Wieso ist Beethoven taub geworden?

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3 Antworten

Beethoven erlitt in seiner Kindheit eine schwere Bleivergiftung, die möglicherweise mit seinen Beschwerden an den Ohren zusammenhängt. Sicher ist das nicht, doch ab ca. 1800 litt Beethoven dann unter Otosklerose, einer Erkrankung eines Knochens im Innenohr, das zur Schwerhörigkeit führte. Er wurde durch die quälenden Geräusche in seinem Ohr schwer depressiv und es soll sogar von Suizid die Rede gewesen sein. [...]

Beethoven komponierte trotz seiner Krankheit und der quälenden Gehörprobleme große Meisterwerke. Im Jahr 1819 wurde er schließlich ganz taub.

Quelle: wie-wie.de

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Kommentar von Peterwefer
21.01.2017, 14:33

Im Jahr 1819 - ich habe gelesen, dass er von seinem 47. Lebensjahr an absolut taub  war. Diese Bleivergiftung - ja, damals wurde Bleizucker mehreren Weinen zugesetzt. Es wurde schon vermutet, dass es damit zu tun hatte. Aber wann hatte Beethoven in seiner Kindheit eine Bleivergiftung? Ich weiß, dass er als Kind die schwarzen Pocken hatte. Und dann wurde er von seinem Vater, der ein ziemlich exzesssiver Säufer war, ziemlich schwer drangsaliert. Der wollte ihn zum Wunderkind à la Mozart erziehen. Dass Beethoven deswegen psychische Folgen davontrug, nehmen manche an.

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Wie das passiert ist, darüber gibt es kaum mehr als Vermutungen, nicht zuletzt aufgrund des damaligen medizinischen Standes. Wie er sich gefühlt hat? Nun, je mehr sich abzeichnete, dass er irgendwann völlig taub sein würde, desto mehr verzweifelte er. Dass er mehr als einmal versucht hat, sich mit Morphium das Leben zu nehmen, wird immerhin vermutet. Aber irgendwann hat er sich mit seiner Lage arrangiert. Er schrieb in einem seiner Briefe: Wie viel elender ist es Bach und Händel ergangen? Sie waren während ihrer letzten Lebensjahre blind! Beethoven tröstete sich schließlich damit, dass er immerhin noch komponieren konnte. Und eine lange Reihe bedeutender Werke sind entstanden, als er schon so taub war, dass er sich nur noch über Schrift verständigen konnte (v. a. seine Neunte Sinfonie und seine Missa Solemnis). Einen schweren Wehmutstropfen (ja, mehr noch: eine bittere Kriese) erlebte Beethoven 1809. Damals war er schon so schwerhörig, dass er sein Fünftes Klavierkonzert, welches ihm sehr am Herzen lag, nicht mehr selbst aus der Taufe heben konnte. Immerhin hat er bis an sein Lebensende komponiert. Weiß nicht, ob Dir diese Ausführungen eine Hilfe sind.

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"Am ehesten wird man heute meinen, dass Beethoven an einer so genannten chronischen Innenohrschwerhörigkeit gelitten hat. Seit 1798 wies Beethoven mit voranschreitendem Hochtonverlust, Sprachverständlichkeitsverlust, Tinnitus und Hyperakusis sehr charakteristische Zeichen dieses Leidens auf. ...

Auch eine Bleivergiftung macht nicht schwerhörig: Arbeiter von Bleibergwerken, etwa in Südamerika, leiden zu Tausenden an Bleivergiftungen. Schwerhörig sind sie nicht. ...

Man findet Angaben, dass Beethoven an einer Otosklerose, einer Knochenkrankheit des Ohres, gelitten haben soll. Das verbesserte Hören mit dem Holzstab am Klavier wird als Indiz aufgefasst. Allerdings macht eine Otosklerose außerordentlich selten völlig gehörlos."

Zum Gefühl: "Es war Kant, der anmerkte, schlechtes Sehen trenne von den Dingen, Schwerhörigkeit hingegen trenne von den Menschen. Beethoven beschreibt die charakteristische, soziale Isolation des Schwerhörigen, die Schwerhörigkeit als Krankheit, die im wahrsten Sinne des Wortes doppelt unsichtbar ist: Man kann sie nicht sehen, und der Betroffene macht sich unsichtbar. Beethoven zieht sich aus der Welt der Hörenden zurück. Ein bestimmender Teil seines Menschseins geht Beethoven unaufhaltsam verloren."

http://www.aerzteblatt.de/archiv/34009

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