Wieso werden die lateinischen Fälle (Kasus) im Ausland in einer anderen Reihenfolge gelehrt als im Deutschen?

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5 Antworten

Die Versammlung von Mutmaßungen im weiteren Verlauf des Threads wollte ich nicht im Detail durchgehen. Ich frage mich nur, wie du auf den Gedanken kommst, die Reihenfolge der lateinischen Fälle sei im Deutschen
Nom, Akk, Gen
usw.?

Mag ja sein, dass einige Bücher/Lehrer aus Unterrichtungsgründen dies in deutschen Schulen so handhaben, - wenn aber überhaupt, dann in den mir bekannten Büchern auch nur zwischendurch. Am Ende münden alle Grammatiken in die bekannte Reihenfolge ein. Mir jedoch ist die oben erwähnte Reihenfolge nie untergekommen, weder in Latein noch in Deutsch. Und ich beschäftige mich schon ein paar Jahrzehnte damit.

Da der lateinische Genitiv viel über das Genus (die Art!) eines deklinierten Wortes aussagt, wäre es auch höchst unpraktisch gewesen, diesen Kasus weiter hinten zu verstecken. Nach dem regelmäßg abgeschliffenen Nominativ kam gleich der Genitiv, um der Deklination die Richtung zu geben.

Wäre die Reihenfolge anders gewesen, wäre es zumindest mal erwähnt worden - irgendwo - irgendwie - irgendwann.

Das Deutsche, am Anfang ja nicht wirklich eine Schriftsprache, hat dann für seine Grammatik die Reihenfolge aus Latein übernommen (und nicht umgekehrt, wie manche wähnen).

Dies ist eine gute Übersicht, wie mir scheint:
https://de.wikipedia.org/wiki/Lateinische\_Grammatik

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Ich kann dir nicht genau beantworten, woher die Reihenfolge

Nominativ, Genitiv, Akkusativ, Dativ

kommt. Ich nehme an, es liegt an der lateinischen Grammatik-Tradition. Allerdings ist die Reihenfolge ja nicht in Stein gemeißelt, gerade in neueren Lehrbüchern für "Deutsch als Fremdsprache" wurde die Reihenfolge dahingehend geändert, dass sich die Sortierung nun nach der Verwendungshäufigkeit der einzelnen Fälle im Deutschen richtet:

Nominativ, Akkusativ, Dativ, Genitiv

Lange Rede, kurzer Sinn; vll. hat das einfach didaktische Gründe, auch im Lateinischen.

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Du hast die Frage falsch editiert: Im Deutschen ist es Nom, Gen, Dat, Akk, Abl.


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Nein. Im Englischen ist es auch der zweite Fall. Im Lateinischen ebenfalls. Im Dänischen gibt es nur zwei Fälle, nämlich die Grundform und den Genitiv. Woher ziehst Du denn deine Infos?


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Kommentar von iasnf0129
08.03.2017, 16:02

Z.B. von Wikipedia: https://en.wikipedia.org/wiki/Latin\_declension#Nouns

Oder jedes englische Grammatikbuch das ich gelesen habe. Ich habe zum ersten Mal (vor kurzem) ein deutsches Grammatikbuch aufgemacht. Es ist so verwirrend. Denn jede andere Sprache die ich spreche gehen mit Nominativ-Vokativ-Akkusativ-Genitiv-Dativ-Ablativ, während Deutschland alles einfach umändert.

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Kommentar von iasnf0129
08.03.2017, 16:09

Im Dänischen haben wir den Nominativ, Akkusativ und den Genitiv für Pronominen. Und den Nominativ und Genitiv für Substantive - und man weiß nicht einmal, ob der dänische Gentiv überhaupt ein Kasus ist. Allerdings (!) wenn man ein dänisches Lateinbuch liest, dann wird klar nach dem Schema Nom-(Vok)-Akk-Gen-Dat-(Instr)-(Lok)-Abl dekliniert! So auch hier:https://da.wikipedia.org/wiki/Kasus#Indoeurop.C3.A6isk

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