Wieso kann Mephisto Faust und Gretchen nichts anhaben?

3 Antworten

Aus „Faust 1“ kannst du Derartiges nicht erschließen. Zwar äußert Faust gegenüber der eingekerkerten Margarete seine Liebe („Liebchen, Liebchen!.... Du sollst leben! – Ich herze dich mit tausendfacher Glut…!“)

Doch das (wahnsinnig gewordene) Gretchen stößt ihn weg („Fass mich nicht so mörderisch an! – Heinrich, mir graut’s vor dir!“ (s. Schluss: die Kerkerszene)

Allerdings zeigt sich am Ende von „Faust 2“, in der „Apotheose“ (Verklärung) des Faust, wo die Engel Fausts Unsterbliches dem Mephisto wegnehmen und in die „höheren Sphären“ emportragen, dass Mephisto jede Macht über Faust verloren hat. Und dass Margarete und Faust während dieser „himmlischen Apotheose“ in Liebe innig miteinander verbunden sind, zeigt sich ganz am Schluss, als die Engel, Faustens Unsterbliches tragend, rufen:

„Gerettet ist das edle Glied der Geisterwelt vom Bösen: Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen! Und hat an ihm die Liebe gar von oben teilgenommen, begegnet ihm die selige Schar mit herzlichem Willkommen.“

Die Liebe von oben, das ist das Unsterbliche Gretchens, das Faust zusammen mit der ,Mater gloriosa‘, der Himmelskönigin, entgegenschwebt. Diese wird begleitet von drei biblisch-legendarischen Büßerinnen und eben von „Una Poenitentium“ („sonst Gretchen genannt“). Die Mater gloriosa fordert Gretchen auf, sich mit ihr zu höheren Sphären zu erheben. Faust bleibt vorerst zurück, doch: „Wenn er dich ahnet, folgt er nach“.

M.a.W.: Die Mater gloriosa hat Gretchen vergeben, einmal, weil die drei Büßerinnen für Gretchen um Verzeihung gebeten haben: „Gönn auch dieser guten Seele, die sich einmal nur vergessen, die nicht ahnte, dass sie fehle, dein Verzeihen angemessen.“

Und Gretchen bittet für sich selbst und für Fausts Seele: „Neige, neige, du Ohnegleiche… dein Antlitz gnädig meinem Glück! Der früh Geliebte… er kommt zurück.“

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

dankeschön für die hilfe :)

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Mephisto hat kein Mittel gegen die naive Unschuld Gretchens. Unter dem heilsamen Einfluss Gretchens wandelt sich Faust von dem reinen Sinnenwesen, von Mephisto gesteuert, zu einem mindestens teilweise innerlich und herzlich Liebenden, siehe "Wald und Höhle". Aber er bleibt gespalten; im weiteren Verlauf kommt es zum Betrug an der Mutter und dem Tod Valentins. Mephisto kann den beiden immer dann etwas anhaben, wenn sie egoistisch, rein lustorientiert und rücksichtslos handeln.

oh das macht sinn. danke!

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Ah, ich muss das irgendwann nochmal (zum 3. mal) lesen^^

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@Noidea333

Ja, ich greife auch immer wieder einmal danach. Ich kenne eine alte Dame, die "Faust I" fast ganz auswendig kann.

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Ich habe es 2x gelesen, weil es so cool war. Kann mich aber nicht an solche Stellen erinnern, weil ja eher das Gegenteil der Fall war...

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Ich weiß, dass fand ich auch. Aber die Frage ist Teil meiner Aufgaben und ich dachte ich hätte vielleicht etwas übersehen. Trotzdem danke!

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