Wieso ist es Populismus, wenn man für das Volk populäre Entscheidungen trifft und wenn man dies für Menschen ohne Pass tut, ist das nicht populistisch?

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8 Antworten

Inzwischen ist doch klar: Populistisch wird von etablierten Parteien  und Leitmedien derjenige genannt, der den etablierten Parteien und den Leitmedien nicht passt. 

Schulz z. B. verspricht vieles, was er in Brüssel bekämpft hat, z. B. klare Regeln gegen Steuertricks der Konzerne, weil es gut klingt und  weil er den Leuten nach dem Munde redet.  Da er aber zu den oben Genannten gehört, wird er von ihnen nie "Populist" genannt.

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Kommentar von GoodFella2306
04.03.2017, 07:32

genau das was du da gerade tust und wie du es schilderst, ist Populismus. Du versuchst, dich gegen eine wie auch immer geartete Elite abzugrenzen, die andere Leute ausbeutet und versuchst das ganze mit markigen Worten und Beispielen zu garnieren. genau das was du da tust, ist Populismus.

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Kommentar von DreiGegengifts
04.03.2017, 14:11

Populistisch wird von etablierten Parteien  und Leitmedien derjenige genannt, der den etablierten Parteien und den Leitmedien nicht passt. 

Dieser Satz birgt eine gewisse Komik. Der Satz demonstriert ganz gut die Denkweise von Populisten. Siehe auch Lennisters Antwort.

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Populismus ist ein Kampfbegriff, mit dem man unliebsame Gegner herabsetzen will.

Jeder Politiker, jede Partei sollte ein Populist sein, denn es bedeutet in der Übersetzung des lateinischen Begriffs doch nur das Volk.

Die historische Maxime der Montagsdemonstrationen in den letzten Tagen der DDR " Wir sind das Volk" ist also reinster Populismus.

Ein Populist will populär sein, d.h. vom Volk anerkannt und beliebt sein.

Die Grenze zum abfälligen Begriff Populist beginnt dort, wenn Politiker Versprechungen äußern, die das Volk gern hört aber nicht durchsetzbar sind. In diesem Sinn äußert sich Schulz als Populist wenn er die Verlängerung des AlG 1 verspricht ohne darauf hinzuweisen, das hier nur eine verschwindend geringe Zahl von Betroffenen gibt. 

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Kommentar von DreiGegengifts
04.03.2017, 14:08

Populismus ist ein Kampfbegriff, mit dem man unliebsame Gegner herabsetzen will.

Nein Populismus bezeichnet eine bestimmte  Art der Politik.

denn es bedeutet in der Übersetzung des lateinischen Begriffs doch nur das Volk.

Nein das ist nicht die Definition von Populismus. Auch wenn man es meinen könnte vom Wortsinn her, wenn man sich noch nie damit auseinander gesetzt hat.

Die historische Maxime der Montagsdemonstrationen in den letzten Tagen der DDR " Wir sind das Volk" ist also reinster Populismus.

Nein, eine Demonstration oder Volksbewegung kann nicht populistisch sein. Populismus bezeichnet eine bestimmte Art der Politik. 

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Populistische Entscheidungen und populistische Äußerungen sollen meist dazu dienen, einer bestimmten Gruppe nach dem Mund zu reden, sodass man aus welchen Gründen auch immer die Unterstützung dieser Gruppe erhält.

Ein gutes Beispiel ist hier die AFD, die sich zum Zweck des Machtgewinns vom Kampf gegen den Euro blitzschnell zum Kampf gegen Flüchtlinge entschlossen hat, weil sich damit eben mehr Stimmen fangen lassen.

Exakt das ist populistisch, nicht zuletzt auch weil dieses relativ kleine Grüppchen, die sich gerne das Volk nennen, auch in sozialen Medien und im Fernsehen gerne groß die Klappe aufreißen. Da kann man natürlich Stimmung machen.

Dass man sich für Menschen ohne Pass stark macht, ist nicht sonderlich populistisch weil die Menschen in Deutschland, die es gutheißen dass man Flüchtlingen hilft, das sowieso gutheißen und man sie nicht mit populistischen Sprüchen erst dafür begeistern muss.

Und da die Menschen, die anderen Menschen lieber aus humanistischen Gründen helfen, sowieso in der Überzahl sind, muss man sie nicht auch noch mit unnötigen populistischen Sprüchen hinter dem Ofen hervorlocken.

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Kommentar von Licht12
04.03.2017, 07:38

Was wäre jetzt aber, wenn es nur richtig oder falsch gibt und wenn jemand eine Sache durchsetzen bzw anpacken möchte, welche das Volk als richtig und notwendig erachtet?

Andersrum gefragt: ist es nicht eher populistisch, wenn M. Schulz von der SPD 48 Monate ALG1 vorschlägt, wo doch der Vorschlag gar nicht vom Volk kommt sondern von ihm und seiner Partei?

Und was würden Sie dazu sagen, wenn Sie zu den Leuten gehören würden, die einen klaren Lebensplan haben. Einen Plan, der von einer durchgehenden Beschäftigung ausgeht, um gewisse Investitionen und eine möglichst hohe Rente zu finanzieren. Natürlich unter Einbeziehung von möglichen Arbeitsplatzwechseln und auch dem Zugeständnis geringwertige Arbeit anzunehmen? Wären Sie dann sauer über die höhere Abgabenlast bzw. Staatsverschuldung?

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Kommentar von sagitarius01
04.03.2017, 07:46

Ein gutes Beispiel

.

Ein denkbar schlechtes Beispiel

kritisch der momentanen EU gegenüber zu stehen

kritisch der aktuellen Asyl und Flüchtlingspolitik gegenüber zu stehen

gab es bisher eine Partei welche diese Ziele verfolgte

jeder in einer Gesellschaft möchte seine Interessen vertreten sehen ...

was du unter Minderheit verstehst, klar in Sachsen Anhalt kamen die nur auf 24 %

 

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Kommentar von GoodFella2306
04.03.2017, 07:58

Es ging hier nicht um die Position, sondern um Populismus. Und was das anbelangt, ist die AFD ein exzellentes Beispiel eben weil sie die "dem Volk" nur nach dem Mund redet. Angefangen von Boateng über Mausrutscher bis hin zur Goebbels Höcke Rede. Da wird immer schön einen Schritt zu weit gegangen und dann ein Stückchen zurückgerudert, Hauptsache man hat etwas Populistisches geäußert sodass der Pöbel es gehört hat. Und es waren 24% aller Wahlbeteiligten, nicht 24% aller Sachsen. Und spricht das jetzt für die AFD, oder zeigt es eher was für ein Gedankengut in Sachsen unterwegs ist? die Ossis im Allgemeinen und der Sachse im Besonderen waren schon immer etwas eigenbrötlerisch und gerne unter sich. Da ist natürlich alles Fremde, was einem Angst machen könnte erstmal unwillkommen.

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Kommentar von GoodFella2306
04.03.2017, 08:09

netter Gedanke, aber das ist eben genau der Grund warum so viele Menschen AFD wählen wollen. Nur aus Protest, und weil sich sonst niemand in der Art und Weise gegen die Flüchtlingspolitik stellt, wie diese kleine Gruppe das gerne hätte. Und deshalb wählen diese Leute eben AFD aufgrund einer bestimmten Einzelmeinung. Die meisten AFD Wähler haben vom Rest des afd-programm überhaupt keine Ahnung, denen geht es nur darum dass irgendjemand laut genug die Klappe aufreißt dass die Flüchtlinge hier heraus fliegen sollen.

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Du definierst hier Populismus falsch. Tatsächlich versteht man unter "Populismus" eine politische Rhetorik, die die Fiktion eines homogenen, vor allem in Bezug auf seinen Willen und seine Interessen homogenen, Volkes konstruiert. Von diesem Volk zeichnet der Populist dann ein völlig positives Bild. 

Dem stellt der Populist die Konstruktion einer angeblichen "Elite",die mit dem politischen Establishment identifiziert wird, entgegen. Diese ist ebenso homogen wie das "Volk", wird aber durchgängig negativ gezeichnet. Vor allem unterstellt ihr der Populist, das homogene "Volk" zu ignorieren und bewusst gegen seine- angeblich homogenen- Interessen zu arbeiten.

Der Populist inszeniert sich dann als "Anwalt" dieses Volkes im Kampf gegen die "Elite". Von den konkreten Inhalte her kann eine populistische Rhetorik an jeder Stelle im politischen Spektrum angewandt werden; in der Realität wird sie aber primär von sehr rechten Parteien gebraucht.

Du siehst, Populismus ist etwas völlig anderes als das, als das du ihn hier definierst. Außer meiner korrekten Definition geht dann auch hervor, warum die AfD populistisch ist, die CDU oder die SPD dagegen nicht . 

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Kommentar von Licht12
04.03.2017, 11:23

Ich habe deinen Beitrag gelesen. Darin steht jetzt wirklich nichts neues.

Was du also korrekte Definition bezeichnest, ist schon wieder nur eine politisch korrekte Definition und keine korrekte.

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Wieso ist es Populismus, wenn man für das Volk populäre Entscheidungen trifft

Für das (deutsche) Volk Entscheidungen zu treffen, ist kein Populismus, sondern normale und wünschenswerte Politik.

und wenn man dies für Menschen für Menschen ohne Pass tut, ist das nicht populistisch?

Nun, wenn man "populäre Entscheidungen" auch für Menschen trifft, die aus welchen Gründen auch immer keinen Pass haben, dann ist auch das kein Populismus, sondern normale Politik, die im Volk "populär", mit der das Volk also zufrieden ist.

Was aber soll diese Frage, was beabsichtigt der Fragesteller?

Wenn etwas "populistisch" ist, dann die Frage selbst, die nicht nur unbewiesene Behauptungen aufstellt (populäre Entscheidungen für das Volk seien angeblich Populismus), sondern auch Menschen pauschal in ein schlechtes Licht stellen (Menschen ohne Pass) und ihre einseitige Begünstigung durch die Politik unterstellen will. Wobei dann "populistisch" eher ein schmeichelhaftes Urteil über die Frage und den Fragesteller wäre!


MfG

Arnold


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Staatenlose bilden in den meisten Gesellschaften eine kleine Minderheit. Wenn für sie politische Entscheidungen getroffen werden, interessiert das die übrige Bevölkerung meistens nicht.

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Kommentar von Licht12
04.03.2017, 09:33

Ich danke das ist viel zu kurz gegriffen:

Ob es das Wahlvolk (nicht fälschlicherweise die Bevölkerung) nicht interessiert, hängt in erster Linie von der Art und Tragweite der Entscheidungen ab.

Zudem steht eine momentan noch relative Minderheit, nicht kleine Minderheit, mit einer exorbitanten potenziellen Zahl eines schier unerschöpflichen demografischen Fundus vor der Tür zu Europa und naheliegenderweise zu Deutschland.

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Weil "populär" in diesem Sinne, der Meinung der öffentlichen Wählerschaft entspricht. Dies schließt Menschen ohne Pass aus.

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Kommentar von Licht12
04.03.2017, 07:24

Und wieso ist das immer negativ und abschätzig konnotiert?

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Kommentar von Karl37
04.03.2017, 13:55

Hier irrst du dich, denn Populismus hat nichts mit Pass zu tun.

Ein positiver Populismus ist der volksnahe Politiker, denn er hat ein Ohr für Volksnöten.

Der negative Populismus lebt mit Opportunismus in Symbiose. Der Politiker benutzt die Volksmeinung als Mittel zum eigenen Zweck.

Ein Beispiel für diesen negativen Populismus. Da wird behauptet, die Quelle konnte man bei den Linken ausmachen, "reiche Menschen leben länger". Ein griffiger Spruch, nur stimmt er nicht. Es besteht lediglich eine Pseudokausalität. Auf die Gesundheit zu achten, nicht zu rauchen, Alkohol in Massen und auch etwas Sport oder in Bewegung zu bleiben, hat nun nicht das geringste mit dem Geldbeutel zu tun. Im Gegenteil, wer Geld besitzt, lebt gefährlicher, könnte man mit der gleichen Berechtigung sagen, denn er fährt Ski, reist in gefährliche Länder usw.

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Populismus wird leider als Beschimpfung im Wahlkampf benutzt
und Andere in schlechte Licht zu rücken.
Also eine pauschale Abwehr wenn man den Mitbewerber fürchtet
und keine echten Argumente hat.
Ich will so eine schmutzigen Wahlkampf nicht, genauso wenig wie
hier.
Na dann, ist alles noch steigerungsfähig :-(

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