Wieso ist Sterzing so wenig italienisch, obwohl im Internet überall steht, dass es eine italienische Stadt sei?

8 Antworten

Meine Güte. Du solltest doch wirklich wissen, dass Südtirol vorwiegend (früher sogar GANZ) deutschsprachig ist. Gerade Sterzing, nur wenige Kilometer hinter der Grenze zu Österreich, ist überhaupt nicht italienisch gesprägt (auch wenn man selbstverständlich auch dort Pizza und Vitello Tonnato bekommen kann. Südtieol kam nach dem 1. Weltkrieg zu Italien, und die damalige italienische Regierung versuchte, Südtirol - aber ohne Erfolg - zu "italienisieren". Heutzutage ist Südtirol (Alto Adige) offiziell zweisprachig, doch außerhalb von BOZEN ist Deutsch nach wie vor die wichtigste Sprache. Wenn Du in dieser Region eine echt italienische Stadt besuchen willst, musst Du entweder z.B. nach Cortina d'Ampezzo oder zum Gardasee, mindestens aber bis Trient (Trento).

Bozen ist auch heute noch keine "typisch italienische" Stadt. Zumindest äußerlich ist Bozen nach wie vor österreichisch geprägt.

Hattest Du wirklich "hinter dem Brenner" waschechtes" Italien so wie Rom oder San Remo erwartet? Südtiroler haben meist wenig für Mailänder oder Turiner Fußballclubs übrig.

P.S. Mailand ist ein völlig irreführender Name für die Stadt MILANO, die weder ein "Land" ist, noch jemals eine deutsche Stadt war.

4

Sterzing ist deswegen so wenig italienisch, weil es keine italienische Stadt ist, sondern eine Tiroler Stadt innerhalb des italienischen Staatsgebietes. Der italienische Name von Sterzing, nämlich Vipiteno, wurde vom faschistischen Senator Tolomei erfunden und vom faschistischen Regime zum allein gültigen erklärt. Erst seit 1946 darf wieder der historische Name Sterzing verwendet werden. Der historische italienische Name lautet übrigens Sterzen, aber das war den Faschisten nicht italienisch genug. Wer eine wirklich italienische Stadt erleben will, muss auf der Brennerroute mindestens bis Verona reisen. Der in Sterzing gesprochene Dialekt, das Wipptalerische, hat übrigens mit dem alemannischen Schwitzerdütsch nichts zu tun, sondern ist eine Variante des Südbairischen. Dieser Dialekt wird im gesamten Wipptal gesprochen, das sich von Franzensfeste in Südtirol bis südlich von Innsbruck in Nordtirol erstreckt, also die Grenze überschreitet. Das Wipptal war ja immer eine Einheit und ist erst 1919, so wie ganz Tirol, geteilt worden.

In Italien gibt es übrigens viele Städte, die nicht "italienisch" sind. In Aosta/Aoste spricht man Französisch, in mehreren Orten in der Region Aosta auch Walserdeutsch (eine alemannische Mundart), in Friaul in vielen Gemeinden Slowenisch oder Furlanisch (eine rätoromanische Sprache), in Südtirol und in Welschtirol auch Ladinisch, in Welschtirol sowie in Venetien auch Zimbrisch (ein altbairischer Dialekte), in Süditalien in vielen Gemeinden Albanisch oder Griechisch, auf Sardinien Sardisch, in der sardischen Stadt Alghero aber Katalanisch.

Es lohnt sich, dorthin zu fahren und diese Verschiedenheiten kennen zu lernen.

Deiner Erklärung zur Namensherkunft kannt ich nur teilweise zustimmen: Vipiteno leitet sich vom lateinischen Vipitenum ab, da es hier (ja bin tatsächlich Sterzinger) bereits zu Römerzeiten eine größere Siedlung gab. Ist also kein frei erfundener Name :-)

1
@erosjay

"Vipiteno" leitet sich selbstverständlich vom lateinischen Vipitenum ab, das ja auch dem gesamten Wipptal den Namen gegeben hat. Allerdings war Vipitenum nicht eine größere Siedlung, sondern eine kleine Militärstation, die sich nicht im Gebiet des heutigen Sterzing befand. Den Namen auf Sterzing zu übertragen, war daher eine Fälschung, zumal Sterzing damals ja bereits eine italienische Bezeichnung (Sterzen) hatte.

0

Da hättest Du Dich vorher mit dem Thema Südtirol beschäftigen müssen.

Südtirol ist ein Teil Tirols und würde nach dem 1.Wk von Österreich abgetrennt und Italien zugeschlagen. Die Historie und die Kultur ist aber typisch alpenländisch-tirolerisch und die Leute sind deutschsprachig tirolerisch geblieben. Je weiter Du in Südtirolnach Süden kommst ums italienerischer werden die Orte. Aber auch die großen Städte wie Bozen und Meran - wo jetzt schon recht viele Italiener zugezogen sind(und schon in xter Generation) sind noch sehr stark tirolerisch geprägt. Somit irrt da dein Bekannter - aber ja, ein wenig italienischer ist Bozen schon.

Mit dem Namen irrst Du: Mailand heißt in italienisch MILANO.

Auch im Elasaß irrst Du: alle elsässischen Orte sind typisch elsässisch und wenig französich, alle haben sowohl elsässische (deutsche) als auch französische Namen. Und Straßburg (Strasboug) ist weiterhin sehr elsässisch und kaum französisch geprägt (zumindest die Innenstadt).

Letzeres stimmt leider gar nicht. Straßburg ist mittlerweile eine durch und durch französische Stadt, in der kaum noch jemand Deutsch spricht. Das Elsass war übrigens, selbst als es zum Deutschen Reich gehörte, NIEMALS wirklich deutsch geprägt. Die Elsässer waren auch damals stets halb französisch, halb deutsch. Richtig aber ist, dass elsässiche Städte und Dörfer wenig "französisch", sodnern eher süddeutsch oder schweizerisch-alemannisch aussehen.

2
@Bswss

Ich war alleine in den letzten drei Jahren 8 mal im Elsass, kann also durchaus behaupten, etwas Ahnung von dem Thema zu haben. Elsass habe ich als eine Art besonderen Teil von Frankreich, aber garantiert als Frankreich empfunden. Klar, Fachwerkhäuser sind nicht unbedingt typisch für ganz Frankreich und einige Sehenswürdigkeiten sind von deutschen Architekten erbaut worden. Dennoch ist vieles typisch französisch. Es gibt Bistros und die typischen Croissant-Bäckereien, die Menschen mit denen ich zu tun hatte sprachen alle entweder nur gebrochenes Deutsch oder gar keines. Einen Deutschen Muttersprachler habe ich nicht angetroffen. Auch sind die Städte dort viel weiträumiger, auch die Landschaft ist so, die Felder sind viel großflächiger als in Deutschland. In den größeren Städten spricht niemand auf der Straße deutsch, außer deutschsprachigen Touris. Während der Fußball-WM hingen überall Frankreichflaggen rum und immer wieder habe ich Elsäßer mit Paris SG Kleidung oder Fanartikeln gesehen.

1
@IngbertVogt

Auch fällt im Elsass auf, dass dort viel weniger Opel und VW und viel mehr Peugeot, Renault und Citroën rumfahren als in Deutschland. Auch typisch ist, dass man dort der Natur mehr Raum lässt und sie einfach mal freier walten lässt, was in Deutschland leider ganz anders ist, da werden Biotope immer gleich als störend empfunden und weggemacht.

1
@Bswss

Deshalb habe ich auch bewußt niecht deutsch, sondern immer elsässisch geschrieben.

Ich war letztens in Straßburg und da haben die meisten mt denen ich gesprochen habe auch Deutsch gesprochen. Aber mir fällt es nicht ganz so auf, da ich im Elsaß immer französisch spreche. Die Elsässer (auch die die muttersprachlich elsässisch reden) mögen es nicht, wenn man sie direkt mit Deutsch anspricht. Sie haben so eine starke Abneigung dagegen, dass die Deutschen sie direkt als Deutsche vereinnahmen.

1
@Bswss

ja, es richtete sich auch nicht gegen dich sondern sollte deine Aussage bestätigen.

0

Warum spricht man in Südtirol Deutschund Italienisch und spricht man ganz im Süden geschlossen Italienisch?

Das Land Tirol war ja mal ein land und gehörte zu Österreich und erstreckte sich über die ganze breite der Alpen von Kufstein bis zum Gardasee. Und es war schon immer Deutsch und Italienisch zweisprachig. zb in Nordtirol dem Land von Östereich bei Kufstein und Innsbruck spricht man deutsch und auch in Südtirol im Gebiet um Meran, Bozen, Brixen, Sterzing sprach man deutsch aber heute spricht man auch dort Italienisch , weil viele Italiener dort angesiedelt wurden.

Aber ganz im Süden von Tirol in dem Gebiet das nennt man Trentino also da bei Trento, Rovereto, Riva del Garda wenn das jemand kennt sprach man schon immer geschlosen Italienisch. Also da gibt es kein Deutsch mehr. Also der ganz südlichste Teil von Tirol war schon immer Italienisch darum nennt man das Trentino auch Italienisch Tirol oder Welschtirol also welsch heißt nicht mehr deutsch sondern fremdsprachig. Also wenn man nach Bozen noch weiter fährt nach Süden kommt man ja nach Trento und Rovereto sowie nach Ala und Borghetto und da spricht man eben geschlossen Italiensich und gibt kein Deutsch mehr.

Also Südtirol und Trentino sind zwei Gebiete wo die Deutsch Italienische Sprachgrenze verläuft. Und die deutschsprachigen Südtiroler wollten bei Östereich bleiben aber die italienischsprachigen Trentiner wollten natürlich zu Italien. Also und darum gibt es dort diesen Konflikt. Also Tirol war im Norden deutsch aber im unteren Süden schon immer italiensich. zb wenn man vergleicht zwischen Innsbruck und Trento, Rovereto sieht man den Unterschied und am Gardasee gibt es sogar Palmen und an der Etsch Wein und Obst und es ist dutlich milder und die Städte sind auch schon venezianisch und man ist dort unten im Trentino wirklich schon in Italien.

weil zb im Süden der Schweiz und im Süden von Frankreich spricht man ja auch schon Italiensich :) Warum gibnt es darum also Probleme in Tirol ?

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?