Wieso kann die Wirtschaft ohne Schulden nicht funktionieren?

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3 Antworten

Natürlich kann die Wirtschaft ohne Schulden funktionieren. Aber es wäre eine Wirtschaft von Heiligen. Eine Wirtschaft von Menschen funktioniert meist nur, wenn auch Kredite möglich sind. Der eine hat eine tolle Produktionsidee, aber kein Geld. Der andere hat Geld übrig, aber keine Ideen. Tun sich beide zusammen und die neue Produktionsidee kann umgesetzt werden. Die Wirtschaft wächst. Der mit der Idee bekommt seinen Anteil und der das Geld zur Verfügung gestellt hat, bekommt auch was ab. Oder der eine bräuchte JETZT dringen ein Auto, hat aber nicht das Geld. Andere haben Geld zuviel und würden es gern mit Gewinn anlegen. Der eine kann sein Auto dann gegen Kredit dann jetzt kaufen, verpflichtet sich aber, in 5 Jahren das Geld zurückzuzahlen mit einem Aufschlag von 5% (was man Zins nennt). Kredite/Schulden machen Geschäfte im Zeitverlauf möglich, d.h. Produkt jetzt, zahlen später mit vereinbartem Aufschlag. Solange die Menschen zwar keine Engel sind, aber ehrlich und ihre Schulden vereinbarungsgemäß zurückzahlen, sind Schulden kein Problem. Ein Problem entsteht wie bei jedem unehrlichen Handel, wenn jemand  Rückzahlung verspricht und dann nicht leisten kann oder gar will. Dann ist das wie ein zeitversetzter Diebstahl. Das sollte aber die Ausnahme sein, solange die Politik nicht die Hände im Spiel hat - viele Politiker halten sich meistens nicht an ihre Versprechungen, weshalb man sie nicht mehr wählen sollte, es sei denn, es ist einem egal, weil nur andere geschädigt werden, und seien es die künftigen Generationen, die dann politische Schulden erben.

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Kommentar von Snanifo
14.04.2016, 11:59

Was die Politiker, die sich nicht an Versprechungen halten, mit den Krediten zu tun hat, vermag ich nicht so einfach nachzuvollziehen. 

Aber zum Thema: Wieso soll denn eine Wirtschaft nur funktionieren, wenn Kredite möglich sind? Dies ist eine Spezialität der Kapitalistischen Ökonomie, die dies über Geld möglich macht. Man kann ja zu Planwirtschaft denken, was man will, diese funktioniert anders, ohne Kredite. 

Solange die Menschen zwar keine Engel sind, aber ehrlich und ihre Schulden vereinbarungsgemäß zurückzahlen, sind Schulden kein Problem. Ein Problem entsteht wie bei jedem unehrlichen Handel, wenn jemand  Rückzahlung verspricht und dann nicht leisten kann oder gar will. Dann ist das wie ein zeitversetzter Diebstahl.

     

Aus deinen Ausführungen kann ich nicht recht ersehen, ob dies ein ökonomisches oder ein moralisches Problem ist. Ist der Handel mit Geld per se "unehrlich" oder meinst du nur, wenn nicht zurückgezahlt ist? Dann hast du unden beides da: "Rückzahlung ........nicht leisten kann oder gar will". Es gibt ja sicher Leute, die bescheißen wollen, aber das ist ja sicher nicht das Thema. Wann zahlt er denn nicht zurück? Doch wenn er das Geld nicht hat. Das kommt vor, wenn die mit seinem geliehenes Geld getätigte Investition z.B. in eine Produktion oder ein anderes Geschäft nicht das dazu nötige Resultat bringt oder, wenn er eine abhängige Beschäftigung hat, diese aber, verschuldet oder unverschuldet, verliert. 

Da es um die Ökonomie geht, sollte man sich auch darauf beschränken. Es gibt ja auch ökonomisch wesentliche Gründe, wieso ein Schuldner seine Raten nicht mehr bezahlen kann. 

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Wenn ihr es noch lernen sollt, warte doch ab, bis es euch beigebracht wird ...:-)

Oder wird das abgefragt, bevor ihr es gelernt habt ? Das wäre tatsächlich gemein !

Eine Wirtschaft die als reinee Tauschwirtschaft ( =Geldlos ) und ohne Vorleistung organisiert wäre, käme ohne Schulden aus. Unter diesen Prämissen ist eine moderne, leistungsstarke Wirtschaft wie wir sie kennen, nicht denkbar.

In dem Moment wo ich Geld habe, habe ich immer Schuld, da Geld immer nur ein Anspruch ist und sein kann.

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Das Problem ist nicht, ob sie, die kapitalistische Wirtschaft ohne Schulden nicht funktionieren kann, sondern warum und wie sie das macht. 

Den ersten Teil mit dem temporär "übrigen" Geld wurde von Berkersheim beschrieben. Die Wirtschaft macht sich mit Hilfe der Kredite frei von den Beschränkungen, die eine Wirtschaft nur bezogen auf eigene rückfließenden Gelder hätte. Die entsprechende Institutionen dafür sind die Banken, die das temporär "übrige" Geld der Gesellschaft einsammeln. 

Es gibt aber noch eine zweite Entschränkung. Und zwar kann eine Bank nicht nur das eingelegte Geld verleihen, sondern das Vielfache dieser Summe. Wie macht sie das, ohne zu betrügen? Auch sie kann ja nicht aus einer bestimmten Summe mehr Geld machen. Früher hat sie das gemacht, da hat sie ihre eigenen Banknoten herausgegeben, brauchte aber das Vertrauen der Leute in diese Zettel oder das Urteil des Gerichtes über die Gültigkeit dieser Bank-Noten. Heute garantiert der Staat die Gültigkeit der Banknoten. Über die die staatliche Notenbank - in der BRD die deutsche Bundesbank oder europaweit die Europäische Zentralbank - werden geschöpfte, also durch keine wirklichen Gelder gedeckte Banknoten bzw. Kredite an die Banken gegeben. Diese übereignen als Sicherheit Schuldtitel, also Kreditvertrage, die noch nicht zurückgezahlt sind, aber doch sicher erscheinen. So kann eine Bank das eingelegte übrige Geld mehrfach verleihen. 

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