Wieso hört man bei dem Film am Ende zwei Knalle?

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7 Antworten

Solche Meteore haben eine Geschwindigkeit von einigen Kilometern pro Sekunde, sagen wir mal so ab 10 bis 20 km/s aufwärts. Dagegen ist Schall langsam.

Das Problem bei solchen Objekten ist aber eher, dass sie die Luft enorm zusammendrücken, wenn sie auf die Atmosphäre treffen. Der Luftdruck vor dem Meteor, Asteroid, was auch immer steigt massiv an und führt zu enormer Hitze. Das führt zu einem Druck nach außen und erzeugt eine enorme Druckwelle die sich weit über der Schallgeschwindigkeit durch die Luft bewegt, auch einige Kilometer pro Sekunde.

Kleiner Brocken zerfetzt es bei solchen Vorgängen noch bevor sie den Boden berühren. Daher haben wir zuerst einen lauten Knall verursacht durch die Druckwelle und dann noch den Knall, wenn der Brocken zersplittert. Solche großen Brocken wie in deinem Film werden aber nicht auseinanderbrechen. Die gehen in einem "Rutsch" durch. Das erzeugt eine Druckwelle in der Atmosphäre und noch eine zweite beim Aufprall auf der Erde.

Grob gesagt haben wir jedenfalls bei einem 112km Asteroid einen riesengroßen Feuerball mit nicht ganz 1000 Kilometer Durchmesser, was auch dann ungefähr der Durchmesser des verbleibenden Einschlagskraters sein wird (nachdem sich die Situation auf der Erde beruhigt hat). Der Krater beim Einschlag ist aber schlimmer. Er ist zwar nur knapp 500 Kilometer breit, dafür aber etwa 150 Kilometer tief. Die entstehende Hitzestrahlung brennt auf mehr als 1000 Kilometer Entfernung fast sofort alles nieder. Der Rest der Erde wird von einem Erdbeben der Stärke 12 (Richterskala) heimgesucht. Das ist stärker als jedes vorherige Beben. Nach der Richterskala führt jeder Skalenwert mehr zu ca. 10-fach stärkeren Erschütterungen als der vorherige Wert. Ein Beben der Stärke 6 ist also etwa 10 mal so heftig wie ein Beben der Stärke 5. Das stärkste registrierte Beben gab es 1960 in Chile mit Stärke 9,5 und über 1000 toten. Natürliche Erdbeben mit mehr als 9,5 Punkten auf der Richterskala sind jedoch theoretisch nicht möglich. Es sollte also klar sein, was dann Stärke 12 bedeutet...

Die Druckwelle, die sich durch die Luft bewegt ist dann im übrigen auch noch in 1000km Entfernung etwa 3 km/s schnell. Selbst in 20.000 km Entfernung - auf der Gegenüberliegenden Seite der Erde - erreicht sie noch ca. 80 Meter pro Sekunde. Der Brocken fegt also so oder so alles Weg. Die Schockwellen breiten sich durch die Erde aus. Kommen also etwas eher an als der "Wind". Aber man wird, wohl mehr als zwei Knalle hören. Einschlag, Schockwelle durch Luft, Schockwelle durch Erde. Aber auf der anderen Seite frage ich mich, ob die Menschheit dann noch lange genug lebt um überhaupt etwas zu hören.

PS: Der erklärte Brocken hier war 20 km/s schnell. Im Sonnensystem sind bis zu 76 km/s möglich. Da sind die Auswirkungen noch viel schlimmer.

Ich kenne den Film leider nicht. Generell sollte man bei "typischen" Spielfilmen die Effekte und deren drumherum lieber nicht zu wissenschaftlich betrachten. Da regieren die dramatischen Umsetzungen und nicht die Naturwissenschaften.

32 Sekunden ... Vielleicht wollte man das Eintreffen der Druckwelle an einem bestimmten Ort andeuten?

Man kann solche Impacts mit wissenschaftlichen Simulatoren analysieren. Probiere es mal aus:

http://impact.ese.ic.ac.uk/

bei typischen Parametern (Zusammensetzung, Geschwindigkeit, Untergrund, Auftreffwinkel) und bei einen Brocken dieser Größe hat der Feuerball einen Durchmesser von knapp 2000 km.

Ich würde sagen, alles was sich innerhalb des Bereichs von 32 Sekunden Lauflänge der Stoßwelle aufhält, existiert so oder so schon (vor Ablauf von 32 Sekunden) nur mehr in Form eines Dampfwölkchens.

Eigentlich schon vorher, da enorme Strahlungshitze beim Kontakt mit der Atmosphäre frei wird.

Der Simulator ist eine interessante Sache und nicht schwer zu bedienen ...

Vielleicht ist der erste Knall der Eintritt in die Erdatmosphäre und gleichzeitige Bruch der Schallmauer und der zweite ist der Aufprall auf der Erde? Aber ich bezweifle, dass dazwischen 32 Sekunden liegen

Wieso sollte der Asteroid denn nochmal beschleunigen? Wegen der Erdanziehungskraft? Da würde er doch schon eher abbremsen wegen dem Luftwiederstand, oder?

Man kann ja auch einfach von nem normalen Logikfehler ausgehen, aber hätte gern Gewissheit, am liebsten ne Meinung von dem Profi^^ Andererseits ist es komisch, wenn man schon 2 Knalle macht, dann doch auch aus einem bestimmten Grund.

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@Defens93

Ich habe nie erwähnt, dass er sich beschleunigt. Also ich würd davon ausgehen das der erste knall der Bruch durch die Schallmauer bzw der plötzliche Knall des eindringens in die Erdatmosphäre und der zweite der Aufprall auf dem Boden ist

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@Pet0ar

Ach stimmt, hab glatt vergessen das es außerhalb ja so gar keinen Schall gibt >_<

Weißt du denn sicher, dass es auch einen Knall gibt wenn ein Objekt in die Athmosphäre eindringt wenn es schon vorher schneller als der Schall war?

Sorry wenn ich bisschen nervig oder so rüberkomme, bin sehr dankbar für deine Antworten aber bin nunmal sehr interessiert und will sichergehen

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@Defens93

Natürlich. Wenn der Schallmauerbruch nur innerhalb unserer Atmosphäre geht, muss der irgendwo hier einen Knall ergeben.

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@Pet0ar

Entweder verstehe ich die Begründung deiner Antwort nicht/falsch oder du hast die Frage falsch verstanden :S Aber ist in Ordnung, glaube dir mal^^

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(1) Die Geschwindigkeit, mit der Körper die Sonnensystems in die Erdatmosphäre eindringen, beträgt in der Regel 11,2 km/s, das ist ( / 340 m/s) etwa 30 fache Schallgeschwindigkeit.

(2) Die Bezeichnung "Schallmauer durchbrechen" ist Bild-Zeitungssprache. Jeder Körper, der schneller als der Schall fliegt, schleppt einen Machschen Kegel hinter sich und eine Bugstoßwelle vor sich her. Dem "Zuhörer" fällt dabei manchmal ein "Doppelknall" (Durch Vorder und Hinterende des Flugobjekts bedingt) auf wenn des Ding über einem fliegt; der hat aber nur einen Abstand von Zehntelsekunden.

(3) 32 Sekunden mit Schallgeschwindigkeit entspricht etwa 11 km, das ist wenig...

Die Frage ist, wieweit vom Standort schlägt das Ding ein? Wenn das genau auf der anderen Seite der Erde war, dann ist vom Flug durch die Atmosphäre gar nichts wahrnehmbar.

Vielleicht ist da ein sehr schräger Flug fantasiert? Das Ding fliegt über dem Standort (Überschallknall hörbar), schlägt dann nach etwa einer (!) Sekunde 10 km entfernt ein, und dieser Aufschlag ist dann 30 Sekunden später auch zu hören. Oder so....

Der Einschlag setzt sich als Erdbebenwelle natürlich über die gante Erde fort; bis man da was sieht, dauert es auch, außer man ist wirklich nahe dran.

Hier gibt es übrigens schöne Impakt-Simutionen:

http://www.st.uni-trier.de:8080/CRATER/

Gute Antwort, nur

(1) Die Geschwindigkeit, mit der Körper die Sonnensystems in die Erdatmosphäre eindringen, beträgt in der Regel 11,2 km/s, das ist ( / 340 m/s) etwa 30 fache Schallgeschwindigkeit.

Es gibt da im engeren Sinn keine Regel für 11,2 km, sondern eine Verteilung bis hin zu gut 70 km/s.

LG

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@derastronom

Hast Du eine Idee, wie diese 70 km/s zustande kommen könnten? Extreme Ellipsenbahnen und Momentangeschwindigkeit keim Kreuzen der Erdbahn?? Das wäre dann aber wirklich ein Zufallstreffer :-)

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@DonDeSilva

http://de.wikipedia.org/wiki/Meteorit#Meteorit

Über 70 km/s dürfte eher selten sein ...

Leider finde ich momentan keine Daten für die Geschwindigkeitsstreuung. Gut, bei den kleinen Meteoren (z.B. Reste periodischer Kometen) schon, nichts aber auf die Schnelle für Asteroiden-Impacts.

Wenn da ein wirklich großer Nickel-Eisen-Brocken (70 km/s) von deutlich über 10 km Durchmesser käme, sieht für die Biosphäre jedenfalls nicht so gut aus.

:-)

LG

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@derastronom

Ah, ich verstehe! 42 km/s (Entweichgeschwindigkeit aus dem Sonnensystem) plus 29 km/s (Erdbahngeschwindigkeit). Aber auf der Erdbahn selbst ist ein an die Sonne gebundener Körper gar nicht 42 km/s schnell (sondern nur, wenn er an den Sonnenrand gefallen ist). Und die Addition der Erdbahngeschwindigkeit heißt, dass er genau von vorne kommen muss, also in der Ekliptik.... Sehr windig, diese Zahl :-)

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Eventuell ist doch der "Überschall-Doppelknall" gemeint... 100 km sind halt etwas länger als ein übliches Flugzeug...

Bei einem streifenden Flug durch die Atmosphäre mit den besagten 11 km/s dauert es etwa 10 Sekunden bis dieses Monster vorbei geflogen ist,

Ich lese gerade, genau 112 km soll das Ding breit gewesen sein?? Wahrscheinlich, damit man einfacher rechnen kann :-)

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Bei der Schallmauer hast du einen Denkfehler. Draußen gibt es kein Ausbreitungsmedium dessen Schallmauer er durchbrechen kann. Je näher er der Erde kommt umso dicker wird die Luft und umso niedrigen die Grenze für die Schallmauer. Sobald der Meteor eine Luftschicht erreicht, dessen Schallgeschindigkeit seine unterschreitet, durchbricht er die Schallmauer und es gibt einen Knall.

Ob das beim Film gemeint war weiß ich allerdings nicht.

Gerade weil er verdammt schnell ist, durchbricht er die Schallmauer.

Als Durchbrechen der Schallmauer bezeichnet man doch den MOMENT, in dem das Objekt die Geschwindigkeit des Schalls erreicht bzw. die Schallmauer durchbricht. Vorraussetzung ist also, dass die Schallmauer bereits durchbrochen IST, demnach kann es keinen weiteren Knall geben, sonst müsste der Asteroid ja irgendwie abbremsen und wieder beschleunigen, oder?

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Es ist ein film. Nimm es nicht so ernst :D

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