Wieso ist Mord falsch?

23 Antworten

Deine Frage ist interressant, wenngleich auch nach Brutalität klingend. Aber dies ist nun einmal leider ein Bestandteil unseres Lebens...

Du hast im Grunde genommen schon selbst Dir eine ethische Antwort gegeben gehabt: So wie Du nicht einem Mord zum Opfer fallen möchtest, möchte dies der andere ebenso nicht....

Jedoch stellst Du diese Frage aus philosophisch-religiöser Sicht, weniger aus moralischer Sicht...

Mord ist eine Tat, welche dem Leben abtrünnig ist, denn Leben ist Fortschritt, Evolution, Entwicklung...

und dazu ist jedes Puzzleteil ein wichtiger Bestandteil des Gesamtbildes, sprich

jeder Mensch ist das Puzzleteil im Gesamtbild 'Leben', doch dazu muss sich dieser entwickeln und reifen können, wie es ihm vorgesehen ist, um dem Gesamtbild überhaupt (sein) Leben einhauchen zu können. Mit einem Mord an diesem und erst recht mit einem Massenmord reißt man ein / mehrere Puzzleteil / e aus der momentanen Gesamtentwicklung des Lebens heraus...

Jeder Mensch ist zum gegebenen Zeitpunkt ein Baum im Regenwald des Lebens...

und die Auswirkungen der brutalen Rodung des Regenwaldes dürften ja auch Dir bekannt sein...

Aus spiritueller Sicht ist jedes Seelenwesen hier auf Erden, um gewisse Lernaufgaben und Lernprozesse zu bewältigen wie auch karmische Beziehungen aufzulösen. Dazu hat er eine gewisse Zeit auf Erden, dies umsetzen zu können. Mit einem nicht im karmischen Prozess vorgesehen Mord entreißt man diesem Wesen die Möglichkeit, all seine Aufgaben erledigen zu können und zu dürfen...

Kurzum: Mord ist deshalb schon falsch, weil man damit einem jeden Menschen das Recht zur freien Entwicklung und Entfaltung nimmt und dessen mögliche geistige Reifung nicht gewährt, womit auch die Option genommen wird, sein Umfeld positiv beeinflussen zu können und somit zu einem möglicherweise positiveren Bewusstsein beizutragen...

denn vergiß bitte eines nicht: Alles ist mit Allem verbunden....

Gruß Fantho

Diese Art zu denken ist aus meiner Sicht einfach menschenverachtend.

Der Mensch will in der Regel nicht sterben. Wenn er sterben will, dann bestimmt er in der Regel den Zeitpunkt seines Todes selbst (durch Selbsttötung).

Ein Mord nimmt ihm die Freiheit zu leben und über seinen Tod zu entscheiden.

Dann womöglich die Begründung anzuführen "Wenn der Geschädigte weg ist, gibt es auch keinen Schaden" - ist für mich moralisch absolut nicht vertretbar und daher auch indiskutabel.

Ich sage nicht, dass ich anderer Ansicht bin. Ich will nur eine Begründung. 

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@Hqdes

Mir reicht mein moralisches Empfinden völlig aus. Dafür benötige ich keine rationale Rechtfertigung.

Wenn ich einen Menschen liebe, dann ist mir egal, ob es dabei streng wissenschaftlich nur um ein paar Hormone und den Sexualtrieb geht - es entspricht einfach meiner Empfindung, diesen Menschen zu lieben.

Das hat für mich einfach etwas mit Empathie zu tun.

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@Enzylexikon

Genau diese Empathie kann ich nicht haben wenn ich keine Begründung dafür habe. 

Wenn keiner leidet, wieso sollte man Mitleid haben? 

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@Enzylexikon

Alleine schon das Wort - Mitleid - Man leidet MIT.

Wenn keiner leidet, mit wem leidet man dann? 

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@Hqdes

Mit dem Begriff "Mitleid" kann ich auch nichts anfangen, ich spreche deshalb lieber von "Mitgefühl"

Ich fühle beispielsweise, dass diese Person davor Angst hat zu sterben. Sie möchte es nicht. Ich habe also Mitgefühl und töte sie nicht.

Ich bin schließlich kein Soziopath.

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@Enzylexikon

Wenn sie schläft und ich sie im Schlaf schmerzlos töte, wo ist die Angst? 

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@Hqdes

Man geht einfach davon aus, dass diese Person den Wunsch hat, friedlich leben zu können. Das ist eine Art empathische Projektion.

Der Mensch kann in hohem Maße abstrakt denken, er projiziert ja womöglich sogar noch Empfindungen auf eine völlig fremde Person

"Sie sieht aus wie meine Mutter...ich kann sie nicht erschießen".

Du kannst hier noch so sehr graben, ich sehe keinen Grund, meine Ablehnung des Tötens rational rechtfertigen zu müssen.

Ich lehne es ab, weil es meinen Überzeugungen und meinem Mitgefühl widerspricht. Mehr braucht es für mich nicht.

Wer kein Mitgefühl empfinden kann, ist soziopathisch veranlagt und einem solchen Menschen könnte man das auch nicht plausibel machen.

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Warum ist es unmoralisch, Enzylexikon, über diese Frage nachzudenken?
ich finde es gut mal zu überdenken, warum wir Sachen so tun, wie wir sie
tun? Ich glaube viele haben einfach Angst dass wenn man sich solche
Fragen stellt, man beim falschen Resultat rauskommt. Das kann aber nicht
passieren, denn der Mensch hat ein Gewissen, welches der Grund ist
warum wir (die meisten von uns) solche Dinge nicht tun.

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@kalippo314

Warum ist unmoralisch, über diese Frage nachzudenken?

Ich habe gesagt, dass ich diese Überlegung menschenverachtend finde.

Das liegt ganz einfach daran, weil die gewaltsame Tötung aus meiner Sicht gegen das Recht auf Leben, die Würde und das Selbstbestimmungsrecht des Menschen verstößt.

Diese Frage entspricht für mich der Suche nach einer rationalen Rechtfertigung (selbst wenn im konkreten Fall kein echter Tatvorsatz vorliegt) und von solchen Gedankenspielen distanziere ich mich.

Dieses moralische Niveau ist mir einfach zu niedrig.

Es könnte auch die Frage aufkommen "Wie bringt man möglichst viel Menschen möglichst effizient um..."

Ebenfalls indiskutabel für mich.

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@Enzylexikon

Ich finde Gedankenspiele weder gefährlich noch unmoralisch. Wo kämen wir hin, wenn wir Gedanken verbieten würden? Ich finde diese Frage durchaus philosophisch.

Ich glaube dein Problem, Enzylexikon, ist, dass du nicht in den Menschen vertraust.

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@kalippo314

Ich bin generell kein Freund von bloßer intellektueller Spielerei und Gehirngymnastik.

Ich gehe bei solch moralisch zweifelhaften Fragen erst einmal davon aus, dass ein Fragesteller einen persönlichen Grund für die Frage hat (etwa eine Krise) und sich etwas geistig sortieren will - auch wenn er es zunächst nicht zugibt.

Wenn aber eine ausschließlich intellektuelle Motivation vorliegt, dann sind weitere Antworten für mich Zeitverschwendung.

Mein "Problem" wie du es nennst, liegt einfach darin, dass ich aus meiner Sicht moralisch fragwürdige Dinge nicht diskutiere. Es ist dann weder konstruktiv noch lösungsorientiert.

Es mag Menschen geben, die denken um des Denkens willen und reden um des Redens willen - mir ist für beides meine Zeit zu schade.

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Du betreitest eine Existenz Gottes. Ok, dagegen ist nichts zu sagen.

Aber dann spielst du dich selbst zum Gott auf und willst beurteilen, ob Leben an sich Sinn hat oder nicht.

Was gibt dir die gottähnliche Autorität, für andere zu bestimmen, ob das Leben an sich sinnvoll ist oder nicht? Ob es einen Unterschied macht, ob jemand ein Leben gelebt hat oder nicht?

Du spielst dich mit deinen Fragen gerade als Herr über Leben und Tod auf und bedenkst nicht, dass dein Horizont vielleicht nicht mal ein Fliegendreck groß ist verglichen zu dem Erkenntnishorizont, der für Erwägungen dieser Fragen überhaupt als Minimum notwendig ist.

Falsch. Es geht nicht um ihr Leben, das ist der Punkt.

Angenommen man will eine Ölpipeline durch Afrika bauen, ein Dorf ist im weg, sie weigern sich zu gehen, man tötet alle.

Wieso genau ist das - abgesehen von Gesetzen her - falsch? 

Immerhin ist keiner zu Schaden gekommen. 

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@Hqdes

"Immerhin ist keiner zu Schaden gekommen. "

Äh, what?? Du tötest andere, aber es ist niemand zu schaden gekommen? WTF?

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@Hqdes

Eben, du willst selbst eine Art Herrgott spielen, nur darum kannst du behaupten "falsch".

Was gibt dir so viel Sicherheit in deiner (primitiven?) Überzeugung, jemand der ein Leben, das er hätte leben können, NICHT gelebt hat, hätte keinen Schäden?

Und was gibt dir die (priminitve?) Überzeugung, die gesamte Menschheit hätte keinen Schaden dadurch erlitten, dass bestimmte, unbekannte Menschen bestimmte Taten nicht getan haben und bestimmte Gedanken nicht gedacht haben?

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@Hqdes

All jene, die getötet wurden, kamen zu Schaden. Ihnen wurde der Teil ihres Lebens geraubt, den sie noch gehabt hätten, wenn man sie hätte leben lassen.

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@MrCrow667

Genau das ist der Punkt. Sie ist dann eh weg, also wieso sollte es sie kümmern? Wer nicht lebt kann auch nicht traurig/sauer sein. 

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@HellasPlanitia

Genau das ist der Punkt. Sie ist dann eh weg, also wieso sollte es sie kümmern? Wer nicht lebt kann auch nicht traurig/sauer sein.

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@landregen

Wieso muss ich Gott spielen um jemanden zu töten? 

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@Hqdes

Du nimmst aber anderen ihr Leben. Du bist dann der Böse. Wie würdest du denken, wenn ich deine Freunde und deine Familie auslösche, hm? Würdest du dann auch noch so denken? 

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@MrCrow667

Wieso bin ich dann böse?

Außerdem ist ja genau das der Punkt - Ich habe gesagt man löscht alle Angehörigen auch aus. Bzw. das ganze Dorf, das keinen Kontakt zur Außenwelt hat. 

Wenn ich noch lebe und du meine Freunde/Familie tötest ist es eine andere Situation. Du müsstest mich auch töten. 

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@Hqdes

Ich möchte in meinem Leben viele Dinge noch erleben und ausprobieren. Wenn du mich jetzt tötest, so nimmst du mir die Chance, zumindest einige meiner Träume zu erfüllen. Die Gesamtmenge meiner Erfahrungen, Erlebnisse, Gedanken und Gefühle macht mich aus, und ich entwickle mich weiter, indem ich weitere Erfahrungen mache. Ermordest du mich, so nimmst du mir das, was ich mal erlebt hätte und geworden wäre, weg, und der Welt raubst du alle Veränderungen, die ich bewirkt hätte.

Was, wenn ich im Laufe meines Lebens einen Impfstoff gegen das HI-Virus entwickeln würde? Wäre es dann auch kein Schaden, dass ich umgebracht wurde, bevor ich das geschafft habe?

Ausserdem: Wäre es dir egal, wenn dein Leben heute Abend gewaltsam beendet würde? Kannst du mit voller Überzeugung sagen, dass dich das nicht stören würde? Dass es dir komplett egal wäre, ob du weiterlebst oder nicht? Und ich meine nicht nach dem Tod, ich meine jetzt, im bewussten Zustand.

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@Hqdes

Nö, müsste ich nicht. Ich kann dich auch einfach leiden lassen. 

Um es mit den Worten Rammsteins zu sagen: "Ich tue dir weh, tut mir nicht leid!". ^^

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@MrCrow667

Genau das ist aber der Punkt - Bei meinem Beispiel leidet keiner. Also wieso ist es trotzdem falsch? 

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@HellasPlanitia

gewaltsam? Ich habe von einem schmerzlosen Mord geredet.
Mir selber ist es komplett egal ob ich lebe oder nicht. Wäre nur blöd für meine Familie/Freunde. 

Das Argument mit dem Impfstoff ist das bisher einzig teilweise gute Argument, dass ich gehört habe.

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@Hqdes

Dann schmerzlos. In der Frage steht davon nichts, die Kommentare hab ich nicht alle gelesen. Es gibt also nichts, von dem du sagst, dass du es gerne (nochmal) erleben möchtest? Nichts, das dich auf dieser Welt hält? Masst du dir an, zu glauben, dass das allen so geht? Ich kann von mir auf jeden Fall klar sagen, dass ich leben will. Entschliesst du dich, mich zu töten, so missachtest du meinen Willen und zwingst mir deine Handlungen auf.

Das mit dem Impfstoff kann man auch verallgemeinern. Jeder Mensch bewirkt irgendetwas in seinem Leben, sei es in seinem sozialen Umfeld, in seiner Umwelt, durch seine Nachkommen, durch seine konkreten Taten oder wie auch immer. Jede Aktion ist in dem Moment, in dem sie passiert, wichtig oder kann irgendwann noch wichtig werden. Du kannst nie sagen, dass kein Schaden angerichtet wurde, weil du nie vollständige Informationen darüber haben wirst, was alles passieren würde, wenn du diese Person (oder das Dorf oder was auch immer) nicht ermordet hättest.

Und noch was, wenn du unbedingt berechnende Argumente haben willst: Jeder Mensch ist anders. Keiner lässt sich komplett durch einen anderen ersetzen, denn keine zwei Menschen sind komplett gleich, nicht einmal eineiige Zwillinge. Die Lebenszeit jedes Menschen ist begrenzt und wir haben keine vertrauenswürdigen Hinweise auf eine wie auch immer geartete Wiedergeburt als derselbe Mensch. Bemisst du also den Wert einer Sache in ihrer Seltenheit, so ist jede Sekunde des Lebens jedes Menschen extrem wertvoll, denn es gibt diesen Menschen nur einmal im gesamten Universum, und durch seinen Tod ist dieses Leben unwiderbringlich verloren. Durch den Mord zerstörst du etwas, das es nur ein einziges Mal überhaupt gab und niemals wieder geben wird. Findest du immer noch, dass du damit  keinen Schaden anrichtest?

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