Wieso ist Russland ein so flächenmäßig großes Land?

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4 Antworten

Weil Russland wie auch andere europaeischen Laender die Kolonisierung mitgemacht hat aber teilweise wegen der geografischen Lage aber auch generell eine schlauere Kolonialpolitik gemacht hat.

  1. Man hat angrenzende Gebiete kolonisiert in Sibirien und Fernost.
  2. Man hat die einheimische Bevoelkerung nicht ausgerottet oder versklavt, sondern gleichberechtigt aufgenommen. Natuerlich nach teilweise Kaempfen mit vorherigen Machthabern, die aber groesstenteils danach einfach in den russischen Adel aufgenommen wurden und praktisch nur dem russischen Zaren die Treue schwoeren mussten ohne ihre sonstigen Privilegien zu verlieren.
  3. Die Kulturpolitik in den Gebieten war recht mild. Es reisten zwar immer mehr Russen in die Gebiete zu aber sie waren eh duenn besiedelt also gab es keinen Platz oder Ressourcenmangel deswegen eher umgekehrt. Sibirien musste erst erschlossen werden. Man hat nie die Kulturen und Sprachen der indigenen Voelker bedraengt. Sie haben sie bis heute behalten und leben sie aus. Es gab natuerlich Versuche der Missionierung durch orthodox Priester, diese waren aber nicht sonderlich militant und fruchteten nur bei einem Teil der neuaufgenommenen Voelker. Die GEbiete, die traditionell schon zu den grossen Religionen wie Islam oder Buddhismus konvertierten behielten es auch bei.

Das fuehrte zur Entstehung eines Koloniealreiches mit einem voellig anderem VErstaendnis als z.B. im britischen Empire. Kolonien waren Teil von Russland, keine Kolonien. Die indigene Bevoelkerung lebte ihr Leben weiter. Deswegen brach das Reich auch nicht auseinander wie die anderen Kolonialreiche.

Ich kann auch nur vermuten, und ich vermute, dass es mit der Zeit der Staatenentstehung zu tun hat. Als sich die ersten Stämme zu geschlossenen Gebieten zusammenschlossen, waren das in Russland eben zufälligerweise recht viele. Und einem Stamm gehörte eben soviel Land, wie rundherum unbesiedelt lag. In der recht dünn besiedelten russischen Tundra waren das eben so wenig Stämme, dass ein Bündnis mit ihnen dem Staat, dem Stämmebund oder wie auch immer gleich viele Hundert Quadratkilometer bescherte.

Wie könnte ein so dünn besiedeltes Gebiet wie Sibirien sich dagegen wehren, von den Russen koloniaisiert zu werden? Zudem liegen alle Gebiete Russlands direkt an den Grenzen von Russland. Russland hatte also immer direkten Zugriff auf die kolonialisieren Gebiete. Im Gegensatz zu Frankreich und England. Da war alles in Übersee. Außerdem sind und waren Frankreich und England schon im 19. Jahrhundert Demokratien. Während Russland schon immer ein diktatorischer Staat war und ist. Das heisst: sie können Gewalt anwenden, wie sie wollen. Und niemand kümmert sich drum. Auch heute noch. Das sind die 3 jungen Band-Frauen, die jetzt ins Gefängnis deportiert werden. Genau wie im Kommunismus. Es hat sich nichts verändert. Dasselbe gilt übrigens für China.

Da gibt es dochh wohl nur eine Antwort, wegen der Grenzen. Oder?

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