Wieso ist es so negativ behaftet, wenn jemand die private Haftpflichtversicherung oft in Anspruch nimmt?

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10 Antworten

Hallo,

grundsätzlich ist es natürlich vollkommen in Ordnung, während des Bestehens einer Versicherung - hier einer Haftpflichtpflichtversicherung - diese bei einem Schaden auch in Anspruch zu nehmen.

Jedoch kalkuliert der Versicherer seine Beiträge auf der Basis statistischer Wahrscheinlichkeiten. Er geht also davon aus, dass pro Versicherungsnehmer im Zeitraum x maximal y Schäden mit einer Höhe von z anfallen.

Wenn nun ein Versicherungsnehmer aufgrund einer erhöhten Schadenanzahl aus diesem statistischen Mittel herausragt, prüft der Versicherer, ob der Vertrag für ihn noch wirtschaftlich auskömmlich verläuft. Ist das Ergebnis negativ und gibt es auch sonst keine Argumente, die für eine Vertragsfortsetzung sprechen, kündigt der Versicherer.

Fazit: der Versicherungsnehmer erhält gegen Zahlung seiner Beiträge selbstverständlich den vereinbarten Versicherungsschutz. Mitnichten ist damit aber das Recht auf unbegrenzte Fortführung des Vertrages bei auffällig hohem Schadenaufwand verbunden.

Viele Grüße

Loroth

(P.S.: Übrigens bezahlt man seine Beiträge in erster Linie auch nicht für die Leistungen, sondern für den Schutz. Ein Bodyguard wird ja auch bezahlt, wenn er "nur" aufpasst und nicht nur dann, wenn geschossen wird...)

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 Wieso ist es so negativ behaftet, wenn jemand die private Haftpflichtversicherung oft in Anspruch nimmt?

Dies kann man so pauschal nicht beantworten, denn es kommt darauf an um was für Schäden es sich handelt. Und außerdem wie oft Schäden gemeldet werden. Außerdem, wie viele weitere Versicherungen bei dem gleichen Versicherer bestehen.

Mit anderen Worten wie viele Euros der Kunde im Jahr dem Versicherer zahlt und wie im Vergleich dazu, die Schäden sind.

Kleine Beispiele damit man es leichter einschätzen kann:

Vor Jahren hatte ich einen speziellen Kunden, der mehrmals im Jahr den gleichen Haftpflichtschaden meldete (Tochter warf im Chemie-Unterricht an der UNI ein Reagenzglas für  2,50 DM herunter).  Der Kunde bestand darauf - den Schaden der PHV zu melden.

Da der Aufwand nicht im Verhältnis zum Schaden stand, empfahl ich dem Versicherer den Vertrag zu kündigen.

.................

Anderes Beispiel:  ein Kunde hat lediglich die PHV beim Versicherer. Er meldete innerhalb von einem Jahr 3 Schäden für 900 € und im Folgejahr 2 Schäden für 1.200 €

Bedeutet, dass kein Versicherungsunternehmen an einem Kunden der lediglich ca. 100 € im Jahr zahlt, aber 5 Schäden von 2.100 € in 2 Kalenderjahren hat, interessiert ist.

Würden aber noch weitere Versicherungen bei diesem Versicherer bestehen, würde die Sache schon wieder ganz anders aussehen.

Gruß N.U.

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Kommentar von DerHans
04.02.2016, 15:20

Haftpflichtversicherung und andere Sachversicherungen sind grundsätzlich getrennte Sparten.

Eine "sog. Kulanzzahlung" wegen weiterer Vertragsbindungen, sind nichts anderes als Kungelei. Das läuft höchstens auf der Vermittlerebene, weil dabei ein "neues Geschäft" heraus kommt.

Die Entschädigungen aus der Haftung müsste ja aus den Beiträgen der ehrlichen Kunden gezahlt werden.

Das geht dann bereits in Richtung Betrug

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Wieso kündigt das Versicherungsunternehmen die Haftpflichtversicherung, wenn man diese zu oft in Anspruch nimmt?

Weil du dann mehr kostest, als du bringst. Versicherungen sind Wirtschaftsunternehmen. Jedes Unternehmen, dass mehr ausgibt als es einnimmt geht irgendwann bankrott.

Ich meine es ist ja dein Recht diese in Anspruch zu nehmen und es ist ja deren Aufgabe dir Hilfestellung zu leisten?

Richtig, aber laut § 92 VVG steht jeder Vertragspartei im Schadenfall ein Sonderkündigungsrecht zu. Und wenn du für die Versicherung unwirtschaftlich wirst, kündigt man dir.

Dem kannst du zuvor kommen, in dem du selbst kündigst. Ist für den Abschluss einer Folgeversicherung auf jeden Fall besser.

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Die Einnahmen der Versicherungen sind die Beiträge. Die Leistung im Schadensfall sind ihre Ausgaben.

Letztlich ist für die Versicherung ein Kunde der seine Beiträge zahlt und keinen Schaden meldet, ein guter Kunde. Wer jedoch regelmäßig Schäden anmeldet, kostet die Versicherung Geld und ist ein schlechter Kunde.

Und seien wir doch mal ehrlich. Wer regelmäßig Versicherungsschäden meldet, steht irgendwann im Verdacht, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Von diesen Kunden will sich die Versicherung verständlicherweise trennen.

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Wenn Du meinst das Dir in - z.B. 5 Jahren 2 oder 3 Schäden passieren dann ist das kein Thema, wenn Dir 2-3 im Jahr passieren schon. Ein Versicherer muss auf Kosten und Risiken achten um den Beitrag für alle bezahlbar zu halten. brauchst Du den Beitrag regelmässid auf, bzw. kostest immer wieder Geld macht es statistisch keinen Sinn Dich zu versichern da Du ein erhöhtes Risiko darstellst. Anders ist es bei einem großen Schaden, dafür ist der Versicherer da....

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Eine private Haftpflichtversicherung ist keine Spardose.

Diese schließt man ab, um existentielle Risiken von sich abzuwehren. 

Kleine Schäden verursachen genau die gleichen Verwaltungskosten, wie große. Sind also unverhältnismäßig teuer.

Wer glaubt, jeden kleinen Quatsch über eine Versicherung abwickeln zu müssen, muss sich eben anderswo Schutz suchen 

(wenn er denn noch welchen findet)

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ja dein Recht diese in Anspruch zu nehmen

vollkommen richtig. Und es ist auch deine Pflicht, so gut es geht zu vermeiden, dass du sie überhaupt in Anspruch nehmen musst. Und wenn du sie wirklich oft brauchst, stimmt irgendwas mit dir und deinem Verhalten nicht.

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Kommentar von KhoRe
04.02.2016, 10:49

Von einem normalen Verhalten bin ich ja dabei ausgegangen. Also wenn mal was passiert und man das meldet und es wirklich unabsichtlich war siehst du (und hoffentlich auch die Versicherung?) das als nicht so schlimm an?

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Kommentar von DerHans
04.02.2016, 11:21

Man kann aber nicht für 80 € Jahresbeitrag beliebig oft Schäden anmelden, die diesen Betrag deutlich übersteigen.

Alleine die Abwicklung kann ohne weiteres schon teurer sein

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Die Versicherungen wollen ja auch was verdienen und wenn du mehr Schaden/Kosten verursachst als du einzahlst fliegst du raus. Dass ist bei allen Versicherungen so.

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Würdest du jemanden unterstützen wollen, der nur Mist baut?

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Kommentar von KhoRe
04.02.2016, 10:48

Wenn er es nicht absichtlich macht spricht doch nix dagegen?

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weil man so raffgierige menschen wie dich nicht mit in einer versicherungsgemeinschaft haben möchte...alle anderen bezahlen nämlich deinen schaden, die versicherung verteilt nur die beiträge...

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Kommentar von KhoRe
24.01.2017, 15:44

Ich bin nicht raffgierig. Ich habe bei Gothaer seit 5 Jahren keinen einzigen Schadensfall gemeldet aber brav gezahlt. Ich wollte nur wissen, warum es eben so schlimm ist wenn man mehrere schaden meldet ich hab nirgends erwähnt es getan zu haben oder?

Also nicht gleich wegen mangelndem Selbstwertgefühl oder konservativer Einstellung ausfallend werden. 

Vielen Dank;)

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