Wieso kann ein Chef seinen Mitarbeitern nicht einfach das Gehalt "schenken"?

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12 Antworten

Hallo,

eine Schenkung ist ein einseitiges Rechtsgeschäft, welches ohne Gegenleistung erbracht wird.

Wenn Deine Chefin Dir mehr Geld schenkt, dann hätte sie auch keinen Anspruch auf Arbeitsleistung von Dir. Wenn Du diese trotzdem erbringst ist in dem Fall davon auszugehen, dass ein entgeltliches Arbeitsverhältnis besteht und entsprechend das "geschenkte" Geld lediglich dazu diente Steuern und sozialversicherungsbeiträge zu sparen. Dies wäre dann Betrug und strafbar.

Also nicht moscheln ist gescheiter.

Schöne Grüße

PS: Wie sich der §1619 BGB hierauf auswirkt ist sicherlich in entsprechenden Urteilen und Kommentaren herauszufinden.

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Das kann er gerne tun, er muss es aber gleichwohl steuerlich als Arb-Lohn behandeln

Auch Schenkungen zählen zum Arbeitslohn,
s.§ 2 Lohnsteuerdurchführungsverordnung

§ 2 Arbeitslohn
(1) Arbeitslohn sind a l l e (!)  Einnahmen, die dem Arbeitnehmer aus dem Dienstverhältnis zufließen. Es ist unerheblich, unter welcher Bezeichnung oder in welcher Form die Einnahmen gewährt werden.
(2) Zum Arbeitslohn gehören auch ...

http://www.gesetze-im-internet.de/lstdv/BJNR701570949.html


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Google mal nach Schenkungssteuer.

Ferner ist es kein Geschenk, wenn es von einer Gegenleistung (Arbeitskraft) abhängt.

Ich denke auch Arbeitgeber würden die Auslagen für Mitarbeiter gerne steuermindernd als Betriebsausgaben berücksichtigt wissen.

Ich empfehle zur Lektüre auch mal den § 370 AO (Steuerhinterziehung). Bei Schwarzarbeit werden Zoll und die Sozialversicherung schnell hellhörig (Betrugsdelike §§ 263 ff StGB).

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Geld aus einem Unternehmen muss nachgewiesen werden was damit gemacht wird das kann man nicht einfach verschenken. Also müsste der Chef sich das Geld erstmal selbst als Gehalt auszahlen und auch Steuern zahlen. Würde also keinen unterschied machen (auser das der Chef durch das hohe Gehalt wohl noch mehr Steuern zahlen müsste als wenn er es dir auszahlt). Mal ganz davon abgesehen das dir dann das Geld in deiner Rente fehlt da du ja dann viel weniger einzahlst.

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Kommentar von zegui44
10.01.2016, 02:58

Es geht mir um folgendes: Ein Freund von mir verkauft online virtuelle Güter. Ich helfe ihm dabei, unter anderem in dem ich Käufer finde. Dafür bekomme ich 50% von allen Einnahmen.

Theoretisch könnte ich sagen ich helfe ihm einfach so weil er mein Freund ist, und er schenkt mir eben Geld, bzw. er gibt mir das Geld einfach so als "Dankeschön", aber es ist kein richtiger Lohn.

Er wohnt in Polen und ihn interessieren die Steuern nicht wirklich, dort drüben kommt es anscheinend sowieso nicht raus. 

Muss ich dafür denn Steuern bezahlen? Oder kann ich schlimmstenfalls auch sagen er schenkt es mir als "Gegenleistung", aber es ist eigentlich immer noch ein Geschenk (Gibt ja auch keinen Vertrag oder sonstiges, würde ihm auch sonst helfen wenn er mir nichts geben würde) und wenn dann halt doch irgendwann mal was ist, ist er derjenige der keine Steuern gezahlt hat und Probleme bekommt

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Weil alle Deine Einkünfte, die über bestimmten Grenzen liegen, steuerpflichtig sind. 

Und der Staat natürlich solche vermeindlichen Steuerschlupflöcher vermeiden will. Denn er will ja seine Steuern haben.

Und immer dran denken: Wenn alle die Steuern zahlen würden, die sie müssten, dann müssten wir alle weniger Steuern zahlen.

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Ganz zu schweigen von zich Gesetzen nennt man das Schwarzarbeit, da das Geld am Staat vorbei geschleust wird, obwohl die Person offenbar in einem Angestelltenverhältnis ist und das ist Verboten. Zum anderen reden wir über Krankenversicherung und Co. die nur mit einem vernünftigen Arbeitsvertrag laufen und am Ende ist jedes Geld das so verdient würde ja auch nicht zuträglich für die Rente. Wo kein offenkundig erfolgter Lohn, da kann man die Rente dann an einem Finger abzählen, sprich irgendwas ium den Sozialhilfesatz.Warum sollte der Staat auch zahlen, wenn man mit umgangenen Steuern nie in die Krankenkasse, Rentenkasse usw. eingezahlt hat?

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Da gibt es mehrere Gründe

(1) Auch Geschenke über einem gewissen Wert müssen versteuert werden.

(2) Am Gehalt hängen ja auch Ansprüche wie Krankengeld, Arbeitslosengeld und Rente. Wenn Du nun 60% deines Gehaltes "geschenkt" bekämest, dann würdest Du bei Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Rente nur 40% von dem bekmmen, was dir eigentlich zustände. Das ist übrigens etwas, was den meisten Leuten mit Wucht auf die Füsse fällt, die sich Teile ihres Lohnes schwarz bezahlen lassen.

(3) Es wäre schlicht und ergreifen illegal. Im Rahmen von Betriebsprüfungen und Lohnsteuer-Prüfungen wird sowas schon recht genau geprüft. Auf diese Weise würde dein Chef nämlich seine Anteile an den Sozialversicherungen einsparen. Geschenke an Mitarbeiter dürfen einen bestimmten Rahmen nicht überschreiten um gerade das zu verhindern. Wenn Dein Chef Dir etwas schenkt, wa einen bestimmten Wert überschreitet, musst Du das versteuern, inkl. Sozialversicherungsbeiträgen.

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Kommentar von zegui44
10.01.2016, 11:35

Es geht mir um folgendes: Ein Freund von mir verkauft online virtuelle Güter. Ich helfe ihm dabei, unter anderem in dem ich Käufer finde. Dafür bekomme ich 50% von allen Einnahmen.
Theoretisch könnte ich sagen ich helfe ihm einfach so weil er mein Freund ist, und er schenkt mir eben Geld, bzw. er gibt mir das Geld einfach so als "Dankeschön", aber es ist kein richtiger Lohn.
Er wohnt in Polen und ihn interessieren die Steuern nicht wirklich, dort drüben kommt es anscheinend sowieso nicht raus.
Muss ich dafür denn Steuern bezahlen? Oder kann ich schlimmstenfalls auch sagen er schenkt es mir als "Gegenleistung", aber es ist eigentlich immer noch ein Geschenk (Gibt ja auch keinen Vertrag oder sonstiges, würde ihm auch sonst helfen wenn er mir nichts geben würde) und wenn dann halt doch irgendwann mal was ist, ist er derjenige der keine Steuern gezahlt hat und Probleme bekommt

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Mal von allen gesetzlichen Hürden abgesehen:

Schenkungen sind keine anerkannten Betriebsausgaben - im Gegensatz zu Gehältern. Das, was er verschenkt, würde also wie sein eigener Gewinn behandelt und bei ihm versteuert.

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und wenn du krank wirst, bekommst du keinen Cent, weil du ja nicht krankenversichert bist. Wenn du gekündigt wirst, landest du auf der Strasse ohne Hartz4 weil ja keiner arbeitslosen versichert ist. u.s.w. Dann haben wir den selben Status wie in vielen anderen Ländern, die keine soziale Hängematte haben

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Kommentar von zegui44
10.01.2016, 11:36

Es geht mir um folgendes: Ein Freund von mir verkauft online virtuelle Güter. Ich helfe ihm dabei, unter anderem in dem ich Käufer finde. Dafür bekomme ich 50% von allen Einnahmen.
Theoretisch könnte ich sagen ich helfe ihm einfach so weil er mein Freund ist, und er schenkt mir eben Geld, bzw. er gibt mir das Geld einfach so als "Dankeschön", aber es ist kein richtiger Lohn.
Er wohnt in Polen und ihn interessieren die Steuern nicht wirklich, dort drüben kommt es anscheinend sowieso nicht raus.
Muss ich dafür denn Steuern bezahlen? Oder kann ich schlimmstenfalls auch sagen er schenkt es mir als "Gegenleistung", aber es ist eigentlich immer noch ein Geschenk (Gibt ja auch keinen Vertrag oder sonstiges, würde ihm auch sonst helfen wenn er mir nichts geben würde) und wenn dann halt doch irgendwann mal was ist, ist er derjenige der keine Steuern gezahlt hat und Probleme bekommt

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Kommentar von kevin1905
10.01.2016, 14:14

und wenn du krank wirst, bekommst du keinen Cent

Krankenversichert ist man immer. Aber hier gäbe es in der Tat keinen Anspruch auf Krankengeld und er würde angeschrieben werden selbst die Beiträge zu zahlen, wenn der Arbeitgeber nicht korrekt angemeldet hat.

Wenn du gekündigt wirst, landest du auf der Strasse ohne Hartz4 weil ja keiner arbeitslosen versichert ist. u.s.w.

Was hat Hartz IV damit zu tun ob jemand arbeitslosenversichert ist? Anspruch auf SGB II Leistungen hat jeder der arbeitsfähig (15+ Jahre alt bis 63) und bedürftig ist.

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Sieh die Sache auch mal andersherum (unabhängig von der Höhe der Schenkung - es geht hier nur um das Prinzip):

Wenn der Chef seine Mitarbeiter ordentlich bezahlt, dann sind das für ihn Betriebsausgaben. Diese mindern seinen Gewinn, und er muss deshalb weniger Steuern bezahlen. Dafür muss der Empfänger dieses Gehalt versteuern.

Wenn der Chef seinen Mitarbeitern das Geld schenken würde, so könnte er dies nicht als Betriebsausgabe geltend machen und müsste also mehr Steuern bezahlen. Dafür brauchte der Empfänger das Geld möglicherweise nicht zu versteuern. Was sich hier als steuerlicher Vorteil für den Beschenkten darstellen würde, wäre für den Chef ein Nachteil.

Jede Medaillie hat eben zwei Seiten - meist sieht jeder nur seine.

Darüber hinaus greifen dann auch noch die Punkte, auf die Andere schon hingewisen haben.

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hört sich großzügig an und wie ein gutes geschäft für beide- ist es aber nicht.

für ein geschenk bezahlt man keine sozialabgaben- das heisst: du bist nicht krankenversichert, du sammelst keine rentenansprüche an, du hast keinen urlaub.

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Kommentar von zegui44
10.01.2016, 11:35

Es geht mir um folgendes: Ein Freund von mir verkauft online virtuelle Güter. Ich helfe ihm dabei, unter anderem in dem ich Käufer finde. Dafür bekomme ich 50% von allen Einnahmen.
Theoretisch könnte ich sagen ich helfe ihm einfach so weil er mein Freund ist, und er schenkt mir eben Geld, bzw. er gibt mir das Geld einfach so als "Dankeschön", aber es ist kein richtiger Lohn.
Er wohnt in Polen und ihn interessieren die Steuern nicht wirklich, dort drüben kommt es anscheinend sowieso nicht raus.
Muss ich dafür denn Steuern bezahlen? Oder kann ich schlimmstenfalls auch sagen er schenkt es mir als "Gegenleistung", aber es ist eigentlich immer noch ein Geschenk (Gibt ja auch keinen Vertrag oder sonstiges, würde ihm auch sonst helfen wenn er mir nichts geben würde) und wenn dann halt doch irgendwann mal was ist, ist er derjenige der keine Steuern gezahlt hat und Probleme bekommt

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Was verkauft dein Freund?

..."online virtuelle Güter"?  Also irgendwelches Zeug das es garnicht gibt???

Hääää??? 

Und - er wohnt in Polen? Na bravo, wenn das dort Alle so machen, hat auch Polen bald griechische Verhältnisse...

Du schreibst du bist erst 15. Also setz dich auf deinen Hosenboden, sieh zu das du einen ordentlichen Abschluss hinlegst und einen Beruf lernst bei dem du mit reellen Dingen und Werten umgehen kannst.

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Kommentar von zegui44
10.01.2016, 14:30

Bin aufm Gymnasium, aber danke für den Tipp ;) 

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