Wieso ist die heutige Jugend so voreingenommen gegenüber Kultur?

27 Antworten

Ganz sicher kann man das (mal wieder) nicht so generell sehen. Nur, mein Eindruck ist; es wird - wenn Kultur vermittelt werden soll, einfach zuviel - und oft - zu früh von den bereits Wissenden (zumeist Lehrer, oft auch Eltern oder andere ) in einen Besuch hineingepackt. Ihre eigene Begeisterung, ihr Wissen - und dann alles gleich auf einmal. Statt vorsichtig - sowohl mengenmäßig als auch zeitlich - zu dosieren und die Jugendlichen selbst etwas entdecken zu lassen,- das volle Programm. Mit Fragebogen - mehrseitig - vorgegebenen Antworten (oft durch ankreuzen zu finden) usw. Und pädagogisch wertvollen Hinweisen. Statt aus dem Museumsbesuch eine Entdeckungsreise zu machen, deren Tempo und Länge von den Kindern bestimmt wird. Wenn sie dann später heranwachsen, sind die Jugendlichen so überdrüssig dieser "Dauer-Kultur-Erziehung", daß sie das Museum oder gar die Oper mit" Erziehung zu Kultur" verwechseln. Erst, wenn sie das Gefühl haben, selbst etwas entdeckt zu haben, kann sich das ändern. Darum; bitte keine allgemeine Schelte. Ich fürchte, es hat nichts mit Voreingenommenheit zu tun, sondern leider mit Überhäufung - und der nur allzu berechtigten Furcht vor späteren Klassenarbeiten . Wer hat dazu schon Lust - ich meine - freiwillig. Übrigens,; ich liebe Museen, Oper, Theater sehr - aber ich überlege mir schon sehr genau, wieviel davon ich meinen Enklen zumuten kann und will. Man muß nicht an einem Tag das ganze Wissen der Welt vermitteln wollen. Allerdings sind die Eintrittspreise für Erwachsene so hoch, daß es dazu verführt, länger dort zu bleiben als den Jugendlichen oder Kindern gefällt. Das zur Entschuldigung der Generation der Wissensvermittelnwollenden. (Schönes Wort, nicht?)

Das ist eine Abwehrreaktion, weil in der Schule versucht wird, ihnen diese Kultur nahezubringen. Weil die Schule aber nicht freiwillig und mit Druck verbunden ist, wird mit der Schule auch diese Kultur abgelehnt.

ja so ähnlich kan es sein, aber etwas sehr vordergründig, zumaql in der genannten Schul ekaum die gesamte Bandbreite an Kulturformen "erklärt" wird da die meisten Lehrer doch recht Kultutrfern agieren

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@Sajonara

Ich glaube die Schule kann einen sehr sehr sehr grossen Beitrag leisten um den Schülern Kultur näherzubringen. Auch ohne Zwang/Druck oder kulturferne Lehrer, wie wär's mit (mehr) freiwilligen (Kultur)Kursen in die man mal reinschauen kann und so das Interesse der Schüler wecken kann. (wer das finanziert ist halt ne andere Frage, meiner Meinung nach können die Museen/Schauspielhäuser nur davon profitieren (man generiert die Kundschaft von Morgen--> gratis Eintritt)

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@Sajonara

@Sajonara_Inwiefern kulturfern? In jedem Falle bewegen die Lehrer sich in der/einer Kultur, vermitteln diese. Ob Herrschaftswissen und/ oder Konvention, die kulturelle Leistung ist gegeben und wird nicht verleugnet.

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@eExistenz

@ Existenz, man kann sicher alles glätten und schönreden und dadurch affirmativ unterwerfende Verhältnisse bejahen und damit fördern, ...?

in der Substanz wird nur eine ausgewählte materiell bedeutsame Kommerzkultur schulisch befördert und ausgewählt bzw. an den Schulen werden längst überhohlte nich t zeitgemässe klassische Kulturmuster aufbereitet, die zu ihrer Zeit bedenkenswert waren aber in einigen Teilaspekten von aktuelleren Beiträgen sicher aufgewertet werden könnten und viele Lehrer sind nicht aus besonderem Können "Lehrer" geworden, sondern Vermittler ihres eigenen defizienten Unvermögens und ihrer eigenen Diskrepanzen und statischen Überangepasstheit an starre behördliche verwaltende Vorgaben und Methoden.

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Endlich mal eine interessante Frage von einem Jugendlichen, die man nicht einfach per google beantworten kann. Klar, Milieu, Schichtzugehörigkeit, Sozialisation spielen eine große Rolle bei dem Thema. Aber es war schon immer so, dass sich die Jugend von den Alten absetzt, um sich zu definieren und abzugrenzen. Das kann man auch in alten Geschichten lesen. Jugend produziert ihre eigene Kultur, die sich dann langsam an die Erwachsenenkultur anlehnt. Heutzutage ist es auch umgekehrt: Ältere hören die Musik der Jungen und ziehen ihre Klamotten an. Dieser Trend ist die Auswirkung von Einfluss der Industrie und Werbung. Aber glücklicherweise gibt es auch viele „ernsthafte“ Jugendliche, die sich mit Kultur beschäftigen, sie ja auch produzieren (Musik, Literatur etc.). Ich war z.B. erstaunt, auf der Leipziger Buchmesser sehr viele junge Leute zu sehen. Okay, sie lesen Mangas, aber immerhin sie lesen! Kunstgenuss erfordert auch eine gewisse Anstrengung, man muss sie ja verstehen lernen. Wer will sich schon extra anstrengen? Und TV und Internet berieseln uns mit herrlich unkompliziertem Schmutz und Schund und Krimis, bei denen man nicht nachzudenken braucht und überfüllen unser Hirn. Nur Mut! Bleib dran an der Kultur, sie ist so wunderbar unerschöpflich! Willkommen im Club!

Danke erstmal für die ,,Begrüssung''.

,,...Und TV und Internet berieseln uns mit herrlich unkompliziertem Schmutz und Schund und Krimis, bei denen man nicht nachzudenken braucht und überfüllen unser Hirn...''

Mit diesen Zeilen hast du meiner Meinung nach die Problematik erkannt. Meine Analogie wäre Fast Food. Die Massenkultur ist das heutige Fast Food. Es ist einfach und unkompliziert, sättigt, hat Suchtpotenzial, anspruchslos und ist auf die Dauer sehr schädlich. Es macht (den Geist) ,,dick'' und unflexibel.

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