Wieso ist die Homologie ein Beweis für die Evolution?

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3 Antworten

Kurz: Die abgestuften Ähnlichkeiten zwischen Arten bestätigen die Vorhersagen der Abstammungslehre und sind damit ein Zeichen für ihre Richtigkeit.

Lang: Schon zu der Zeit, als man von Genetik noch keine Ahnung hatte, war das Prinzip der Vererbung bekannt; Kinder kommen meist nach ihren Eltern, Merkmale werden in der Familie weitergegeben. Deshalb ist es oft möglich, aufgrund vom Aussehen auf die Verwandtschaft zu schließen. Der Junge xy sieht dem Herrn XY so ähnlich, als wäre er ihm aus dem Gesicht geschnitten, dann wird das wohl sein Sohn sein. Oder so in etwa.

Wenn Arten jetzt untereinander ebenso verwandt sind wie die Individuen einer einzelnen Art (Aussage der Abstammungslehre), dann müsste sich dieses Prinzip der Vererbung logischerweise auch in größerem Maßstab anlegen lassen. Wenn verschiedene Arten von gemeinsamen Vorfahren abstammen, dann müsste es Arten geben, die sich sehr ähnlich sehen, ebenso wie Arten, die sich etwas weniger ähnlich sehen und Arten, die sich kaum ähnlich sehen, je nach Grad der Verwandtschaft. Das Prinzip müsste das gleiche sein, dass auch bewirkt, dass sich Brüder oft ähnlicher sehen als Cousins, und dass Cousins 1. Grades sich ähnlicher sehen als Cousins 3. Grades.

Trifft die Abstammungslehre zu, dann erwartet man also, in der Natur zwischen allen oder fast allen Arten abgestufte Ähnlichkeiten zu finden, von denen man auf ihren Verwandtschaftsgrad schließen kann. Und diese Ähnlichkeiten sind tatsächlich vorhanden, nämlich die Homologien (Analogien sind ausgenommen, weil sie nicht auf Verwandtschaft beruhen).

Als Beispiel: Gorillas und Schimpansen haben sehr viele Ähnlichkeiten, dennoch handelt es sich bei ihnen um zwei verschiedene Arten. Zwischen Schimpansen und Katzen bestehen wesentlich weniger Gemeinsamkeiten als zwischen Schimpansen und Gorillas. Daraus kann man schließen, dass Schimpanse und Gorilla miteinander enger verwandt sind als einer von beiden mit der Katze. Betrachtet man nun auch noch Eidechsen, fällt auf, dass Katze, Schimpanse und Gorillas sich wesentlich ähnlicher sind als einer von ihnen der Eidechse (sie säugen ihre Jungen mit Milch und halten sich mit Haaren warm, während Eidechsen Eier legen und sich in der Sonne aufwärmen), sie sind also untereinander näher verwandt als mit der Eidechse. Eidechsen, Katzen, Schimpansen und Gorillas sind wiederum näher miteinander verwandt als einer von ihnen mit Haifischen usw.

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Durch die Erkennung von Progressionsreihen, d.h. Entwicklungsreihen homologer Organe, kann die Entwicklung von Organen nachvollzogen werden. Homologe Organe verweisen damit auf Verwandtschaften zwischen verschiedenen Organismen und damit auch auf einen gemeinsamen Vorfahren in der Evolution. Daher lassen sich abgestufte Ähnlichkeiten, aber auch vielfältige Unterschiede zwischen Organismen, die sich innerhalb der Evolution entwickelt haben, erklären. 

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Normalerweise vermeide ich es Links als Antworten zu posten, aber Berkley ist einfach gut: 

 http://evolution.berkeley.edu/evolibrary/article/lines\_04

Ich hoffe du kannst Englisch, sonst versuche ich es zu übersetzen :)

Kurz zusammengefasst: Durch Homologien lässt sich die Existenz eines gemeinsamen Vorfahren belegen. 

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Kommentar von dadita
29.03.2016, 22:35

Ein besonders schönes Beispiel für Homologie (danke lieber Kreationist) ist übrigens der Knochenbau, es wird im Link auch angsprochen. Zwar schauen die Vordergliedmaßen der meisten Tetrapoden (also Tiere mit Gliedmaßen) ähnlich aus, dennoch kann man ihre gemeinsame Anstammung leicht nachweisen: Man findet dieselben Knochen die man in einem Fledermausflügel findet auch in den Gliedmaßen eines Pferdes, eines Hundes oder eines Menschen. 

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