Wieso konvertieren Leute zum Islam?

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7 Antworten

Es gibt da mehrere Gründe:

  • Frauen konvertieren sehr oft aus einer Liebesbeziehung mit einem Muslim.
  • Männer konvertieren sehr oft wegen der angeblich brüderlichen Gemeinschaft und gegenseitigen Anerkennung in der Gruppe
  • Kinder und Jugendliche weil sie orientierungssuchend sind, und im Elternhaus keine Antworten auf ihre Fragen erhalten.

Die Anzahl der Konvertierten geht aber weitestgehend zurück. Salafisten erreichen immer weniger Andersgläubige mit ihren Lehren. Aus diesem Grund haben sie ihr Betätigungsfeld verlegt, und missionieren zum Salafismus lieber bei den Muslimen selbst. 

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Kommentar von webschamane
07.11.2015, 09:21

Danke, das war wirklich eine hervorragende Antwort.

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Vorsicht verkopft:

Man möge zu Ritter1988 noch hinzufügen, dass viele Menschen ein stehendes Regelwerk bevorzugen, um ihr Leben, ihr Selbstbild und die Wahrnehmung ihrer Umwelt danach zu richten.

Religionen bieten einfache Antworten auf komplexe Fragen. Sie sind für viele also attraktiver, als moderne Sozialtheoreme, auf denen die Struktur unserer heutigen Westgesellschaft basiert (man versuche nur einmal, ohne Übung Marx zu lesen). 

Übrigens auch einfacher, als selber den Weg zu einer Gottheit zu suchen. In gewisser Hinsicht bin ich neidisch auf Gläubige, da ich mir meinen Status und Platz als Citoyen, die Sinnhaftigkeit meines Handelns und der Existenz, selbst konstruieren muss.

Da der Islam die mit Abstand invasivste der Großreligion ist, finden Schutzsuchende hier das durchgreifendste Regel- und Erklärwerk. Und da Menschen gerne ritualisiertes Handeln mit der Stärke des Glaubens gleichsetzen (als stark gläubig wird der empfunden, der am strengsten die Regeln beachtet - ein logischer Unfug), bietet eine Konversion zum Islam nicht nur die umfangreichste Deutung der Welt. 

Sondern erleichtert es dem Gläubigen, durch pures Vollziehen von Ritualen das eigenen Selbstwertgefühl zu steigern - unabhängig von der Qualität des eigenen Glaubens. Das ist ein äußerst mächtiger Motivator für Menschen, die sonst unter Statusmangel leiden.

Neue Religionen haben schon immer zuerst die Benachteiligten/Unzufriedenen angezogen.

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Kommentar von earnest
09.11.2015, 10:12

Na, dann herzlichen Glückwunsch zu Deinem Kopf ...

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hallo webschamane - der Islam bietet 1. eine minimalistische Theologie, die geistig nicht so anstrengend ist wie Christentum oder Buddhismus. 2. er bietet einen psychologisch anziehenden Dualismus zwischen "Wir Gläubigen" und "die anderen, die Ungläubigen". 3. Diesem Dualismus folgt eine Art "Doppelmoral" - ethische Regeln sind nur innerhalb der Umma (Gemeinschaft der Gläubigen) zu befolgen, Ungläubige haben weder Anspruch auf menschliche, ethisch einwandfreie Behandlung noch geniessen sie Gottes Barmherzigkeit, sondern sind zur Hölle verdammt.

4. da der Islam Unterwerfung predigt: der Frau unter den Mann, der Mann unter Gott bzw unter seine Gesandten, der Ungläubige unter die Gläubigen und somit Gewaltausübung auf jede Art und Weise religiös rechtfertigt und fordert, ist er besonders attraktiv für Menschen, die ihre Probleme primär nur mit massiver Gewalt lösen können, und im Islam darin ihre Rechtfertigungideolgie finden.

Islam-Gläubige können sich also in einer sachlich durch nichts begründeten Überlegenheit, einem Dünkel und Überwertigkeitswahn über Nicht- und Andersgläubige wiegen, was gerade auf bildungsferne Unterschichten höchst faszinierend wirkt.

Aber dieser Dünkel, ethisch und charakterlich jedem Ungläubigen haushoch überlegen zu sein, ist auch bei radikalisierten Intellektuellen anzutreffen, denen der Islam ihren Minderwertigkeitskomplex therapiert. Hohe Bildung, hoher Intellekt kann also in einer Person durchaus koexistieren mit irrationalen, primitiven Glaubenssystemen.

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Kommentar von webschamane
07.11.2015, 14:51

Geschliffen formuliert, beeindruckend, danke.

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Aus wirklicher Glaubensüberzeugung von der Richtigkeit des Inhalts dieser Religion konvertieren wohl die wenigsten Menschen der westlichen Welt zum Islam.

Die Konvertierung ist damit häufig ein reines "Lippenbekenntnis", im Grunde ein Selbstbetrug und hat sehr oberflächliche Gründe.

In der Antwort von "1988Ritter", welche ich der Einfachheit halber noch einmal zitiere, sind sie sehr treffend zusammengefasst:

  • Frauen konvertieren sehr oft aus einer Liebesbeziehung mit einem Muslim.
  • Männer konvertieren sehr oft wegen der angeblich brüderlichen Gemeinschaft und gegenseitigen Anerkennung in der Gruppe. 
  • Kinder und Jugendliche weil sie orientierungssuchend sind, und im Elternhaus keine Antworten auf ihre Fragen erhalten.
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Ja es fängt an wenn ein Mensch eine Krise hat und die hat jeder mal und man fragt  sich wie kann ich mir selber helfen wer gibt mit die antworten und im koran stimmt vieles überein  wonach msn sucht 

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Kommentar von webschamane
07.11.2015, 01:02

Ich finde die Erklärung gut. Das Problem ist, die Kapitel im Qur'an werden nach Länge sortiert und nicht nach Zusammenhang. Er ist deshalb "unlesbar", weil es keine Zusammenhänge gibt.

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Es gibt Menschen die zu Scientology gehen erklärst du mir das ? Dann doch lieber der Islam.

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Kommentar von webschamane
07.11.2015, 01:00

Scientology war ursprünglich ein Konzept zur Psychotherapie, das dann nachträglich um eine übersinnliche Komponente ergänzt wurde und zur Sekte wurde. Menschen die psychotherapeutische Behandlung benötigen, werden auch nicht so schnell ausgehen.

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Kommentar von TimeRival
07.11.2015, 01:06

Leider bezieht sich die Zielgruppe nicht auf solche Menschen.

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Das kann ich dir sagen. Die meisten konvertieren nicht weil sie wirklich vom Islam überzeugt sind sondern einfach wenn sie sich alleine fühlen.

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Kommentar von webschamane
07.11.2015, 01:07

Kann ich voll nachvollziehen. Traust du einer islamischen Community zu, Deutsche freundlich aufzunehmen ? Rein persönlich, hätte ich da Zweifel.

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Kommentar von jimithechainsaw
07.11.2015, 03:31

Pierre Vogel und andere Nazis haben aber ständig Leute um sich herum.

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