Wieso kann man (computer)verursachte kurzsichtigkeit nicht mit Augentraining wegbekommen?

... komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Hallo Holy Child

Die Antwort kommt ziemlich spät, aber ich möchte auf den anderen zwei Antworten doch gerne noch etwas hinzufügen.

  1. Du hast durchaus Recht, Kurzsichtigkeit wird, wenn man eine genetische Prädisposition dazu hat, durch zuviel Naharbeit verursacht. Hierzu ein Artikel aus der Ärztezeitung (http://www.aerztezeitung.de/medizin/fachbereiche/sonstige_fachbereiche/umweltmedizin/article/354506/pc-ebnet-kurzsichtigkeit-weg.html)

  2. Den Prozess rückgängig machen könntest du durch zuviel "Weitsehen". Das ist bei unserem heutigen Lebensstil leider schwierig. Im obigen Artikel steht der Tipp mit der Lesebrille, und das funktioniert wirklich. Wenn du zum Lesen eine Lesebrille aufsetzt, die so stark ist, dass der Text leicht verschwommen ist, dann blickst du auch bei der Naharbeit in die Ferne und trainierst deine Augen. Wenn der Text nach ein paar Tagen oder Wochen leserlich ist, nimm eine stärkere Lesebrille (gibt's übrigens in jeder Drogerie für ein paar Euro).

Das geht natürlich nur, wenn du ohne Brille den Text klar sehen kannst. Wenn du mehr als -3 Dioptrien hast, nehme ich an, dass beim Lesen alles auch ohne Lesebrille verschwommen ist. Dann liest du ohne Sehhilfe. Am Besten auch deine reguläre Brille unterkorrigieren.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

a) dass Computernutzung Kurzsichtigkeit auslöst ist ein Gerücht. Es wird bestenfalls dadurch begünstigt.

b) Kurzsichtigkeit heißt, dass der Augapfel zu lang ist (meine ich, vielleicht auch zu kurz). Und die Länge vom Augapfel kann man nicht trainieren, die Krümmungsfähigkeit der Hornhaut vielleicht in Ansätzen. Was du trainieren kannst sind die Blickwinkel von den Augen, die haben aber mit Kurzsichtigkeit nix zu tun

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Myopie - Ursache

Es gibt zwei Formen der Achsenmyopie, die Myopia simplex (Schulmyopie) und die Myopia maligna (progressiva). Die Myopia simplex beginnt im Alter von ca. 10 Jahren und schreitet ab ca. dem 20. Lebensjahr nicht mehr fort. Bei der "normalen" Myopie ist das Auge zu lang im Verhältnis zum Brechwert des Auges. Diese ist bei der einfachen Myopie ein anatomisches Problem, ausgelöst durch den Wachstum des Körpers. Die Augenmuskeln haben keine Einfluss auf den Brechwert der Linse, sie bewegen das Augen. Die Brechwertänderung der Augenlinse erfolgt über den Akkommodationsmuskel (Ziliarkörper) und ist abhängig von der Verformbarkeit der Augenlinse, dies hängt wiederum mit dem Alter zusammen. Wenn sich der Brechwert des Auges sehr schnell verändert, dann liegt ein anderes Problem vor.

Die Myopia maligna (maligne oder exessive Myopie) schreitet dagegen unaufhaltsam fort, sie wird häufig rezessiv vererbt.

Die Ätiologie der Myopie ist noch immer unklar bzw. umstritten. Die familiäre Häufung lässt genetische Faktoren annehmen. Einige Chromosomenabschnitte sind lokalisiert worden, die Gene enthalten, die mit hoher Myopie korrelieren.

Auch ist noch immer nicht erklärbar, warum in den industrialisierten Nationen junge Menschen häufiger Myopie haben (Myopia simplex) als in den "Entwicklungsländern" bzw. weniger industriell entwickelten Ländern.

Wenn man ausgewachsen ist und sich die Myopiewerte stabilisiert haben, kann man hohe Myopien mit einer intraokularen Linse + Lasik korrigieren. Laser-Operationen sind grundsätzlich kritisch zu sehen bei hohen Fehlsichtigkeiten, es gibt Grenzen, wo dies nicht mehr gemacht wird von verantwortungsbewussten Augenärzten.

Die Sehschärfe, genauer der Visus, ist natürlich abhängig von den Refraktionswerten des Auges. Der Visus wird nicht verändert durch zu vieles Lesen in der Nähe bzw. durch Bildschirmarbeit. Wenn die Augen durch die Bildschirmarbeit brennen oder müde sind, subjektive und individuelle Empfindungen, auch asthenopische Beschwerden, hat dies andere Gründe. Dazu gehört schlechtes Klima im Raum, die Luft ist zu trocken und die Abgasproduktion durchs Rauchen. Ganz wichtig ist bei der Bildschirmarbeit die Blinzelhäufigkeit bzw. Frequenz. Es wird zu wenig geblinzelt und damit zu wenig Tränenflüssigkeit verteilt, das stört die Hornhaut und wegen der vielen Nerven in der Hornhaut reagiert sie empfindlich. Dies wurde nachgewiesen in einer Diplomarbeit an der Hochschule in Aalen.

Aus einer Myopie kann keine Hyperopie werden, dies ist nur möglich, wenn die natürliche Augenlinse entfernt wird und nicht durch eine künstliche Linse ersetzt wird.

Man kann mit einer speziellen Ernährung oder Augenübungen eine Fehlsichtigkeit nicht korrigieren, warum gibt es wohl Optiker und Brillen?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?