Wieso hatte keiner aus meiner Familie Herzinfarkt obwohl wir fast oder gar jeden Tag Fleisch essen?

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8 Antworten

Der Verzehr von Fleisch wird nicht zu den Hauptrisikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen gezählt. Wenn das Fleisch mager ist (und heutzutage werden die Fleischtierrassen auf mageres Fleisch hin gezüchtet), dann muss man auch bei täglichem Fleischverzehr nicht unbedingt einen hohen LDL-Cholesterinspiegel haben.

Außerdem ist auch die Korrelation zwischen Laborwerten und der tatsächlichen Gesundheit nicht 100%ig.

Eure Familie ist zudem keine repräsentative Gruppe für eine medizinische Studie. Normalerweise werden viele Hundert oder Tausende von Patienten in eine Studie einbezogen, um gültige Aussagen treffen zu können. Bei 10 doer 20 Personen kann der Zufall noch eine zu große Rolle spielen.

Zum einen ist das Risiko einer Herzkrankheit erblich bedingt. Meine lebenslang vegetarisch lebende Tante verstarb an Herzschlag, und auch ihre acht fleischessenden Geschwister waren alle irgendwie herzkrank.

Zum anderen hat der Cholesterinspiegel kaum etwas mit dem Herzinfarktrisiko zu tun. Das ist eine Lüge der Margarinehersteller und der Pharmalobby. Lediglich bei jungen Männern mit sehr hohem Cholesterinspiegel besteht ein Zusammenhang; somit ist die Aussage, dass fleischlose Kost das Herzinfarktrisiko senken kann, nicht unbedingt falsch.

Jedoch geht der Fleischkonsum definitiv einher mit einem erhöhten Risiko für Rheuma, Krebs, Gicht, Diabetes, Depressionen und anderen Krankheiten. Ich selbst erkrankte als junge Frau an Rheuma, und nachdem ich auf den Rat von Barbara Rütting hin auf Fleisch verzichtete, verschwanden die Beschwerden. Das ist nun 30 Jahre her und ich fühle mich pudelwohl.

Fazit: In gesundheitlicher Hinsicht ist vegetarische Kost uneingeschränkt empfehlenswert!

Das ist meist ein eher schleichender Prozess, und meist tritt das mit zunehmendem Alter erst auf. Gibt aber sicherlich auch Menschen die das besser abbauen als andere etc...

wenn jeder, der regelmässig Fleisch isst, einen Herzinfarkt bekäme, wäre die Menschheit schon längst ausgestorben

Es ist richtig, dass ein hoher Fleischkonsum die Gefahr auf Herz-Kreislauferkrankungen erhöht.

Zum Beispiel haben Konsumenten, die mehr als 8 Portionen rotes Fleisch im Monat konsumierten ein 4,9 fach höhere Warscheinlichkeit auf ein kardiovaskuläres Ereignis, als diejenigen, die weniger als 4 mal im Monat rotes Fleisch konsumieren. Bei Konsumenten, die mehr als 12 Portionen weißes Fleisch konsumierten haben ein 3,7 fach höheres Risiko, als diejenigen, ie weniger als 8 mal im Monat weißes Fleisch konsumierten. (Kontogianni et al. 2008) (Kardiovaskulär bedeutet Herz und Blutgefäße betreffend)

Aber wie gesagt: Es ist nur die Wahrscheinlichkeit die erhöht wird. Jemand der lebenslang raucht kann auch steinalt werden, ohne an Krebs zu erkranken.

Es spielen noch eine ganze Reihe Faktoren eine Rolle, wie Alter, genetsiche Veranlagung, sportliche Aktivität, Rauchen, sonstige Ernährung, Übergewicht, Stress.

Zum Beispiel stärkt viel Gemüse, selten Wein, ansonsten wenig Alkohol, ab und an Schokolade, viele Ballaststoffe das Herz-Kreislaufsystem.

Ich würde nicht mit dem Risiko spielen: Von mehr als 1-2 mal die Woche rät die deutsche Gesellschaft für ernährung aus gesundheitlciher Sicht ab.

Paguangare 31.03.2012, 18:09

Inwieweit sind bei diesen Studien über den Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und Herz-Kreislauf-Erkrankungen die anderen Risikofaktoren herausgerechnet?

So ist es häufig so, dass Vegetarier nicht nur auf Fleisch verzichten, sondern darüber hinaus auch noch große Mengen an besonders herzgesunden Gemüsearten essen, weniger Fett verzehren, und insgesamt gesundheits- und körperbewusster sind als der durchschnittliche Carnivore. Vermutlich trinken sie auch weniger Schnaps und dafür mehr Fruchtsäfte. Möglicherweise neigen Vegetarier auch weniger dazu, starke Raucher zu sein, oder haben nicht so häufig starkes Übergewicht.

Deshalb ist es schwer, den genauen Einfluss eines Einzelfaktors (hier des Fleischkonsums) herauszuarbeiten und eine eindeutige Ursache-Wirkungs-Beziehung zu beweisen.

Man müsste theoretisch immer zwei Probanden gegenüberstellen, bei denen alle anderen Faktoren übereinstimmen:

  • Gleicher BMI

  • Gleicher Gemüsekonsum

  • gleicher Obstkonsum

  • Gleicher Ballaststoffkonsum

  • gleiche Rauchgewohnheiten

  • gleicher Alkoholkonsum

  • vergleichbare sportliche Aktivität

  • gleiche genetische Disposition

    und wo der einzige Unterschied ist, dass der eine Fleisch isst und der andere stattdessen eine Sojafrikadelle. Dann bräuchte man für die medizinische Studie ein paar Hundert solcher Probandenpaare. Sie müssten über viele Jahre hinweg beobachtet werden. Wenn dann die Inzidenz der Herz-Kreislauferkrankungen bei den Fleischessern um den Faktor 4 bis 5 erhöht wäre, würde mich dies sehr wundern.

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Paschulke82 04.04.2012, 23:15
@Paguangare

Es gibt etliche Studien diesbezüglich, die etliche Faktoren berücksichtigt haben. Die jetzt alle aufzuführen oder zu zitieren ist mir etwas zu aufwändig. Ich empfehle folgendes Buch: http://www.amazon.de/Vegetarische-Ern%C3%A4hrung-Claus-Leitzmann/dp/3825218686/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1333573363&sr=8-1

Du hast natürlich recht, dass die generell gesündere Lebensweise von Vegetariern mitspielt. Aber warum sollte man nicht das Gesamtpaket sehen? Ich halte eine kritische, bewusste Konsumhaltung für durchweg positiv!

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Sei doch froh darüber, das noch keiner einen Herzinfarkt hatte :)

xMonsterEnergy 30.03.2012, 16:19

Ich bin froh aber es interessiert mich halt warum das so ist :)

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Wieso ist meine Oma 98neuzig obwohl sie raucht und hat keinen Lungenkrebs, wenn Du Dir die Mühe machst mir das zu erklären, versuche ich Deine Frage zu beantworten.. ;-)

Ach du *****...

Warum? Warum nur?! Warum darf sich sowas wie du auf einer Webseite anmelden ohne dafuer bestraft zu werden? -.-

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