Wieso ist die Antroposophie eine Sekte?

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6 Antworten

Die wichtigsten Merkmale einer Sekte fehlen. Anthroposophie ist lediglich eine wirre Mischung aus verschiedensten Glaubenskonzepten, Religionen und unbelegten Behauptungen von Rudolf Steiner.
Es handelt sich lediglich um eine weitere Form von esoterischem Unfug.

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Bevor ich meine Antwort dazu abgebe: Wer stellt denn solche Aufgaben? Bekannt waren mir von Lehrern bisher nur Suggestivfragen, die das "ob" beinhalten, aber bei so einer Aufgabenstellung hätte ich meinem Lehrer ernsthaft geantwortet, er solle doch selber einen Vortrag halten, wenn er eine solch starke Meinung über das Thema habe...

Naja... zur Frage an sich: Mit Sekte ist wohl kaum die nüchterne Definition, die "SibSam" in seiner Antwort zitierte, gemeint, sondern vielmehr die Konnotation einer sich vor Kritik verschanzenden religiösen Vereinigung mit feststehenden Glaubenssätzen.

Dazu ganz allgemein gesagt:

1. Es gibt sicherlich einige sehr anhängliche Anthroposophen, die Steiner in einem ungesunden Maße als Persönlichkeit hervorrücken.

2. Die Anthroposophen sind anders in ihrem Auftreten, aber da muss man offen herangehen. Ich finde da haben viele Eigenheiten ihren ganz eigenen Wert. Ein wenig so, und nur wer offenherzig und unbefangen diese Zeilen liest, wird den Vergleich nicht positivistisch (wortwörtlich) missverstehen, die Arbeit mit geistig Behinderten. Das ist das Positivitätsdenken, also in allem das Gute sehen. Eigentlich hat es mit der Anthroposophie auch nichts zu tun, das ist etwas Menschliches und wer darüber spricht, als handele es sich um eine anthroposophische Angelegenheit, dem seien die Positivitätsübungen empfohlen, um zu einem klareren Denken zu gelangen. (Auch wer hier einwendet, dass es doch sehr sekterierisch sei, eine anthroposophische Nebenübung zu empfehlen in einem gegensätzlichen Zusammenhange, dem seien nur meine Worte gegeben, denn mehr kann ich nicht, dass ich sie auch ohne anthroposophische Beschäftigung empfohlen hätte.)

3. Es liegt in der Natur des Geistigen selbst, nicht mit Belegen auszukommen [1]. Daher ist es sowohl verständlich, dass der "Glauben" (aber nicht im konfessionellen Sinne!) eine größere Rolle spielt als bspw. in der Physik. Ich muss zunächst in mir die geistige Kraft - und nur das meine ich hier mit "Glaube" - finden, mich auf einen geistigen Schulungsweg zu begeben. Ich muss erst selbst erfahren, für mich, welcher der richtige ist. Genau genommen ist es in den Naturwissenschaften ähnlich, nur dass dort eben kein innerer Prozess stattfinden muss, sondern der Forscher alles bereits durch seine Sinne vorfinden kann, sich somit auf einem ganz anderen Wege erarbeiten muss. Er muss aber nicht alles nachprüfen, im Vertrauen auf diejenigen, die es vor ihm taten. Das ist also die zweite Schwierigkeit. Nicht nur ist es methodisch anders, es ist auch schwerer zugänglich. Während der Naturforscher mit all seinen Sinnen ausgestattet ist, die er benötigt, so ist der den geistigen Welten noch Fremde gewissermaßen "blind" für sie. Er muss seine geistigen Organe erst für die Wahrnehmung entwickeln und das ist ein langer Weg. Rudolf Steiner hatte - und das sag ich, meinen Ausführungen im Zusammenhang ganz bewusst, nicht in der Gewissheit, wie es ein Naturforscher sagen könnte - höher entwickelte Organe für den geistigen "Blick", einen anderen Geist. Zu derartiger Tiefe ist nicht jeder Esoteriker in der Lage. Gäbe es also mehr Menschen mit mehr solchen Fähigkeiten, würde sich die Sektenfrage kaum noch sinnvoll stellen lassen; alleine schon aus dem Grunde, dass viel mehr Menschen zu Forschern würden, man sich also nicht mehr bloß auf einen einzigen beziehen müsse.

Wer dies nun also anerkannt hat und auch sieht, dass eben eine nicht zu leugnende innere Logik der anthroposophischen Weltanschauung existiert, der kann sich keines Arguments mehr zur Widerlegung der Anschauung als solcher bedienen, als bloß aus einem Gefühle heraus zu urteilen. (Vergleiche hierzu auch die Vorworte und das erste Kapitel zur "Geheimwissenschaft im Umriss", wo eigentlich der Standpunkt Steiners klar genug ausgedrückt wird für denjenigen, der sich das Notwendige dazu denken kann, was sein Verstand eben für ein volles Verständnis benötigt.)

Legitim können die Einwände gegen die Anthroposophen dann also nur noch sein, um die anthroposophische Gesellschaft als solche zu verbessern und die Anthroposophie als Bewegung nach vorne zu bringen!

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[1] Als Kopie, zur näheren Erläuterung und Ergänzung, meine Kommentare zu Antworten auf ähnliche Fragen:

"Nichts von dem was er behauptete konnte er jemals belegen."

Mit solchen Sätzen beweist man als Kritiker nur - und ich spreche hier so allgemein, da ich bei Dir keine eigenen Gedanken erkennen kann -, dass man sich nicht einmal oberflächlich mit der Anthroposophie beschäftigt hat. Bereits im ersten Kapitel der "Geheimwissenschaft im Umriss" - ein absolutes Standardwerk - steht beschrieben, wie sich diese als "Wissenschaft" verstehen sollte. Man muss dies aber auch nicht gelesen haben, wenn man fähig zu einem unbefangenen Nachdenken ist und sich eine Weile selbst auf die Frage besinnt, was denn ein wissenschaftlicher Anspruch sein sollte.

Ein solcher wird dann feststellen, dass eine Belege fordernde Definition von Wissenschaft bereits eine einschneidende Willkür darstellt, denn sie schließt von Vornherein aus, dass man über das Geistige wie ein Wissenschaftler sprechen darf, dass man die geistige Welt mit anderen Menschen gemeinsam erkundet und die Erkenntnisse klar organisiert.

Freilich, es mag sein, dass die geistige Welt für jeden anders ist. Dann wäre es jedem Einzelnen nur gestattet, über seine eigene geistige Welt zu sprechen. Dann dürften weder die Wissenschaftler der physischen Welt, noch diejenigen, die sich Geisteswissenschaftler nennen möchten, darüber sprechen. Dann mag man das zwar Wissenschaft nennen, aber einen Wert hätte es doch nur für den Einzelnen.

Man muss sich einmal so auf das reduzieren, was einem der unbefangene Blick bietet! Wie wenig wird dies doch getan bei den Philosophen. Philosophie soll die Welt erklären, so der Anspruch. Aber gerade dies ist ein großes Missverständnis, denn wie soll denn erklärt werden, wenn man sich im Vorhinein gar nicht über das zu Erklärende im Klaren ist? Philosophie ist also mehr Vorgang als Disziplin, die sich klar einordnen ließe. So sieht man ja auch, wie sie meist als Philosophiegeschichte gelehrt wird, also gar nicht mehr Philosophie, was auch gar nicht geht, denn den Prozess der Philosophie kann nur der Einzelne für sich vollziehen.

Das zu verstehen ist ungeheuer wichtig und absolut grundlegend, denn sonst verirrt man sich eben in große Begriffstürme, weil man nicht mehr sieht, auf welchem Boden man steht, und man versteht nicht einmal die Grundlagen, weil sie einem doch gar nicht die Möglichkeit bieten, über die Welt so weitschweifend zu sprechen, wie das mit dem Anspruch ginge, alles erklären zu müssen!

So kommt es also, dass derjenige, der "Wissenschaft" von Vornherein als etwas sieht, was falsifizierbar durch Belege sein müsse, gar nicht versteht, wie es sich mit der geistigen Natur verhält. Diese ist eben nicht so, dass sich Belege für Aussagen finden lassen. Das ist weder gut, noch schlecht, zumindest nicht im einfachen Sinne - das ist einfach die Natur des Geistigen!

Wer das verstanden hat, dem würde es auch nicht einfallen, bei einer Behauptung, die von einer intersubjektiv bzw. objektiv erfassbaren geistigen Wirklichkeit mit ihren Eigenheiten von "Belegen" zu sprechen. Dieser Begriff ist völlig fehl am Platze. Somit erübrigen sich auch sämtliche andere Ausführungen über die "Wissenschaftlichkeit der Anthroposophie", bis dies eben nicht verstanden ist.

Weitere Anmerkungen schrieb ich bereits weiter unten als Kommentar an "vonGizycki".

Und dieser:

Es ist scher nicht verkehrt, ganzheitliche Ansichten in die eigene religiöse Anschaung einzuarbeiten.

Erst durch die religiös-spirituelle Komponente wird die Anschauung ganzheitlich. Dies ist, was der sonst positivistischen Wissenschaft das Leben einhaucht, was doch auch bei Goethe das Besondere ist.

    Aber es ist ein Unterschied, und den kannte man zu seinen Lebzeiten schon, ob etwas wissenschaftlich untermauert ist oder bloße religiöse Spekulation.

Steiner "spekulierte" nicht, sondern seine Ausführungen beruhen auf eigenen Erfahrungen. (Dass es hierzu die unterschiedlichsten, von beiden Seiten jeweils äußerst skurril anzusehenden, Meinungen gibt, liegt der Natur der Sache gemäß auf der Hand.)

    Seine Ausführungen über Physischer Leib – Ätherleib oder Lebensleib – Astralleib oder Seelenleib – Ich entbehren der Logik.

Nein, tun sie überhaupt nicht, höchstens der Erfahrungsgrundlage, je nachdem, welche Position man bezieht. Eine innere Logik kann man dem aber mindestens zugestehen.

    Auch aufgrund rassentheoretischer Passagen in seinem Werk wird Rudolf Steiner teilweise der Völkischen Bewegung zugerechnet.

Dabei entsteht bloß der große Irrtum bei vielen, dass seine Ausführungen über verschiedene Rassen rassistisch seien. Rassismus ist es aber keineswegs, denn es ist weder unempathisch-abwertend gemeint, noch biologistisch begründet. Der Grund für den Irrtum liegt bei einer Unklarheit des Denkens, das auch bei sehr intelligenten Menschen, also solchen, die man als "die Intellektuellen" bezeichnen würde, weit verbreitet. Bei dieser Unklarheit werden die Bereiche Denken und Fühlen nicht sauber voneinander getrennt. Steiners Ausführungen über die Rassen gehören lediglich der Sphäre des Denkens an, nicht des Fühlens, also ganz anders als bei Eugenikern wie Ernst Häckel & Co. Wer dies anerkannt hat, der kann dann auch weiter schreiten und sich mit Steiners Schilderungen beschäftigen. Dieser wird dann sehen, dass aus anthroposophischer Sicht ein Denken in Rassen überwunden werden muss; nicht aus einer Motivation des Fühlens heraus, sondern des Denkens, weil es einfach nicht der Menschheitsentwicklung entspricht. Dies wäre also ein Ansatz, der zunächst bestrebt ist, sich vom positivistischen Denken zu entfernen. Wem dieser Weg zu schwierig ist (man muss ihn sich zur Lebensaufgabe machen, aber das Wesentliche kann man schnell erkennen), der mag sich dann einfach mal die Zitate dagegen auf Anthrowiki durchlesen: http://anthrowiki.at/Anthroposophie-Kritik#Rassismusvorwurf

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Google einfach Sekten und schau welche Punkte mit der Anthroposophie übereinstimmen.:

zB aus Wiki:

Sekte (von lateinisch secta ‚Partei‘, ‚Lehre‘, ‚Schulrichtung‘) ist eine Bezeichnung für eine religiöse, philosophische oder politische Richtung und ihre Anhängerschaft. Die Bezeichnung bezieht sich auf Gruppierungen, die sich durch ihre Lehre oder ihren Ritus von vorherrschenden Überzeugungen unterscheiden und oft im Konflikt mit ihnen stehen.  "

Wenn du nicht findest dass sie eine Sekte ist musst du das beweisen können.

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Ich habe einmal in der Anthroposophischen Gesellschaft von Graz einen Vortrag über die Sphärenlehre gehört. So etwas Lachhaftes und Dummes ist mir noch nie begegnet und mir sind etwa 2 000 ideologische Gruppen bekannt.

Anscheinend ist ein psychischer Verwirrungszustand Grundvoraussetzung, dass man sich dieser Gemeinschaft anschließt.

Anthroposophie ist streng genommen keine Sekte, da die typischen Merkmale dafür fehlen. Sie ist das Werk eines Größenwahnsinnigen im Level von Hitler und seine Anhänger sind auch nicht besser.

Anthroposophie ist aber auch keine Philosophie (wie oft behauptet wird), da die eine Zulassung von Kritik mit einschließt. Und Rudolf Steiner darf man als Anthroposoph nicht kritisieren.

Böse Zungen behaupten ja, dass Anthroposophie mit Suff zusammenhängt. Ich würde das nicht behaupten. Steiners Lehre klingt eher nach Drogenrausch.

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Kommentar von nowka20
10.03.2017, 21:20

@josef!

ich wünsche dir eine gute verdauung, guten schlaf und ab und zu lichte gedanken

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anthroposophie ist eine lebenseinstellung, die den menschen als physisches und zugleich geistiges wesen darstellt

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