Wieso ist es heutzutage verpönt, den Begriff "Rheinland" für die Gegend zwischen Duisburg und Koblenz zu verwenden?

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Ich komme auch aus dem Rheinland. Ich habe noch nie etwas anderes gesagt, wenn ich nach meiner Herkunft gefragt wurde. Das Rheinland bezeichnet eben alle Gebiete, die in Deutschland am Rhein liegen und ist eher eine ungenaue Beschreibung der eigenen Herkunft, aufgrund des großen Einzugsgebiets des Flusses.

Das hat nichts mit Geschichtsrevisionismus zu tun. Das Rheinland gibt es schon deutlich länger wie es Preußen und das Deutsche Reich gab. Man hat das Einzugsgebiet des Rheins schon Rheinland genannt, da war noch nicht einmal der Gedanke eines einheitlichen Deutschlands da.

Meine Frau mischte sich da dann ein und sagte nur "wenn er sich eben als Rheinländer fühlt, laßt ihn doch in Ruhe, das ist doch völlig egal wie man die Gegend nennt".

Sie hat alles noch schlimmer gemacht. Eine solche Aussage ist eine argumentative Kapitulation. Die Aussage deiner Frau war im Prinzip: Ihr habt Recht, aber lasst ihn doch. So wurde es wahrscheinlich aufgefasst.

Ihr hättet gleich darauf bestehen sollen, dass die Beschreibung Rheinland der politischen Korrektheit entspricht.

Denn solche Aussagen - "wieso sagen Sie Rheinland" bis hin zu "wir haben seit 1955 andere Bundesländer" - sind eher zum fremdschämen.

Was soll das? Kann mir mal jemand sagen, warum es dermaßen verpönt ist, Landstriche nach historischen Namen zu bezeichnen?

1.Man nennt es noch immer Rheinland. 2. Ist die politische Lage in Deutschland ziemlich angespannt, Dank der AfD, was aber 3. solche bildungstechnischen Defizite nicht ungestraft lassen sollte. Gerade in einer Schule - einer Bildungseinrichtung - (ich hoffe nicht, dass es sich um ein Gymnaisum handelt) sollte man es besser wissen.

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Ich schätze mal, das Rheinland gibt es schon so lange wie den Rhein.

Wär ja auch blöd, wenn der Fluss irgendwie durch die Luft fließen würde. Wie kriegste denn da die Schiffe hoch?

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Kaum zu glauben, daß die politische Korrektheit inzwischen dermaßen alberne Blüten treibt (vorausgesetzt, daß sich das tatsächlich so ereignet hat). Die Reaktion der Personen war gleich in mehrerer Hinsicht absurd: Wenn es um die Herkunft der Familie der besagten Person geht, ist auch eine historische Angabe absolut korrekt. Was hätte er etwa sagen sollen, wenn seine Vorfahren aus Schlesien stammten, aber keine Polen sind?

Außerdem ist die Bezeichnung Rheinland seit eh und je gebräuchlich und in ganz Deutschland geläufig, woher sonst soll der entsprechende Namensbestandteil von Rheinland-Pfalz kommen? Es ist keine rein historische Bezeichnung, allein schon weil die Provinz im Kaiserreich "Rheinprovinz" hieß.

Es scheint ja in manchen Kreisen extreme Nervosität zu herrschen, wenn selbst hinter einem alltäglichen Begriff gleich das "falsche" politische Gedankengut gewittert wird.

Das ist das erste Mal, dass ich höre oder lese, dass die Verwendung des Begriffs "Rheinland" verpönt sei, und ich kann fast nicht glauben, dass diese Geschichte wahr sein soll.

Wo auch immer das passiert sein mag - im Rheinland kann es jedenfalls nicht gewesen sein, denn hier hat man überhaupt keine Probleme damit, sich sowohl dem Rheinland als auch NRW (oder Rheinland-Pfalz) zugehörig zu fühlen.

Übrigens war das Rheinland schon lange vor Gründung des Kaiserreichs preußische Provinz (nämlich seit 1822) und blieb es auch nach dessen Ende während der Zeit des Freistaats Preußen bis zur Gründung der Länder NRW und Rheinland-Pfalz (1946).

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