Wieso hat man Sex mit dem Partner?

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15 Antworten

Sex festigt (nicht nur psychisch sondern auch hormonell) die Bindung. Eine feste Bindung zu Partner/Partnberin garantiert eine sichere Basis für die Aufzucht von Nachwuchs.

Das hat die Evolution so eingerichtet, weil Menschenkinder relativ lange behütet werden müssen, bis sie allein überlebensfähig sind.

Hallo linalala12,

zunächst einmal: Das ist eine sehr interessante Frage, die man auf mehreren Ebenen beantworten.

Um kurz die Biologie (und damit die langweiligere :D) anzuschneiden: Dass Sex im Allgemeinen zur Fortpflanzung dient, sollte bekannt sein. Dabei ist der Faktor der Selektion zu berücksichtigen, da eine Fortpflanzung i.d.R. zwischen den Angehörigen einer Art stattfindet, die auf Grundlage der Betrachtung von sekundären und tertiären Geschlechtsmerkmalen als besonders geeignet erscheinen. So galt ein weites Becken z.B. als geeigneter für Geburten, ausgeprägte Muskulatur als Indiz für die Fähigkeit, sich und den Partner versorgen zu können etc. Innerhalb einmal gebildeter Gruppen setzten sich so Hierarchien durch, wobei es artübergreifend durchaus extreme Unterschiede in der Paarungskultur gibt.

Dass wir in unserer modernen (Hinweis: Modern ist hier epochal gemeint und nicht im Sinne von „fortschrittlich“ - andere Länder andere Sitten heißt es so schön), westlichen Gesellschaft Beziehungen mit fester Partnerbindung führen, in der sexueller Kontakt dem Lebensgefährten vorbehalten ist, hat gesellschaftliche Gründe, die sich mit der Zivilisation entwickelt haben. Um nicht ganz soweit zurückzugreifen: Durch die christliche Epoche hat sich das feste Partnerverständnis durchgesetzt. Sex außerhalb einer Ehe wurde schwer geahndet. Diese kulturelle Entwicklung hat sich in mehreren Gemeinschaften parallel vollzogen, wobei Mann und Frau unterschiedliche Attribuierungen zukamen. Galt es für einen Mann als große Leistungen „Frauen erobert zu haben“, war dies für eine Frau mit sehr üblen Konsequenzen verbunden (Ein weiterer Ausdruck der Repression im Übrigen und ein höchst wirksamer). Sittenlosigkeit war wohl noch das netteste, was die betreffende Frau dann zu hören bekam. (Gesellschaftliche Ächtung gab es als Dreingabe) 

Dieses Rollenbild hat sich in kaum veränderter Form gehalten und hat so auch in unsere moderne Gesellschaft Einzug gehalten. Seit mehreren Jahrzehnten ist jedoch hier eine Liberalisierung zu beobachten. Die Idee, dass gesellschaftliche Normen voreheliche Keuschheit vorschreiben, mag vielen von uns absurd vorkommen (ist in tief religiösen Gemeinden der USA z.B. aber durchaus noch üblich - Stichwort). Und auch die absolute Monogamie ist zwar noch als Leitbild vorhanden, als gelebte Praxis aber eher untergeordnet. Ihr Einfluss auf unsere Art zu denken ist jedoch immer noch spürbar. Zwar ist die sexuelle Freizügigkeit auf vielen gesellschaftlichen Ebenen so ausgeprägt wie seit langem schon nicht mehr, allerdings halten sich tradierte Rollenbilder wie dieses schon lange.

Wenn man sich von diesen Vorstellungen löst, gibt es eigentlich kaum einen rationalen Grund, den Sex nicht zur Lustbefriedigung zu nutzen (das „älteste Gewerbe“ der Welt kann ein Lied davon singen ... denn diese innere Triebfeder ist in jedem Menschen vorhanden und Unterdrückung derselben ist meiner Ansicht nach kaum ratsam, da Selbstverleugnung immer Schäden verursacht). Das Problem ist, dass mit der sexuellen Komponente meist eine emotionale verbunden wird und es äußerst schwierig ist, hier klar zu trennen. Gefühle zwischen Freunden sind anders als zwischen Sexpartnern, weil diese oberflächlich gesehen etwas Anderes miteinander teilen. Dass Freundschaften auf anderer Ebene wesentlich inniger sein können (nicht müssen) wird dabei meist außer Acht gelassen. Außerdem will man nicht riskieren, dass eben eine solch gute Beziehung darunter leidet, wenn der Partner von einer sexuellen Beziehung etwas Anderes erwartet als man selbst. Also lässt man sich auf eine solche Beziehung eher selten ein.

Um es abschließend auf den Punkt zu bringen: Sex wird mit Liebe gemeinhin gleichgesetzt ... und das ist (zumindest für die einen) das große Problem an der Sache. Ich finde, gerade darüber lohnt es sich wirklich nachzudenken.

Ich hoffe, das konnte weiterhelfen


Ich denke er, dass ein Beziehungspartner die Möglichkeit in Betracht zieht, den anderen Partner zu verlieren.

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@ButchButch

... wenn er eben diesen Gedankengang nicht nachvollziehen kann bzw. zur klaren Trennung der Ebenen nicht in der Lage ist. Dass dies unwahrscheinlich ist, habe ich auch nie behauptet; es kann eben nur als unlogisch angesehen werden und das ist das Problem: Gefühle sind oft nicht ganz so logisch.

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Ich denke, das ist historisch begründet.

Sex diente früher ausschließlich zur Fortpflanzung. Da der Partner ja in dem Sinne "das Beste" ist, wollte man sich natürlich auch nur mit ihm fortpflanzen, was dazu führte, dass Sex nur in einer Partnerschaft vorkam.

Heute änderst sich das schon ein bisschen, zum Beispiel durch Freundschaft+. Und auch wenn Sex heute nicht mehr zur Fortpflanzung dient, wurde es eben so beibehalten.

(Ein persönlicher Grund für mich ist zudem, dass meine Freunde für mich zur Familie gehören. Ich könnte niemals in einem romantischen oder sexuellen Sinne eine Beziehung zu ihnen aufbauen.)

  • Die Antwort liegt doch in der Natur der Sache: Man hat naturgemäß überhaupt einen Partner, weil man sich gemeinsam fortpflanzen und eine Familie gründen möchte. Partnerwahl geht normalerweise der Sexualität voraus. So ist zumindest die biologische, angeborene Veranlagung. Sexualität ist etwas sehr intimes, das man nur mit besonderen Menschen teilt. Gerade wenn man bedenkt, dass es eben selbst bei guter Verhütung doch zu einer Schwangerschaft kommen kann.
  • Nun ist logischerweise jedem von uns klar, dass man heutzutage die meisten Partnerschaften nicht mehr zur Familiengründung eingeht, sondern vor allem auch in jungen Jahren aus Liebe, Spaß an Sexualität und Freude an der Beziehung. Aber auch all das spricht dafür, dass man Sexualität eben mit den jeweiligen Partnern ausübt.
  • Sexualität ist das Intimste, was wir miteinander teilen können und sie sollte nicht zu einer bloßen Freizeitgestaltung degradiert werden. Lass Sexualität etwas sein, was du mit Menschen teilst, die dir etwas bedeuten.

"Sexualität ist das Intimste, was wir miteinander teilen können..."

Das hat sich meiner Meinung in der heutigen Gesellschaft etwas verschoben, es ist, so habe ich zumindest das Gefühl nicht mehr das intimste, wenn man die Freizügigkeit und Leichtfüssigkeit der Darstellung so betrachtet. Das aktuell intimste halte ich für psychische Probleme/Kopfkino des Menschen. Natürlich kann ich mich auch irren, aber eine sehr gute Antwort.

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@Flash8acks

Ich glaube, wir dürfen mediale Präsentation nicht mit dem eigenen Leben verwechseln. Die allermeisten Menschen würde nicht öffentlich Sex haben, würden nicht mit irgendwem Sex haben und empfinden Sexualität durchaus als höchst intim.

Das echte Leben ist eben nicht das, was veröffentlicht wird. Lassen wir uns nicht in die Irre führen.

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Man muss unterscheiden zwischen Sex mit Gefühl und Sex das der reinen Lustbefriedigung dient.

Sex das der reinen Lustbefriedigung dient, kann man im Grunde mit fast jedem haben. Hier geht es rein um den Akt an sich und darum "Druck" abzubauen. Dieser Sex bleibt jedoch meist oberflächlich und sorgt nur für eine gewisse Zeit für Befriedigung.

Eine wirkliche befriedigende Sexualität können wir aber meistens nur in einem sehr intimen Rahmen haben und das ist in der Regel mit dem Partner oder der Partnerin. Dieser Rahmen ist bei einer Freundschaft nicht gegeben, weil hier nicht so viele Gefühle im Spiel sind wie bei einer Partnerschaft.

Die Intimität einer sexuellen Beziehung würde ich nur mit meiner Partnerin, nicht aber mit Freundinnen und noch weniger mit Freunden teilen wollen - letzteres weil ich ein Mann und hetero bin, aber mir ist ebenso auch Treue wichtig.

Wenn aus dieser Intimität Kinder hervorgehen empfinde ich es als wichtig und richtig, dass diese Kinder ein gutes Zuhause haben, mit Eltern, die für sie in Liebe und Güte einstehen, und nicht dass sie von auch nur einem Elternteil im Stich gelassen werden. Kinder haben ein Recht darauf, in einem Zuhause aufzuwachsen, in welchem Liebe, Verständnis, Güte, gegenseitiges Vertrauen, Sicherheit, Zuflucht und weitere positive Werte vorherrschen.

Manche gehen vielleicht in einen Puff aber für mich käme das nicht in Frage, ob ich nun Single bin oder nicht.

Das kommt darauf an was Sex für einen beutet. Ich kenne auch Leute welche polygam leben und damit glücklich sind. Für mich bedeutet es so ziemlich das größte Maß an Nähe und ist so meinem Partner vorbehalten.

Interessante Moralische Frage, Freundschaft ist für die meisten eine sehr innige Beziehung aber für manche so innig wie zu einer schwester oder bruder und man will nicht einfach so was aufs spiel setzten.

Also sagen wir weil man Beziehungen und Freundschaften trennen möchte.

Sex ist meiner Meinung nach nicht zwangsläufig ein Beziehungsding. Zu einer Beziehung gehört zwar Sex, aber zu Sex gehört keine Beziehung.

Gründe für Sex: Fortpflanzung, Lust... Ja, das war es eigentlich.

Grüße

Nun das ist tief in der Kultur und unserer Psyche verwurtzelt. Mal abgesehen davon dass sich Geschlechtskrankheiten unfassbar verbreiten würden, gilt trotzdem: Wer nicht vögelt kann kein Kind zusammen haben. Und da der Mensch hauptsächlich Monogam oder Polygam lebt, schließt man damit aus, dass ein Kind von jemandem anderes kommen könnte. 

Da sex auf liebe basiert. Es ist eigentlich ein intimer akt zwischen zwei personen die sich lieben. Leider vergessen das heutzutage sehr viele und es kümmert sie nicht mit wem sie schlafen oder ob sie gerade in einer Beziehung sind.

Wieso sollte Sex auf Liebe basieren?

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@Kindred

Ist meine logik... Menschen in einer Beziehung lieben sich=sex   außerdem entstehen dadurch kleine menschen welche man im besten falle auch liebt. Also ein akt umgeben von liebe.

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Weil für viele Sex und Liebe zusammen gehört. 

Aber es gibt auch Personen wo mit ihren Freunden Sex haben ,nennt sich F +.

Weil man Gefühle für ein Partner empfindet und der Kollege bleibt nur ein Kollege..

Weil sex sich überwiegend in dem Intimbereich abspielt und da möchten es manche nicht haben das sich da auch schon Freunde Zugang verschaffen und dann geht es da auch noch um Kinder die mal ernährt werden wollen.

ist ein trieb

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