Wieso ist die sexuelle Aufklärung einiger Kinder und Jugendlichen so mangelhaft bzw. ungenügend?

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16 Antworten

Ganz klar mehr Elternhaus-Aufklärung - Schule kann ja nicht den ganzen "Erziehungsauftrag" übernehmen.

Leider halten Eltern ihre Kinder im Vor-/Grundschulalter oft noch für zu jung zur Aufklärung. Aber gerade da sollte sie altersgerecht beginnen, denn da gibt es noch keine Peinlichkeit. Jede Kinderfrage (und die kommen... weil Tampons und Kondome rumliegen oder die Tante ein Baby im Bauch hat oder Mama und Papa im Bett kuscheln...) sollte wahrheitsgetreu und ohne verschieben auf später beantwortet werden.

Zu Beginn der Pubertät denken dann viele Eltern: "Die jungen Leute von heute sind ja aufgrund der medialen Welten ach so aufgeklärt und wissen schon alles."

Nur leider erklären barbusige Frauen auf Hochglanzmagazinen nicht die fruchtbaren Tage einer Frau, knackige Leckerchen in Calvin-Klein-Unterwäsche erzählen im TV-Spot nichts über Geschlechtskrankheiten und im Internet-Por*no erfährt man nicht, dass die wenigsten Frauen Kaninchen sind und doch tatsächlich eine Klitoris haben.

Dann wollen wir mal hoffen liebe/r Wissensdurst84, dass wir alles (oder doch zumindest) viel richtig gemacht haben und unsere Kinder hier bei GF nicht zum 1.000.000 ten Mal fragen: Hilfe, bin ich vielleicht schwanger?

Alles Gute für dich!

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Wenn ich es unterrichte, läuft da nichts schief und meine Schüler bekommen genau diese Themen, von denen du sprichst, auf eine altersgerechte Art und Weise nahegebracht. 

Ich persönlich finde die Sexualerziehung für Jugendliche enorm wichtig, da ich weiß, dass manche Eltern dieser Aufgabe entweder gar nicht oder nicht in dem Maß nachkommen, wie Jugendliche es benötigen. Manche Elternhäuser nehmen da ihre Aufgabe einfach nicht wahr aus den unterschiedlichsten Gründen - obwohl Aufklärung in allererster Hinsicht Sache der Eltern sein sollte. Häufig muss aber die Schule diesen Part übernehmen.

 In BW findet Sexualerziehung in Klasse 6 und Klasse 9 statt. Ich selbst finde es erschreckend, mit wieviel Unwisseheit und Halbwissen ich in Klasse 9 konfrontiert, wo schon einige Schüler durchaus sexuell aktiv sind.

Meine Schüler bekommen von mir alle Fragen beantwortet, die sie ihren Eltern möglicherweise nicht stellen wollen. Ich nehme da kein Blatt vor den Mund. Aber ich kann da nur für meinen Unterricht sprechen und weiß leider auch, dass andere Kollegen nicht ganz so offen damit umgehen.


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Kommentar von konstanze85
03.03.2016, 19:03

Aber ich kann da nur für meinen Unterricht sprechen und weiß leider
auch, dass andere Kollegen nicht ganz so offen damit umgehen.

Unterschreibe ich sofort. Nicht nur verklemmter Umgang, sondern auch schlicht Fehlinformationen.

Ich erinnere mich noch heute an meine Bio-Lehrerin, die doch glatt sagte, dass man bei dem Gebrauch von Tampons höllisch darauf achten muss, das man das Fädchen noch sieht, sonst muss man nämlich ins Krankenhaus und es muss operativ entfernt werden. Das erläuterte sie uns als einzige Lösung.

Dank der Frau hatte ich in den ersten Jahren,als ich meine Periode hatte, regelrecht Panik davor einen Tampon zu benutzen.

Schön, dass es noch so offene und gut informierte Lehrer wie Dich gibt.

LG

3

Das liegt an den Eltern und der Schule. Ich hatte mit Ende 14 meinen Freund und da ist meine Mutter mit mir zum Arzt und hat mir die Pille verschreiben lassen. Nur scheint das die meisten Eltern nicht zu interessieren. Und dann 13jährige. Na wenn die reden würden zu Hause dann wären auch nicht so viele Schwanger

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Diese Frage habe ich mir auch schon mehrfachgestellt.

In erster Linie halte ich es für die Aufgabe der Eltern, ihre Kinder
umfassend aufzuklären. Die Schule oder die Medien können doch nur
allgemeines Grundwissen vermitteln, für individuelle Fragen sollte eine
Vertrauensbasis zwischen Eltern und Kindern vorhanden sein, die es
ermöglicht, dass die Kinder ungeniert fragen, was sie wissen wollen.

Dass Eltern es trotzdem offenbar häufig versäumen, ihre Teenager aufzuklären, oder es nur unzureichend tun, so dass noch etliche Fragen unbeantwortet bleiben, hat, glaube ich, oftmals einen der folgenden Gründe:

1) Viele Eltern denken: "Mein Kind ist so vernünftig, das macht das eh´ nicht, bevor es erwachsen ist."

2) Andere Eltern denken: "Hoffentlich holt mein Kind sich das nötige Wissen aus dem Internet, denn mir wär´s echt peinlich, mit ihm darüber zu reden."

3) Oder Eltern denken: "Mein Kind hat das Thema ja letztes Jahr in
der Schule in Biologie gehabt, der Fall ist glücklicherweise erledigt."

4) Oder sie denken: "So lange mein Kind nicht von sich aus zu mir kommt und fragt, hat das doch noch Zeit."

5) Nicht einmal selten kann es auch sein, dass die Eltern selbst
nicht besonders gut bescheid wissen und deshalb falsche Details oder
Halbwissen an ihre Kinder weitergeben.

Besonders häufig ist eine Kombination aus diesen möglichen Gedanken.

Dass Kinder wiederum mit ihren Fragen oftmals nicht zuerst zu ihren Eltern gehen, könnte einen der folgenden Gründe haben:

1) Es besteht kein gutes Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Kind.

2) Das Kind hat die Erfahrung gemacht, dass die Eltern nicht
antworten und aufklären, sondern lediglich Verbote aussprechen, mit
denen sich das Kind nicht abfinden will.

3) Das Kind möchte die Eltern schonen, weil die selber gerade eine schwere Zeit durchmachen.

4) Es ist dem Kind peinlich, solche Dinge mit seinen Eltern
besprechen zu müssen. Die Hemmschwelle im anonymen Internet ist viel
geringer.

Noch mehr Verantwortung für die Aufklärung der Teenager den Schulen zuzuschieben, halte ich nicht für die Lösung. Wenn es überhaupt eine gesellschaftliche Lösung dieses Problems geben sollte, dann würde diese meiner Meinung nach in einer Aufwertung des Lebensmodells der klassischen Familie liegen.

Es ist sicher sehr begrüßenswert, dass unehelich geborene Kinder und
unverheiratete Mütter heute nicht mehr verlacht und ausgegrenzt werden,
dass Frauen legal abtreiben dürfen, dass unglücklich verheiratete
Menschen nicht mehr gezwungen werden, in der Ehe zu verbleiben, dass
gleichgeschlechtliche Paare gesellschaftlich anerkannt sind und dass
Alleinerziehende und Patchwork-Familien nicht mehr scheel angeschaut
werden, dass man Sex-Spielzeug in der Drogerie kaufen kann und
Verhütungsmittel im Supermarkt. Aber gleichzeitig bedingt dieser
Zeitgeist eine Abwertung des "alten" Lebensmodells, wonach die jungen
Leute zunächst ihre Ausbildung abschließen, dann eine platonische
Beziehung eingehen, dann heiraten und dann erst Sex haben und Kinder
bekommen.

Ob "Pubertätvorbereitungskurse" für Eltern oder Steuernachläse für verheiratete Paare, die ein Kind bekommen, und für jedes volle Jahrzehnt aufrechterhaltener Ehe da Abhilfe schaffen könnten?

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Ich habe auch mit sechs oder acht das erste Mal das Wort Sex gehört, davor hatte ich zwar auch nie geglaubt, dass der Storch die Kinder bringt, sondern wusste, dass sie aus Mamas Bauch kommen, wenn Mama und Papa irgendwas miteinander tun, aber mehr auch nicht.
Ein richtiges Aufklärungsgespräch hatte ich eigentlich nie, ich wurde nur nochmal an Vergütung erinnert, als ich meinen ersten Freund hatte.
Aber wenn man sich davor beim Thema Sexualkunde in der dritten/ vierten und achten/ neunten Klasse nicbt die Ohren zuhält, dann weiß man bis dahin auch schon alles.

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Kommentar von chog77
03.03.2016, 18:38

Vergütung für Sex ?!? Das ist ein Tippfehler, bei dem ich nun wirklich herzlich lachen musste. :D 

You've made my day! :D :D

3
Kommentar von NattyHella
03.03.2016, 18:45

hahaha oh gott jaaa meine Eltern haben mich daran erinnert, was man alles für Geschäfte mit Sex machen kann ;)

5

Also den ersten richtigen Sexualkunde Unterricht gab es bei uns wohl in der 8 Klasse mit Pro Familia. Da waren die meisten von uns zwischen 14 und 16 was meiner Meinung nach viel zu spät ist. Leider waren die Lehrer bei uns in der Grundschule und in der 5 Klasse viel zu verklemmt sodass unser Aufklärungs Unterricht bis dahin eigentlich nur aus Büchern lesen und Zettel bearbeiten bestand. Das es in meiner Jahrgangsstufe 2 Fälle von ungewollter Schwangerschaft gab war dann auch kein Wunder mehr. 

Leider sind viele Lehrer deutlich viel zu verklemmt wenn's darum geht. Genauso sind aber meistens auch die Eltern die das ganze der Schule überlassen.

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Weil die Schule der absolut falsche Ort ist Kinder aufzuklären. Im Unterricht kann man nicht darauf reagieren wenn es einzelnen Schülern zu viel wird. Ist nicht für jedes Kind angenehm beim Mathe Lehrer im Klassenverband über Sex zu reden. Zuweilen arten solche Stunden in Missbrauch aus, was wiederum ach so coole Lehrer nicht merken wollen oder können. Da bleibt dann nur noch zu zu machen.

Zuweilen hat es mich fast umgehauen mit was für Stuss meine Kinder vom Aufklärungsunterricht nach Hause gekommen sind. Da denkst du, du hast gut aufgeklärte Kinder und plötzlich behaupten sie vorsündflutlich, man dürfe während der Periode nicht duschen etc.

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Es liegt definitiv an den Eltern und an der Schule.

Meine Eltern haben mich nicht aufgeklärt. Die wenigen Ansätze meiner Mutter als ich so um die 13 war, waren mir ersichtlich peinlich. Danach hat sie es auch bleiben lassen.

Die wenigen, ersten und letzten Unterrichtseinheiten zur Sexualkunde gab es bei mir in der 7. Klasse! Mehr als die Geschlechtsmerkmale und die Bienchen und Blümchen haben wir nicht gemacht.

Ohne das Internet und einer guten Freundin, mit der ich darüber ernsthaft reden konnte, würde ich bis heute keinen Dunst davon haben. Als sie mir erzählte, was ihre Eltern zu dies und jenem sagten, war ich doch sehr verblüfft.


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Die Schulen haben damit nichts zu tun, sondern die Eltern haben es versäumt. Wahrscheinlicher ist es auch, dass Sex ein Tabu Thema bei manchen Eltern ist. Du siehst doch wie viele Fragen hier über Periode, Penis Länge, Schwangerschaft, Abtreibung usw. gestellt werden. So etwas könnte man auch die Mutter oder Vater fragen, aber das trauen sich die kleinen Kinder und Jugendliche nicht. Stattdessen wird anonym gepostet.

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Weil Eltern eine falsche Scham haben, mit ihren Kindern darüber zu sprechen. 

Ich wurde von meinen Eltern auch nicht aufgeklärt. Habe dann heimlich ein Aufklärungsbuch gelesen. Und hatte trotzdem eine falsche Vorstellung. 

Diesen Fehler wollte ich bei meinen Kindern nicht machen. Und habe sie beizeiten aufgeklärt. Es fiel mir zwar auch nicht gerade leicht. Aber ich habe mich zum Wohle meiner Kinder überwunden. Und so hatten wir ein offenes Verhältnis. Sie wussten, dass sie jederzeit mit Fragen zu mir kommen konnten. 

Eine Bekannte meinte zwar, das sei Sache der Schule. Aber in der Schule können die Kinder niemals so aufgeklärt werden, wie man es als Eltern kann. 

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Ich denke, das liegt an den Eltern.

Manchen wird das Thema peinlich sein - auch weil sie von zu Hause selbst nicht kennen.

Ich habe auch 3 - jetzt erwachsene - Kinder, die ich von klein auf altersgrecht "aufgeklärt" habe. Ich wurde aber auch so erzogen. Auf Fragen gab es Antworten.

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Vielen Dank für deine Auszeichnung Wissensdurst84!

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Bildungsferne Elternhäuser und solche, die ausagesprochen prüde sind, vorenthalten sexuelle Aufklärung ihrer Kinder. Die Schule tut noch ihr Übriges, denn die hat fast nur den traditionellen Wissensstoff im Sinn, Hauptsache, die Arbeitgeber werden so befriedigt.

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Viele Eltern überlassen die Aufklärung eben gerne der Schule, frei nach dem Motto: "Gibt ja sowieso irgendwann Sexualkunde". 

Auf der anderen Seite gibt es gelegentlich auch Lehrer die das Thema gerne einfach unter den Tisch kehren: Ach, die sind sowieso von zuhause aufgeklärt, beschäftigen wir uns mit wichtigerem".

Und so kann es dann kommen. - Hab's selbst erlebt.

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In der Schule lernt man garnix über die Verhütung und Kondome  die Lehrer erklären nix richtig eigentlich ist es ja auch eine Aufgabe von den Eltern aber die Lehrer sollten es trotzdem mal besser erklären 😡😬

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Mir haben meine Eltern auch alles mit ca. 6 Jahren erklaert, bin jetzt 17, fast 18 Jahre alt.

Ich war in der Grundschule schon ein bisschen reifer und die meisten in meiner Klasse hatten davon auch keine Ahnung.

Klar, Sexualkunde in der Grundschule gibt es schon, aber das ist eine Sache die Eltern erledigen sollten.

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