Wieso ist Sokrates ein Leitbild und wieso nicht?

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1 Antwort

In den Zeiten der Aufklärung wurde die sokratische Methode der Dialogführung zum Modell für das nicht direktive Verfahren der Unterweisung. Davor gab es fast nur die direkte Unterweisung, bei der der Schüler mit den "Tatsachen" des zu unterrichtenden Sachverhaltes vertraut gemacht wurde, diese dann zu lernen hatte und schließlich entweder abgefragt wurde oder in der Lebenspraxis beweisen musste, dass er das Gelernte auch beherrschte.

Bei Sokrates wird (im Idealfall) der Lernende mit der Problematik so konfrontiert, dass er sich selbst zu den möglichen Lösungen vorarbeitet. Er gewinnt dann das Gefühl, die Erkenntnis selbst gefunden zu haben und muss sich weit weniger der Macht des Lehrenden unterwerfen, was die Aufnahme von Wissen ganz bedeutend unterstützt. 

Dass Sokrates auch inhaltlich zu vielen moralischen, staatspolitischen und zu "psychologischen" Themen so Stellung bezogen hat, dass man diese Aussagen auch heute noch für relevant hält, machen seine bleibende Bedeutung zusätzlich aus.

Kein Leitbild bietet Sokrates jedoch bezüglich seines elitären Auftretens. So schätzte er Sklaven sehr gering und hatte auch erhebliche Vorbehalte gegenüber Frauen. 

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