Wieso können Worte trotz Bedeutungslosigkeit weh tun?

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6 Antworten

Es geht nicht darum ob Dinge oder Behauptungen stimmen oder nicht, sondern es geht darum zu verletzen. In so einer Situation, wenn wir streiten, sind wir wütend und auf Angriff programmiert. Es ist kein Wettstreit der Tatsachen sondern ein Kampf mit Verletzungen auf emotionaler Ebene. Jeder weiss doch dass er kein [...] ist, trotzdem tut es weh, weil wir uns (gesellschaftlich, kulturell) darauf geeinigt haben dass diese Worte wehtun sollen. Wo wir früher mit Fäusten und Keulen um unser Leben gekämpft haben, ist es heute auf symbolischer Ebene ein Kampf um unser Selbstwertgefühl.

Worte sind nie bedeutungslos. Stelle dir die Buchstaben vor wie ein Symbol für eine bestimmte Energie. Jeder Buchstabe hat seine ganz eigene. Wir haben verlernt, diese Energie als ganzes wahrzunehmen, was der weiblichen Seite (in jedem von uns, egal ob männlichen oder weiblichen Geschlechts) entspricht und sehen nur noch deren Oberfläche (was der männlichen Seite entspricht), also das Symbol für etwas viel Größeres.

Folglich hat auch jedes Wort seine ganz eigene Energie, die sich aus den Energien der Einzelbuchstaben zusammensetzt. Von jemandem, der diese Energien wahrnehmen kann, spricht man oft als von einem, der zwischen den Zeilen lesen kann.

Dass wir uns von Worten getroffen fühlen (und das betrifft absolut nicht nur die Jüngeren; die Älteren haben meist nur schon einen dickeren Panzer aufgebaut) hat nun zwei Seiten.

Die eine Seite ist deine eigene. Hast du unbewusst in dir Ablehnungen, Verletzungen, die mit der Energie von bestimmten Buchstaben, Worten und Sätzen zu tun haben, werden diese in dem Moment aktiviert, wo der andere sie dir gegenüber ausspricht. Du kennst es ja, dass die aktuelle Situation scheinbar gar nicht schlimm ist, es sich für dich aber wie ein Messerstich anfühlt (meist so in Solarplexus-Höhe, sprich in der Magengegend).

Die andere Seite ist, wenn dein Gegenüber selbst eine Verletzung in sich trägt und diese auf dich projiziert, dir deshalb eine Boshaftigkeit entgegen schmettert. Wir glauben, dass es nur die Worte wären, tatsächlich ist es regelrecht mit Emotion aufgeladene Energie, die dir da entgegengeschleudert wird.

Abhilfe schaffen kannst du nur mit Selbsterkenntnis. Wenn du bei dir all deine unbewussten Verletzungen, Ablehnungen und Überzeugungen erkennst und verstehst, alles Abgelehnte wieder heilst (ganz machst), dann trifft dich auch nichts mehr. Dich kann immer nur das treffen, was dich be-trifft. Selbst wenn der andere dir Boshaftigkeiten an den Kopf wirft, kann es dich dann nicht mehr treffen, weil in dir keine Resonanz mehr dazu da ist. Du bist dann wie ein blank geputzter Spiegel, der die Energien zurückspiegelt, zurückwirft.

Und lass dich hier nicht irritieren... von wegen du wärst empfindlich, oder zu sensibel. Bei all der Härte, die sich die Menschen angeeignet haben, um nichts mehr an sich heran zu lassen, braucht es Menschen wie dich, die fühlen und spüren können, auch wenn es manchmal schwierig ist.

Gehenna 09.02.2013, 21:25

Danke für deine Ausführlichkeit.

Macht so gesehen schon Sinn (solange ich - vor allem der Anfang - die Metaphorik richtig verstanden habe).

Mit dem letzten Teil triffst du ins Schwarze! All die, die hier davon geschwafelt haben, dies geschehe nur aufgrund einer Charkterschwäche haben meiner Meinung nach keine Ahnung. Ich denke, dass jeder Mensch so fühlt. Die wenigsten lassen diese Gefühle zu und verdrängen sie. Wahrscheinlich staut es sich auch dort in einem auf, womit man zu deinem Teil des Gegenübers käme.

Vielleicht noch eine Frage zur Selbsterkenntnis: Wie kann etwas, das mich direkt betrifft, nicht mehr angreifend sein, selbst wenn es nicht stimmt bzw. wie soll man darüber im "Unreinen" sein, wenn es doch nie etwas gab, dass dies hätte verunreinigen sollen / können? (Es ist verdammt schwer, das richtig auszudrücken. Besser kann ich es leider nicht erklären, ich hoffe, dass du ungefähr weißt, wie ich es meine. Ich denke, ich habe den Aspekt der Selbsterkenntnis nicht ganz so geblickt, wenn Du dazu noch was schreiben könntest, wäre es ziemlich gut ^^)

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Angel84 09.02.2013, 21:56
@Gehenna

Du hast die Metaphorik schon verstanden ;-)

Bzgl. Selbsterkenntnis und deiner Frage, woher dies überhaupt kommen soll, empfehle ich dir in meinen Antworten zu stöbern, oder mal auf meine Seite zu schauen, da ich mir darüber schon die Finger wund geschrieben habe ;-) Jaaa, ist übertrieben grins, aber ist tatsächlich schon alles vorhanden.

Vielleicht gibt diese Antwort den ersten Impuls:

http://www.gutefrage.net/frage/ich-habe-den-film-cloud-atlas-nicht-verstanden

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Wenn jemand Fremdes..? Sicher? Ich find es schlimmer, wenn Bekannte und Freunde das sagen. Die kennen dich besser und wissen, wo deine Schwächen liegen.. Bei Fremden ist es wohl eher, dass man sich einfach nicht von irgendeinem dahergelaufenen Idioten sonstwas sagen lassen will und dann eher mit belanglosen Beleidigungen um sich wirft. Da gehts eher um die Hackordnung als um reale Schwächen.

Das ist einfach... Jeder Mensch reagiert anders. Meist Sensible, den Anderen laesst es kalt. Wenn man zb. eine auseinandersetzung mit jmdn hat, den man sehr liebt und schaetzt, dann tuen schon die kleinsten Dinge einem Weh. Man fuehlt sich halt verletzt. In dem Moment wo mein Strei hat ist man verletzlicher...

Gehenna 09.02.2013, 15:32

Schon klar. Aber das "warum" wurde nicht (/kaum) beantwortet :D

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nuerih 09.02.2013, 15:35
@Gehenna

mmmh doch :D menschliche physche. Angst jmdn den man liebt zu verlieren, die angst das derjenige den man mag einen nicht schaetzt. :D

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Hi,

eigentlich hast Du Dir schon selbst geantwortet. Du hast das Gefühl, jemand möchte Dir damit SCHADEN ZUFÜGEN. Und da ist es nur selbverständlich, dass man sich wehrt. Das kann in der gleichen Art und Weise geschehen, wirkt aber meist besser, wenn man auf etwas gehobeneren Niveau kontert oder jemanden nur verächtlich anguckt.

VG yonga

Das ist bei dir so weil du schwach bist und so wenig Persönlichkeit und Selbstbewusstsein hast das du es dir zu Herzen nimmst. Ich bin zwar aus dem Alter raus wo Jemand vor mir steht, den Finger zeigt und etwas wie "deine Mutter ist..." sagt aber ich kann mich nicht erinnern das mir das jemals etwas ausgemacht hätte, denn nur ich weiß ja wie es wirklich ist und das genügt um darüber zu lachen. Es ist also nicht so das es Jedem etwas ausmacht.

Gehenna 09.02.2013, 17:01

Ic habe es zu keiner Zeit auf mich selbst bezogen. Ich denke, dass es früher jedem so gegangen ist. Habe extra erwähnt, dass es eher bei jungen Menschen auftritt. Also darauf bitte keine Rückschlüsse meiner "Persönlichkeit" ziehen. Außerdem - durch das Lachen, das du beschrieben hast, setzt du dich mit der Aussage genau so auseinander, lässt es nur nicht auf emotionale Weise an dich heran. Es zwingt einen also auch dabei, darüber nachzudenken. Zudem denke ich, dass die wenigsten bei diesem Thema zu sich selbst ehrlich sind.

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PBmemorys 09.02.2013, 21:23
@Gehenna

Nein, du irrst dich, es ist einfach so das Menschen mit Selbstbewusstsein eine Aussage wie "Deine Mutter ist eine..." nicht auf sich selbst beziehen. Wenn du auf mich persönlich anspielst, was ich wiederum sehr interessant finde, denn du stellst ja die Frage laut deiner Aussage rein hypothetisch :-)) muss ich dich auch wieder enttäuschen. Deine Theorie stimmt nicht. Mir persönlich ist es in der Tat egal wenn Jemand Sprüche bringt, auch in jungen Jahren war es mir egal, ich habe und werde mich auch nicht damit beschäftigen, weil mir der Hintergrund solcher Aussagen bekannt war/ist :-) Na merkst du was?

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Gehenna 09.02.2013, 21:42
@PBmemorys

Nein. Ich merke nichts, außer dass es hier auf eine ironische Art der Informationswiedergabe hinzusteuert. Glaube, was du möchtest, aber jegliche Sätze und Worte, egal wie treffend, beleidigend, strukturiert und dergleichen werden in deinem Kopf verarbeitet. Nur allein durch die Tatsache, dass du sie durch dein Ohr wahrnimmst (das kannst du nicht abstreiten). WIE sie verarbeitet werden, sei mal dahergestellt. Hier trennt sich nämlich das ganze: Höre ich die Person bloß, oder höre ich ihr zu, die da gerade spricht. In einem Wortgefecht kann ich mal geschätzt zu 99% davon ausgehen, dass ich ihr zuhöre. Was erzählt mir die Person da gerade? Redet er/sie über das Wetter oder darüber, was für ein miserabler Typ ich doch sei? Wahrscheinlich nicht über das Wetter. Ich identifiziere mich also nicht mit dem Menschen. Dennoch habe ich kein Desinteresse. Die Abneigung löst schon mal keine positiven Emotionen aus. Nun kritisiert mich diese Person ganz stark. Sie möchte sich von mir abheben, sagt etwas, das aber überhaupt nicht stimmt. Lässt mich das wirklich kalt? Ich denke, es geht den wenigsten so.

Wenn du eine der wenigen Personen bist, beglückwünsche und beneide ich dich wirklich. Das soll keine Ironie sein. Dass du dies aber schon als Jugendlicher geschafft hast (lt. Zitat:)

Mir persönlich ist es in der Tat egal wenn Jemand Sprüche bringt, auch in jungen Jahren war es mir egal, ich habe und werde mich auch nicht damit beschäftigen

kann unmöglich stimmen. Meiner Meinung nach schaffen es wohl die wenigsten. Nicht einmal alle studierte und anwendende Psychologen können dem Druck von Worten standhalten.

Damit bleibt es bei meiner Aussage, dass jeder (die meisten) Mensch(en) diese aufkommenden Emotionen bloß verdrängen. Wahrscheinlich unbewusst als kluge Schutzmaßnahme des Körpers und der Psyche.

Beweise mir das Gegenteil, dass ich in einem der Punkte falsch bin. Das hast du in deinem letzten Kommentar nämlich nicht gemacht. Oder ich habe ihn nicht verstanden. Ich habe aber darüber nachgedacht.

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Gehenna 09.02.2013, 21:46
@Gehenna

Das wirft mich wieder mal auf den Ursprung meiner Frage zurück: Warum ist das so?

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PBmemorys 09.02.2013, 22:07
@Gehenna

Genau du hast ihn nicht verstanden. Aber vorab. Warum stellst du hier so eine Frage wenn du Alles zu wissen glaubst? :-) Ich erkläre es gerne und nehme deine unironischen Glückwünsche an. Wenn du in der Lage bist in die Psyche Anderer zu blicken, sie zu verstehen, bzw. Intensionen (der Sprüche) zu verstehen dann bist du auch als Kind, als Jugendlicher und als Erwachsener fähig darüber zu lachen. Einfach erklärt: ein Teenager Mädel sagt zu dir du bist hässlich. Ein "normales Mädchen" wird denken "OMG, ich bin hässlich die mag mich nicht" ich dachte in diesen Zeiten: sie sagt es nur um von ihren eigenen "Mängeln" abzulenken und die Mitläufer auf ihre Seite zu ziehen um ihre eigen Chancen zu verbessern" Fazit: eine lächerliche Person ohne Rückgrat. Beispiel aus dem Erwachsenenleben: Mobbing auf der Arbeit...ich bezeichne mich als "unmobbbar"<tolles Wort gell? ;-)) da ich weiss warum Menschen mobben bzw. es versuchen, kann ich darüber nur lachen. Kein Mobbingversuch hat auch nur den Ansatz einer Spur eines negativen Gefühls bei mir hinterlassen. Verstehst du es jetzt?

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Gehenna 09.02.2013, 22:46
@PBmemorys

Nein, ich verstehe wohl immer noch nicht. Aber ich verstehe, bzw. glaube zu verstehen, wie deine Denkweise ist. Jedenfalls differenziert im Gegensatz zu meiner.

Ich hoffe, dass ich nicht glaube, von allem eine Ahnung zu haben. Wie erwähnt, nehme ich die Richtigkeit meines letzten Kommentares an, jedoch habe ich meine Frage damit nicht selbst beantwortet. Meine Frage steht immer noch so gut wie unbeantwortet im Raum. Zumindest habe ich die Erkenntnis gewonnen, mir unschlüssig zu sein. Auch, dass ich vielleicht keine Antwort finde bzw. meine eigene Antwort suchen muss (ok, klingt irgendwie leicht wie vom anderen Ufer ^^ ).

Okay. Nun zu meiner Vermutung des Unterschiedes unserer Denkweisen: Deine Antwort(en) sind laut meiner Einschätzung (da ich nicht alles weiß, kann ich mich selbstverständlich irren) eher vernunftgeprägt. Ich versichere dir, dass ich, wenn ich es aus der Blickrichtung betrachte, wie du es tust, wahrscheinlich exakt so denke wie du. Oder zumindest in grober Übereinstimmung. Auch ich würde mir nicht wirklich etwas daraus machen, wenn ein wildfremder Mensch etwas willkürlich über mich schwafelt. Ich würde wahrscheinlich im ersten Moment genau so lachen bzw. dementsprechend (situationsabhängig) desinteressiert/passiv reagieren. Das zähle ich alles zum gesunden Abwehrverhalten, welches wohl immer, auch in jungen Stadien des Seins, vorhanden sein sollte. Doch ich wage zu bezweifeln, dass es damit immer getan ist. Man muss sich damit zwangsweise auseinandersetzen, selbst dann, wenn man dadurch erst die Nichtigkeit realisiert.

Weiter kann ich grad nicht denken, bin irgendwie ziemlich ausgelaugt. Wie auch immer.

Nur aus reinem Interesse (ich muss immer wieder dazu sagen, dass ich es wieder mal nicht böse meine, da wohl irgendwie, warum auch immer, jeder gleich böse von mir denkt, nur weil ich [auf vielleicht manchmal dämliche Weise] möglichst alles hinterfrage und mir ne eigene Meinung bilden will, wodurch irgendwie jeder jedes Wort von mir auf die Goldwaage legt): Was sollte ich im aller ersten Kommentar gemerkt haben?

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PBmemorys 10.02.2013, 14:19
@Gehenna

Diesen Kommentar finde ich auch wieder äußerst interessant. Denn wenn es so wäre wie du schreibst...das z.B. ich jedes deiner Worte auf die Goldwaage gelegt oder als böse empfunden hätte, würde das ja deine Theorie bestätigen :-) Nein, es ist viel mehr so, das man als Helfender Mensch, als Ratgebender Mensch verwundert ist bzw. genervt wenn ein Ratsuchender dann anfängt zu diskutieren bzw. versucht den Rat/die Antwort/die Ausführung zu widerlegen. Trotzdem hat es Spaß gemacht dir zu schreiben, ich versuche nun nicht noch mal zu erklären "was du gemerkt haben sollst" lies doch noch mal den Beitrag und die Kommentare von Anfang an, ich bin mir sicher du sieht es.

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