die meist wesentlich höher sind, von der Gesundheit und der Lebensqualität der Patienten ganz zu schweigen.

2. Der Grund der Krankheit - eine Autoimunerkrankung. Im Falle von Typ 1 Diabetes "erkennt" das eigene Imunsystem die insulinproduzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse als Fremdkörper und zerstört sie.
Die Folge ist eben kein Insulin mehr - Typ 1.

Leider passiert es sehr häufig, das ein fehlgeleitetes Imunsystem auch weitere Körperteile, z.B. die Schilddrüse angreift und zerstört (Hashimoto).

3. Nachlässigkeit bei meist jugendlichen Patienten. Die meisten Typ 1er entwickeln ihren Diabetes bereits im Kindesalter (weshalb er früher mal Jugenddiabetes hiess). Dann folgt die Teenagerzeit und plötzlich hat man naürlich ganz andere Prioritäten, als sich streng an seine Diabetestherapie zu halt. Da wird seltener gemessen, nach gut dünken gespritzt, geraucht und viel Alkohol konsumiert.

Aber das tut alles nicht wirklich weh, ausser vielleicht eine starke Unterzuckerung nach zu viel Alkohol. Hohe Zuckerwerte, wenn sie nicht gleich in den Himmel steigen, spürt man weniger, dafür später die Folgeerkrankungen. Und wenn Du denkst, das sind Einzelfälle unter den Jugendlich, beileibe nicht.

Allerdings sind auch viele Kliniken, Diabetologen und Diabetesberater nicht wirklich im Umgang mit der jugendlichen Psyche geschult und kommen autoritär daher. Da machen eben die meisten einfach zu und hören gar nicht mehr hin.

4. Dieser Punkt gehört eigetnlich ganz nach vorn - der eigene Körper. Trotz aller Sorgfalt, was messen, berechnen und spritzen anbelangt, spielt der Körper oft aus unerkennbaren Gründen verrückt und man bekommt den Blutzucker nicht unter Kontrolle. Je nachdem, wie lang das geht, kann das eben auch üble Folgeschäden bewirken.

Du siehst, Schuldzuweisungen sind nicht einfach und eigentlich gar nicht möglich. Man arbeitet aber gerade bei Typ 1 an verschiedenen Lösungsansätzen, die in den nächsten Jahren akut werden und das Leben von Typ 1 Diabetikern weiter verbessern werden.

Z.B. sogenannte Closed-Loop-Systeme oder das umprogramieren von Fettzellen zu insulinproduzierenden Zellen.

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Keine Panik schieben und sich streng an Regeln halten ist die halbe Miete. Es gibt inzwischen Systeme, die elektronisch den Blutzucker und die passende Insulinzufuhr bestimmen. Damit es Patienten wie an unserer Dialyse immer seltener gibt, die beide Beine amputiert haben und blind an der Dialysemaschine liegen...

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Hallo!

Grundsätzlich ist die Therapie von Typ 1 ein großer Fortschritt, denn damit wird die normale Blutzuckerregulierung nachgeahmt. Dadurch muss man keine Diät halten und kann alles essen. An das Spritzen und Messen gewöhnt man sich sehr schnell oder man hat sowieso eine Pumpe.

Dazu ist aber die Mitarbeit des Diabetikers nötig, ohne geht es nicht! Außerdem sollte er gut informiert sein.

Diabetiker sind die Manager ihrer Krankheit und dazu gehört viel Wissen!

Spätfolgen sind ausschließlich auf schlechte Blutzuckerwerte zurückzuführen, mit guten Werten gibt es die nicht.

Und wenn du mich fragst, ich würde einer Maschine nicht so trauen, wie meinem Gefühl. Ich kenne meinen Körper und weiß wie er reagiert und es genügt einfach nicht einige Parameter in ein Gerät einzugeben und dann bekommst du die 08/15 Behandlung. Mir ist das zu wenig, ich kümmere mich lieber selbst darum!

Gruß Lirin

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Du hast dich keineswegs ausreichend mit Diabetes mellitus beschäftigt. Ich bezweifle, ob das überhaupt ohne ein Medizin- oder Pharmaziestudium möglich ist.

Deine Frage bezeugt, dass Du das selektive Lexikonwissen nicht systematisch einordnen kannst. In der Forschung gibt es nämlich nichts "Überfälliges". Zudem irrst Du dich beim Vergleich mit dem Stand des Wissens bei anderen Krankheiten, vom Leidensdruck ganz zu schweigen. Der ist zwischen verschiedenen Erkrankungen überhaupt nicht vergleichbar.

Gerade der Diabetes mellitus wird mit Hochdruck erforscht. In den letzten 40 Jahren wurden Fortschritte erzielt, die man sich 10 Jahre zuvor noch nicht einmal im Traum vorstellen konnte.

Ich empfehle dir, Medizin zu studieren, und den vermeintlichen "Missstand" selbst zu beseitigen. Wenn Du kannst.

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Kommentar von Tanzistleben
29.09.2016, 02:23

Vielen Dank für diese einzige vernünftige und schlüssige Antwort hier!

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es ist alles gleich schlimm.

mit diabetes kennst du dich scheinbar am besten aus.

die asthmasprays hinterlassen folgeschäden. formaldehyd ist ja auf dauer nicht gerade gesund, wenn man es einatmet. zum beispiel.

für neurodermitis - neurodermitis ist quasi jede hauterkrankung, wo der arzt nicht weiss, wo sie herkommt. verdachtsbehandlung. cortison verursacht schwere hautschäden und wassereinlagerungen und störungen im hormonstoffwechsel.

schilddrüsenmedikamente schränken die leistungsfähigkeit ein, verändern den gesamten stoffwechsel, führen zu veränderungen an den nieren.

betablocker stören auf die dauer empfindlich den wasserhaushalt und belasten enorm die leber und ebenfalls die nieren.

morbus crohn möchte ich auch nicht haben.

und gegen neurofibromatose gibts überhaupt nichts wirksames.

mal abgesehen, von den ganzen autoimmunerkrankungen wie beispielsweise rheuma.

mit krebserkrankungen ist teils auch nicht zu spassen.

es gibt noch ein paar andere krankheiten, die man nicht haben möchte.

aber man sollte auch nicht überreagieren und sich aus lauter angst der eigenen lebensqualität berauben.

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Ein Diabetiker muss auch sehr viel selbst dazu tun, um seine Werte im Griff zu haben. Hält er sich nicht an die medizinischen Angaben, dann entstehen nun mal Folgeschäden. Leider gibt es sehr viele Diabetiker, die zu gleichgültig sind.

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Ich gehe davon aus das es eher wirtschaftliche Interessen gibt warum viele Medikamente nicht zugelassen werden um gewisse Krankheiten zu heilen oder zumindest verzögern. Es ist selbstverständlich das medizinische Unternehmen und Organisationen nur von kranken Menschen und anhaltenden Krankheiten überleben kann.

Ein so hoch entwickeltes Land wie Deutschland wo auch die Medizin so weit entwickelt sein sollte könnte es bestimmt schaffen viele Krankheiten zu heilen aber wenn diese Forschungen unter Verschluss gehalten werden können pharmazeutische Unternehmen länger leben und die Preise bestimmen.

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Kommentar von Arteloni
29.09.2016, 09:37

Die Behandlung des Diabetes ist sehr komplex. Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen das der Behandlungserfolg mit der Mitarbeit des Patienten steht und fällt.

Die Behandlung ist nicht passiv, die Medikamente "machen" einen nicht einfach mal so gesund. Jeder Patient muss hart an seinem Gesundheitszustand arbeiten und auch Opfer bringen. Dazu sind viele Menschen nicht bereit.

Es gibt nicht das eine Wundermittelchen das man nimmt und dann nebenwirkungsfrei wieder gesund wird. Nicht mal in den Schubladen der Pharmaindustrie.

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Kommentar von Cassiopeija
29.09.2016, 13:28

Typ 1 Diabetes ist NICHT heilbar, oder wie möchtest Du mit irgendwelchen Medikamenten aus der Schublade zerstörte Betazellen wieder "hinzaubern"?

Das man präventiv mehr machen könnte als Krankenkasse ist richtig, aber bei denen gehts ums Sparen. Statt jedem 1er CGM und Pumpe zu genehmigen und ein Langzeitinsulin wie Tresiba
zuzulassen, wird abgelehnt.

Dafür zahlt man dann die Folgekosten. Ich bezeichne sowas als Körperverletzung.

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Im Prinzip ist es ein Machtspiel. Die Pharmaindustrie verdient Geld mit den Krankheiten anderer Leute. Wenn sie gesund werden, verdienen sie nichts mehr. Also müssen Nebenwirkungen bei den Medikamenten her, die Folgeerkrankungen nach sich ziehen, damit man erneut zum Arzt rennt und Medikamente kauft - was wiederum bei der Pharmamafia die Kasse klingeln lässt.

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Kommentar von Arteloni
29.09.2016, 09:34

Das ist absoluter Schwachsinn! Nicht die Pharmaindustrie macht die Menschen krank, die Menschen machen sich selbst krank!

Menschen die rauchen, zu fett sind und zu viel Alkohol trinken brauchen keine Pharmaindustrie um krank zu werden.

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Kommentar von Secretstory2015
29.09.2016, 16:35

Mag sein, dass diese Menschen auch so krank werden. Sie werden aber durch die Pharmaindustrie noch kranker.

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Jaaa ich sehe schon du hast dich "informiert".

Gott wie ich diese möchtegern-Experten nicht leiden kann -.-

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