Wieso interessieren sich so wenige junge Menschen für Politik?

11 Antworten

Aus meinem Umfeld kann ich nur berichten, dass sich eigentlich recht viele Jugendliche für Politik interessieren; vielleicht ist das nur bei mir so, vielleicht bekommt man das als `Außenstehender` aber auch einfach nicht so sehr mit. Ansonsten könnte ich mir vorstellen, dass v.a. in den Nachrichten ja quasi nur von neutralen und negativen Dingen berichtet wird, sodass schnell die Einstellung `boah nee das geb ich mir nicht, das zieht mich nur wieder voll runter` entsteht, oder dass man sich nach der Schule *hustG8hust* einfach nur noch ins Bett legen und nichts mehr sehen oder lernen will.

Hallo!

Das ist ein Vorurteil, dass sich junge Leute nicht für Politik interessieren würden ---------> es gibt sehr wohl Jugendliche, die politische Interessen haben bzw. sich auch in Jugendorganisationen von Parteien (Junge Union, Julis, Jusos...) engagieren.. nur wird darüber eben wenig berichtet. Es verkauft sich einfach besser, Klischees von faulen, oberflächlichen & desinteressierten, total passiven & alkoholliebenden Jugendlichen zu bringen, weil die meisten Menschen eher sowas lesen wie 'nen Artikel über den z.B. 20-jährigen Kreisvorsitzenden der Jungen Union oder ähnliches!

Allerdings bin ich (m, 25, CDU-Mitglied) auch der Ansicht, dass es maßgeblich von der Erziehung bzw. der Prägung im Elternhaus/in der Schule abhängt, wie man sich seine Präferenzen setzt :)

Nun, meiner Meinung nach ist dafür Folgendes verantwortlich:

1. Junge Menschen sind oftmals faul, d.h. sie machen sich auch über existenzielle Fragen wie den Aufbau der Gesellschaft, Sinn des Lebens, Moral, etc. keine Gedanken, weil sie diese wichtigen Fragen als langweilig betrachten, da sie sich häufig einer richtigen Antwort nicht sicher sein können.

2. Junge Menschen befinden sich in einem Selbstfindungsprozess; sie sind aber oftmals faul, können diesen also nur passiv statt finden lassen. Trotzdem brauchen sie etwas woran sie festhalten können. Da sie nicht die Anstrengungen auf sich nehmen gegen den Strom zu schwimmen, haben sie erkannt in welche Richtung sich der Mainstream (der Mainstream ist ein Phänomen, das es schon seit Anfang unserer Geschichte gab und immer, bis zum Ende der Welt, geben wird, da eine vorherrschende Meinung solange immer existent sein wird) ausrichtet und vertreten ihn oder gehen allenfalls ihm in seiner Richtung voraus.

3. Alles was diese sichere, populäre Meinung also bedroht, versuchen sie zu verteidigen, da sie sich sonst ausschließen oder sich mit einem anderen Modell auseinandersetzen müssten. Dieser Drang dies zu verteidigen lässt sie glauben zu erkennen, was Gerechtigkeit ist.

4. Jene fühlen sich oft ungerecht behandelt und entwickeln so schnell ein System, nachdem sie stereotypisch die Probleme, die sie umgeben zu lösen zu wissen glauben.

5. Die scheinbare Fähigkeit immer das Richtige zu wissen, lässt sie glauben sich nicht ausgiebig mit Politik auseinandersetzen zu müssen; sie wissen ja sowieso immer die Antwort.

6. Sie empfinden es langweilig sich dann noch mit Nachrichten oder Ideologien zu beschäftigen, da es für sie überflüssig ist und ihnen Zeit raubt, die sie nutzen könnten, um noch mehr "in" zu werden.

7. Dadurch werden Junge Menschen immer subjektiver und verabscheuen es objektiv zu denken.

8. Ergo: Sich nicht objektiv mit etwas zu beschäftigen, heißt, dass man es subjektiv, also fast gar nicht tut, da man sich, ohne es zu prüfen, der Antwort sicher ist.

9. Ergo: Nur Wenige junge Menschen interessieren sich für Politik.

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