Wieso ist den meisten muslimischen Ländern Krieg?

25 Antworten

"Ich denke, dass beim Islam vielleicht eins entscheidend ist- er hat ein außerordentlich strenges Regelwerk und das Dogma des Interpretationsverbots, d.h. man darf nicht selbst entscheiden, wie man den Islam versteht, sondern soll ihn wortwörtlich nehmen. Gerade in Gegenden mit geringer Bildung, in denen Menschen gar nicht oder kaum lesen können, sind die Gläubigen darauf angewiesen, den Mullahs zu vertrauen, die ihnen sagen, was richtig und falsch ist und was der Islam beinhaltet. Selbst wenn sie lesen können, ist der Koran ziemlich schwere Kost und viele sind auch der Ansicht, dass man ihn nur auf Arabisch richtig verstehen kann, was es noch schwieriger macht. Dadurch haben die Gelehrten und die Prediger in muslimischen Ländern und Regionen mit geringerem Bildungsniveau oft eine sehr große Macht und damit auch die Möglichkeit, diese zu missbrauchen. Der Heilige Krieg, der in anderen Religionen oft als Symbol verstanden wird, wird im Islam dank Interpretationsverbot oft eben als genau das- Krieg gegen Andersgläubige- aufgefasst (obwohl das zu Widersprüchlichkeiten im Koran führt). Und wenn islamistische Führungspersonen dazu aufrufen, können sich Gläubige dem nicht entziehen, solange sie diesen blind vertrauen und auf sie hören."

Das ist das beste Teil als Erklärung warum es eigentlich für Ausstehenden so schwer zu begreifen ist.

Dies teile ich ganz und gar mit. Wenn das Wissen in wenige Hände liegt, ist es ein leichte Spiel für Propaganda, Deinformation, Korruption, Willkür, Ausbeutung und Krieg.

Und dann wär auch das liebe Geld im Spiel.

Sonst lauft alles immer nach Schema F. Man sucht sich der unvermeidliche unzufriedene Teil eine Bevölkerung aus, bewaffnet es oder setzt es an die Macht und schon geht es los. Wenn nichts mehr zu verdienen ist, lasst man ALLE fallen und Tschüß. Danach sind die Hilfsorganisationen dran.

Es ist kaltschnauzig aber wahr: Ein Krieg wo man sich um zivilisten nicht kümmern musst, ist viiieeel billiger. :-( <---

Mein Freund mit die gute (beste) Erklärung musst man ergänzen. Ein chte Problem ist dass der Koran nicht flexibler genug ist um als Grundverfassung oder Grundgesetzt zu dienen. Nicht mehr.

Im iran gibt es keinen Krieg. Im Irak und in Pakistan gibt es immernmal wieder Anschläge aber auch dort gibt keinen Krieg. In Ägypten können sich die radikalen Islamisten nicht damit abfinden das gegen ihre Diktatur gepuscht wurde, aber auch dort gibt es keinen Krieg

Es gibt politische Rivalitäten. Häufig wohnen in den von dir genannten Staaten verschiedene Volks- und/oder Religionsgruppen zusammen. Das ist so, weil viele der grenzen nach er Kolonialzeit so gezogen wurden, dass eben verschiedene Gruppen zusammen leben. Wodurch schon Ärger vorprogrammiert ist. Wie z.B. in Belgien, wo es Konflikte zwischen französich- und flämischsprachigen Volksgruppen gibt. Oder wie in Jugoslawien, das völlig zerfallen ist. Dazu kommen westliche Interessen, Wirtschaft oder Sicherheitspolitik. Erdöl, Suezkanal, Israel, etc. Alles zusammen führt dazu, dass in vielen der von Dir genannten Staten Unruhen sind. Die von Dir genannten russischen Teilrepubliken wären gerne unabhängig, ebenso wie die vielen Staaten, die nach dem Zerfall der Sowietunion unabhängig geworden sind. Das ist noch einmal ein Sonderfall.

Ein paar Jahrzehnte früher hat sich die USA massiv in Süd- und Mittelamerika eingemischt. Da herrschten dort überall Bürgerkriege, obwohl die Menschen dort katholisch sind, und nicht muslimisch.

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