Wieso können Vögel auf Stromleitungen sitzen?

6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Die Spannung, die zwischen den beiden Füßen der Vögel abfällt, ist sehr gering. Zwar ist die Spannung zwischen Leitung und Erde sehr hoch (Hochspannung) aber auf wenigen Zentimetern Leitungskabel fällt nur ein ganz ganz kleiner Teil dieser Spannung ab. Zudem ist auch der Widerstand des Körpers viel größer als der des Kabels, sodass nur ein sehr kleiner Strom durch den Körper fließt, der überwiegende Großteil fließt weiterhin durch das Kabel.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Masterabschluss Theoretische Physik

Danke, das macht doch endlich mal Sinn, aber wieso sollte der Strom überhaupt erst am Mast abfließen, wenn die Erde doch garkeinen + Pol darstellt bzw an sich garnicht geladen ist?

0
@MaxChemieNoob

+ und - sind immer nur relativ zu einander zu verstehen. Ich kann zum Beispiel eine Kondensatorplatte positiv laden und eine andere auch positiv aber viel stärker - dann wird die stärker positiv geladene Platte zum Pluspol und die weniger stark positiv geladene Platte zum Minuspol, falls ich die beiden miteinander verbinde. Denn die Ladung fließt ja (angenommen, wir betrachten die Sache anhand der technischen Stromrichtung) vom Plus- zum Minuspol. Und im Falle des Kondensators würde die Ladung von der stärker zur schwächer positiv geladenen Platte fließen.

2
@PhotonX

Ja das macht Sinn, Vielen Dank. Sorry für die eine blöde Bemerkung von mir damals :(

0

die können dort stehen bzw sitzen da sie nicht zeitgleich mit dem Boden in kontakt treten bzw kommen.

naja und den mast und die leitung als vogel zeitlich zu berühren ist sogut wie unmöglich.

Davon abgesehen leitet holz auch mal mehr mal weniger gut. Trockenes holz zb leitet garnix.

Aber ihre Körper können Strom leiten

0
@MaxChemieNoob

ja das schon aber der körper müsste zeitgleich auch den boden berühren oder eben den mast... was sogut wie unmöglich ist.

1

Wenn du Flügel hättest und nicht zu schwer bist könntest du das auch. Wenn du auf der Leitung sitzt hast du keine Verbindung zu Erde was den anderen Pol darstellt. Sommit ist es kein geschlossener Stromkreis und es fließt kein Strom durch deinen Körper. Nur solltes du dich in acht nehmen und nicht den benachbaten Draht anfassen, weil du nich mehr das Gleichgewicht halten kannst. Auf dem liegt auch ein Gegenpol und du würdest mit deinem Körper einen Stromkreis bilden. Dann lieber runterfallen, dann lebst du 2 Sekunden länger. Aber du hast Glück, du kannst ja fliegen.

„"Der Strom nimmt immer den kürzesten Weg“, das stimmt doch nicht so ganz …“

Richtig erkannt! Die Behauptung ist in der Tat ziemlich missverständlich. Der geometrisch kürzeste Weg ist ja bekanntlich nicht immer der reibungsloseste Weg. Tatsächlich nimmt der Strom immer den Weg des geringsten Widerstandes, auch über große räumliche Umwege. Das ist genauso wie beim Wasser im Flusslauf oder beim Wind zwischen Bäumen, Büschen und Gebäuden.

Bei zwei gleich großen parallelen Widerständen teilt sich der Strom je zur Hälfte auf beide Wege auf. Dabei halbiert sich der Gesamtwiderstand im Vergleich zu jedem einzelnen Widerstand. Reibungsloser geht das nicht. Das ist wie bei der umströmten Mittelinsel in einem Flusslauf.

Auch die Erklärung mit dem „elektrischen Nullpotential“ ist so etwas missverständlich. Die entspringt der etwas vereinfachten, aber durchaus praktikablen Sprachregelung des Handwerkers, da steht das Nullpotential einfach für Erdpotential, also null Potentialdifferenz gegen Erde, d.h. null Spannung gegen Erde. Das hat nichts mit elektrischen Ladungen zu tun!

Bei unserer öffentlichen Stromversorgung ist der Stromkreis (unter vereinfachender Vernachlässigung der Drehstromverkettung) vom nächsten Transformator (als Stromquelle) über zwei elektrische Leiter, den Hausanschluss, die Steckdose und den Verbraucher (als Widerstand) geschlossen. Im geschlossenen Stromkreis fließt bei angelegter Spannung bekanntlich ein Strom. Nun ist aus praktischen Gründen hier einer der beiden Leiter mit der Erde verbunden, d.h. der ist geerdet. Das ist der Neutralleiter, auch Nulleiter genannt. Damit besteht die Spannung der Stromquelle zwischen dem Außenleiter (auch „Phase“ genannt) und dem Nulleiter (vereinbarungsgemäß 230 Volt) genauso zwischen Außenleiter und Erde, weil die Erde mit dem Neutralleiter verbunden ist. Deshalb lässt sich der Stromkreis bei diesem Netz auch immer über die Erde schließen anstatt über den Neutralleiter. Die Größe des Widerstandes ist nahezu gleich.

„… wieso überhaupt mit dem Boden, der ist doch nicht stark positiv geladen oder sowas?“ 

Elektrische Ladungen spielen hier überhaupt keine Rolle. Es geht nur um die Schließung eines Stromkreises!

Der Vogel auf der Freileitung könnte bei hinreichender Beinspreizung mit einem Fuß den Außenleiter berühren und mit dem anderen Fuß den Neutralleiter, um einen Stromkreis über den eigenen Körper zu schließen („Körperstrom“), mit letalen Folgen. Weil nun aber hier der geerdete Nulleiter mit dem geerdeten Mast über die Erde verbunden ist („gleiches Potential“), tritt die gleiche Wirkung ein, wenn der Vogel den Außenleiter und gleichzeitig den Mast berührt.

Alles klar, oder noch Fragen dazu?

 

Könntest Du auch.

Sie sind nicht geerdet. Wenn große Raubvögel mit ihren Schwingen irgendwie an den Mast kommen, werden sie sofort gebraten.

Aber ohne Erdung passiert nichts.

Physikalisch ausgedrückt... Es entsteht kein Potentialunterschied.

Mario

Was möchtest Du wissen?