Wieso hat sich die vermeintliche Weltsprache Esperanto, sich nicht als Weltsprache durchgesetzt?

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Der Grund ist historisch bedingt. In den ersten 30 Jahren seines Bestehens hat Esperanto einen unglaublichen Aufschwung erlebt, gerade auch in der deutschen Arbeiterschaft gab es gleich zwei große Esperantobewegungen!

Als dann aber die Diktaturen kamen (H.itler (warum zum Teufel wird der Name zensiert???), Stalin, usw.), wurden Esperantosprecher von allen Seiten immer mehr unterdrückt und verfolgt und zum zweiten Weltkrieg hin so gut wie "abgeschafft". Der Grund ist klar: Kein Diktator kann es sich erlauben, dass die unteren Schichten sich mit anderen Ländern unterhalten können, das würde nämlich ihr "Wahrheitsmonopol" untergraben.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde dann zumindest überall im Westen jedem Englisch als Sprache aufgedrückt, was auch logisch ist. Die großen Sieger der Weltgeschichte haben anderen immer sowohl ihre Kultur, ihre Sprache und ihre Denkweise aufgedrückt. Dementsprechend hat sich Englisch trotz riesiger sprachlicher Schwächen sehr einfach überall als Weltsprache durchsetzen können während Esperanto erst einmal überhaupt keine Basis mehr hatte.

Die Gründe sind also politischer Natur und haben mit der Qualität als Sprache überhaupt nichts zu tun.

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du bist wirklich gut!...

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Auf die Frage kann man eher nur spekulativ antworten. Meine Spekulation lautet: Die Menschheit neigt apriori nicht dazu das zu tun, was vernünftig wäre (siehe Abkehr von CO2-Ausstoß - wann lassen wir unser Auto mal stehen?). Wie lange haben die Schweden gebraucht, um von Links- auf Rechtsverkehr umzusteigen? Wie lange hat es gedauert, das metrische System allgemein durchzusetzen? Die politische Einheit Deutschlands hat 40 Jahre auf sich warten lassen. Wie lange dauern allgemeingesellschaftliche Prozesse? Wann halten wir das Absterben von Dialekten und Minoritätssprachen auf?

Auch die Stänkerer gegen Esperanto werden irgendwann einsehen, dass es vernünftiger ist, sich auf eine gemeinsame Sprache zu einigen, die keinem Volk und keiner nationalen Kultur allein gehört. Der Vorteil des Esperanto liegt darin, dass alle, die sich international verständigen möchten, ein Viertel bis ein Zehntel für nur eine Fremdsprache an Lernaufwand erbringen müssten. Momentan muss man das viel schwerere Englisch lernen und kann trotzdem nicht überall vernünftig kommunizieren.

Es gibt viele Arten von sog. Kunstsprachen. Von diesen ist Esperanto Nationalsprachen am ähnlichsten und hat sich in der Praxis so weit entwickelt und bewährt, dass es sich bereits heute lohnt es zu lernen und anzuwenden, auch wenn es jetzt noch nicht wirklich Weltsprache ist.

Übrigens: Falls das noch nicht alle wissen. Esperanto will keine Nationalsprache ersetzen. Im Gegenteil: Statt Englisch um nach dem Weg fragen zu können, lerne lieber Esperanto und Plattdeutsch oder Esperanto und Alemannisch oder Esperanto und Moselfränkisch, bzw. Letzebuergisch, je nach dem, wo du lebst.

Der spätere Dr. Esperanto - (Sprache, Politik, gutefrage.net)

fahr doch mal nach "esperantonien"! super wetter dort und erst die kultur und die gegend. da möchte man gern urlaub machen- immerhin kauft das land keine waffen.... aber auch anderer handel ist nicht möglich.

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