Wieso ist der Tod etwas, was auch tief religiöse Menschen meiden?

10 Antworten

Manche Kirche redet vom Tod und das macht sie nicht unbedingt beliebt. Denn vom Tod spricht man heute nicht; man verdrängt ihn, soweit es geht, aus dem Alltag, möchte zumeist nicht darüber reden – selbst in einer christlichen Gemeinde. Gestorben wird in Krankenhäusern und Pflegeheimen, dort, wo es möglichst keiner sonst mitbekommt. Doch in Wirklichkeit bestimmt der Tod unser Lebensgefühl auch heute ganz entscheidend mit: Vom „Leben als letzter Gelegenheit“ hat Marianne Gronemeyer in einem tiefgründigen Buch gesprochen und geschildert, wie der heutige Mensch Sicherheit und Beschleunigung zur vordringlichen Aufgabe der Weltverbesserung macht: „Sicherheit, um dem Einzelleben wenigstens seine durchschnittliche Lebensspanne zu garantieren, und Beschleunigung, um die unerträgliche Kluft zwischen den unendlichen Möglichkeiten, die die Welt da draußen bereithält, und der kläglichen Zeit, die dem Einzelnen zu deren Ausschöpfung zur Verfügung steht, wenigstens zu verringern. Der Mensch gerät in Panik. Neben den Tod tritt ein beinah noch ärgerer Widersacher des Lebens: die Angst, etwas zu versäumen.“

"Tief religiös" ist da kein Kriterium, das vor diesem Trend schützt. Da braucht es schon eine konkrete Hoffnung.

Eine Möglichkeit des Menschen, mit dem unausweichlichen Schicksal des Todes umzugehen, ist die, ihn zu etwas „ganz Natürlichem“ zu erklären. Der Tod gehört nun mal zum Leben mit dazu; das Sterben des Einzelnen ist ein Teil des ewigen „Stirb und werde“, das unsere Welt bestimmt, und von daher sollten wir ihn als etwas ganz Normales annehmen. Gerade im Bereich der Esoterik tauchen solche Gedanken immer wieder auf und scheinen ja auch einen gewissen Trost zu vermitteln. Doch wenn wir selber ganz konkret mit dem Tod eines Menschen und auch mit unserem eigenen Tod konfrontiert werden, spüren wir es ganz genau: Der Tod ist nicht einfach bloß etwas „ganz Natürliches“; er ist nicht gut und normal. Er zertrennt menschliche Gemeinschaft, er verletzt, er widerspricht ganz und gar unserem menschlichen Verlangen nach Leben, und er lässt sich von daher auch nicht schönreden. Dass Menschen sterben müssen, zeigt vielmehr, dass unsere Welt nicht gut ist, nicht so ist, wie sie von Gott ursprünglich einmal gewollt war. Der Tod ist Konsequenz und Ausdruck unseres zerbrochenen Verhältnisses zu Gott, oder, wie es Paulus im Römerbrief formuliert: „Der Tod ist der Sünde Sold.“ (Römer 6,23) Das heißt nicht, dass man das Sterbealter eines Menschen in irgendeine Beziehung zu seinen konkreten Sünden setzen könnte. Wohl aber ahnen wir: Der Tod ist und bleibt das entscheidende Problem unseres Lebens – ein Problem, das nicht wir bewältigen können, sondern das nur Gott selber lösen kann.

In unserer heutigen Zeit übt der Gedanke der Reinkarnation, der Wiederverkörperung der Seele nach dem Tod, auf viele Menschen in unserem Land eine große Faszination aus, und so liegt buddhistisches Gedankengut heute scheinbar voll „im Trend“. In Wirklichkeit handelt es sich dabei jedoch um eine Anpassung buddhistischer Gedanken an unsere westliche Wohlstandsgesellschaft, die dem ursprünglichen Anliegen des Buddhismus völlig zuwiderläuft: Im Buddhismus ist die Reinkarnation etwas Negatives und Leidvolles, wünscht sich ein Buddhist nichts sehnlicher, als nicht mehr wiedergeboren zu werden, nicht mehr als „Ich“ zu existieren, sondern wie ein Tropfen im Meer des Nirwana untergehen zu dürfen. In unserem gesellschaftlichen Kontext wird die Reinkarnation dagegen als etwas Positives wahrgenommen, als eine Möglichkeit, „im nächsten Leben“ wieder gut zu machen, was man im vorherigen versäumt hat, und sich so immer weiter nach oben zu entwickeln und selbst zu verwirklichen. So faszinierend dieser Gedanke auch klingen mag – er widerspricht der christlichen Botschaft ganz und gar und lässt sich mit ihr nicht vereinbaren. Nach christlichem Verständnis müssen nicht wir die Folgen unserer Verfehlungen abarbeiten und uns durch unser Tun nach oben entwickeln – vielmehr empfangen wir schon jetzt die Vergebung Gottes, die in Ordnung bringt, was wir verfehlt haben. Weiterhin setzt dieser Gedanke der Reinkarnation voraus, dass unser Körper nur in einem losen Verhältnis zu unserer Seele steht und letztlich unwichtig, ja vielleicht gar hinderlich sei. Wirklich wichtig sei nur die unsterbliche Seele. Die Heilige Schrift macht hingegen deutlich, dass Körper und Seele untrennbar zusammengehören und dass die Erlösung nicht nur die Seele, sondern auch den Körper mit umfasst. Dies bringen in besonderer Weise auch die Sakramente zum Ausdruck, in denen Gott ja gerade leiblich an uns handelt: Christus nimmt im Heiligen Mahl leiblich in uns Wohnung und wird gerade darum diesen Leib, in dem er lebt, am Ende einmal auferwecken – gewiss in einer Gestalt, die wir uns jetzt noch gar nicht vorstellen können, aber doch so, dass wir wieder „wir selber“ sein werden. Und der Gedanke der Reinkarnation verharmlost schließlich die Tatsache, dass in unserem Tod eine letzte Entscheidung fällt: Es ist den Menschen bestimmt, „einmal zu sterben, danach aber das Gericht“, heißt es im Hebräerbrief. Jetzt, hier in diesem Leben, fällt die Entscheidung über mein ewiges Geschick; ich habe keinen zweiten Versuch und sollte gerade auch von daher den Gedanken an das Ende meines Lebens nicht verdrängen. Dafür steht für mich zu viel auf dem Spiel.

Dass der Tod für uns Christen ein Durchgangstor zum Leben ist, ist keine selbstverständliche Aussage. Vielmehr dürfen wir allein darum dies behaupten, weil Christus selbst durch seine Auferstehung die Macht des Todes gebrochen und uns in der Heiligen Taufe an diesem Sieg über den Tod Anteil gegeben hat: Wer getauft ist, ist damit hineingeboren in ein neues Leben, das auch der Tod nicht zerstören kann. Von dem Geschenk unserer Taufe her dürfen wir nun allerdings in der Tat ganz zuversichtlich unserem Tod entgegenblicken. Nicht, dass wir den Tod nicht auch immer zugleich als Strafe und als etwas Unnatürliches empfinden würden, nicht dass unser Sterben oft genug auch mit viel Leid verbunden und wahrlich nichts ist, wonach wir uns sehnen würden. Doch gerade wenn wir diese Realität des Todes ganz ernst nehmen, dürfen wir als Christen zugleich auch ganz getrost den Tod als Durchgangstor zum Leben und damit in letzter Konsequenz sogar als etwas Positives wahrnehmen: So sehr hat Christus den Tod entmachtet, dass er uns jetzt sogar zum Guten dienen muss.

Den Tod kann man nicht meiden oder vermeiden. Mit der Geburt steht schon fest, daß der Körper irgendwann mal verfällt. Sicher gibt es Lebewesen die sehr lange leben. Einen Schwamm in einer kalten Region schätzt man auf 10 000 Jahre. Dagegen ist unsere Lebenspanne sehr kurz. Dennoch ist die Zeitspanne die uns zur Verfügung steht für uns groß genug um viel zu erleben.

So wie die Liebe, das Leben, wurde auch der Tod von vielen Dichtern, Denkern, Sängern und sonstigen Künstlern beschrieben.

Der Tod wird unterschiedlich aufgenommen. Manchmal erlöst er. Manchmal ist er schmerzhaft, mal kommt er zu früh, oder zu den falschen Menschen. Sogar völlig unnötige Fälle gibt es.

Wie man mit dem Tode umgeht ist sehr unterschiedlich. Obwohl jeder weiß das er irgendwann kommt, werden doch fast alle überrascht.

Er hinterläßt immer Spuren. Erinnerungen an den Menschen festigen die Spuren.

Wenn jemand mit 70 bis über Hundert stirbt ist das OK. Man kann es einsehen und es ist nicht so schlimm.

Stirbt ein junger Mensch vor seinen Eltern, dann ist es zu früh.

Tötet sich einer selber, passiert es oft, daß er völlig fremde Menschen mit reinreißt und deren Leben verändert. Andere fühlen sich schuldig. So ein Tod ist der schmerzvollste.

Stirbt ein Baby an einer Silikonvergiftung, weil Mutter anders sein wollte, dann ist das völlig überflüssig und diese Spuren sind mehr als nur groß. Diese Narben bleiben!

Es gibt viele Arten zu sterben. Das Wo und das Wie bleibt offen - eine Überraschung.

Ich selber habe schon ein paar letzte Worte und Wünsche für meine Trauerfeier nieder geschrieben. Weil ich viel mit de Tode zu tun hatte, zudem eine Menge Humor besitze habe ich schon festgelegt keine typische Trauerkleidung und da ich verbrannt werden möcht, damit es noch mal richtig warm wird. Tja Ring of Fire wäre ne nette Begleitmusik wenn ich dann aus oder in die Kirche geschoben.

Um es mit den Worten von Stan Laurel zu sagen: Wer bei meiner Beerdigung weint, mit dem red ich nie wieder. So ungefähr soll er es gesagt haben.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Niemand kann den Tod meiden. Der trifft immer noch jeden. Besondere Risikogruppe: die Rentner (😉).

Interessant ist, warum gläubige Menschen gelassener mit dem Tod umgehen.

Die Bibel sagt, dass wir mit Beginn unseres Lebens eine "lebende Seele" wurden. Wir bekamen keine Seele, die nach dem Tod irgendwo hinfliegen würde, sondern wir selbst SIND lebende Seelen:

"Und Jahwe Gott bildete den Menschen, Staub von dem Erdboden, und hauchte in seine Nase den Odem des Lebens; und der Mensch WURDE eine lebendige Seele." (1. Mose 2:7, EB)

Wie geht es mit uns weiter, da wir ja wegen der Sünde unserer Ureltern unvollkommen sind?

"Die Seele, die sündigt — sie selbst wird sterben." (Hesekiel 18:4)

Wir alle sind dem Tod unterworfen. Was ist das für ein Zustand — der Tod?

"... was aber die Toten betrifft, sie sind sich nicht des geringsten bewußt, auch haben sie keinen Lohn mehr ... Alles, was deine Hand zu tun findet, das tu mit all deiner Kraft, denn es gibt weder Wirken noch Planen, noch Erkenntnis, noch Weisheit in dem Scheọl [Grab], dem Ort, wohin du gehst." (Prediger 9:5, 10)

Mit anderen Worten: nach dem Tod kehren wir dahin zurück, wo wir uns vor unserer Geburt befanden: in den Zustand der Nichtexistenz:

"Im Schweiße deines Angesichts wirst du Brot essen, bis du zum Erdboden zurückkehrst, denn aus ihm wurdest du genommen. Denn Staub bist du, und zum Staub wirst du zurückkehren.“ (1. Mose 3:19)

Wir leben nach unserem Tod also nirgendwo weiter, weder im Himmel, noch in einer Qualhölle (die die Bibel sowieso nicht lehrt).

Was bleibt von uns übrig? Wir bleiben in Erinnerung bei Gott. Er hat uns sozusagen in ein "Erinnerungsbuch" eingeschrieben:

"Deine Augen sahen sogar den Embryo von mir, Und in dein Buch waren alle seine Teile eingeschrieben Hinsichtlich der Tage, da sie gebildet wurden Und unter ihnen noch nicht einer da war." (Psalm 139:16)

Gott hat gewissermaßen unseren genetischen Bauplan aufgezeichnet (DNS). Anhand dieses Bauplans kann er uns neu erschaffen. Genau das versprach Gottes Sohn — Jesus Christus:

"Wundert euch nicht darüber, denn die Stunde kommt, in der alle, die in den Gedächtnisgrüften [Gräbern] sind, seine Stimme hören und herauskommen werden ... zu einer Auferstehung des Lebens" (Joh. 5:28, 29)

Gott führt also Buch über jeden von uns und kann uns nach unserem Tod wieder zum Leben auferwecken:

"Und ich sah die Toten ... und Buchrollen wurden geöffnet. Aber eine andere Buchrolle wurde geöffnet; es ist die Buchrolle des Lebens. Und die Toten wurden nach den Dingen gerichtet, die in den Buchrollen geschrieben sind, gemäß ihren Taten" (Offb. 14:12)

Wo werden wir leben, wenn Gott uns durch seinen Sohn auferweckt?

Eine begrenzte Anzahl wird gemäß Offb. 7:4 zu himmlischem Leben auferweckt. Und der große Rest von uns?:

"Die Gerechten selbst werden die Erde besitzen, Und sie werden immerdar darauf wohnen." (Psalm 37:29)

Wir werden also das wiedererlangt haben, was Adam und Eva verloren haben: ewiges Leben auf einer paradiesischen Erde in Glück und Frieden.

Dann wird es keinen Tod mehr geben:

"Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen.“ (Offb. 21:4)

Diese schöne Hoffnung dürfen alle Menschen haben.

Ist das so? Ich kann es kaum abwarten, obwohl ich mich nicht mehr selbst umbringen wollte. Aber mit der Religion oder Konfession, der ich angehöre, hat es nichts zu tun, weshalb ich mein Leben gern ginter mir hätte.

Tun sie das Vermeiden?
Ich würde mich als eher religös bezeichnen, oder so, sagen wir philosophisch, mit der Überzeugung einer Willenskraft in den Dingen.

Der Tod ist ein sehr wichtiges Thema.

Ich würde sagen, dass ich keinen Unterschied beobachten zwischen Religiösen und Nicht-Religiösen. Das ist doch verwunderlich.

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