Wieso hat Deutschland so große Angst vor Erdogan?

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18 Antworten

Ich habe eben Nachrichten geschaut, Deutschland kümmert sich um viele Sachen (nicht nur um die Türkei). Die Behauptung, Deutschland kümmere sich nur noch um die Türkei, ist insofern inkorrekt (und beruht vermutlich auf selektiver Wahrnehmung).

Putin und Erdogan haben miteinander gesprochen, ein völlig normaler politischer Vorgang (wahrscheinlich ging es u.a. um wirtschaftliche Fragen), aber sie haben sich nicht "zusammen geschlossen". Ihre Interessen sind unterschiedlich (und in Syrien sogar konträr).

Wirtschaftlich wird man einige Punkte der Zusammenarbeit besprochen haben. Z.B. ist die Türkei nicht an das Embargo gebunden, und kann landwirtschaftliche Produkte in Russland verkaufen.

Weder kümmert sich Deutschland nur noch um die Türkei, noch hat Deutschland Angst vor diesem Erdogan.

Die Türkei ist ein vergleichsweise unwichtiges Land, das für Deutschland nur insofern Bedeutung hat, als viele Türken in den letzten fünfzig Jahren eingewandert sind und man natürlich am Mitbürger und seinen Problemen mit der alten Heimat interessiert ist.  Aber besonders viel kümmert man sich nicht um die Türkei, andere Dinge sind momentan wichtiger.

Allerdings beobachtet Deutschland sehr genau, dass in der Türkei die große Gefahr besteht, dass dort ein Diktator die absolute Macht erlangt und in der Folge dann der NATO-Bündnispartner und Europa-Interessent Türkei zu einem  diktatorischen Unrechtsstaat mutiert. Das kann Deutschland, das kann insgesamt die demokratische Welt, der die Türkei ja angehören möchte, nicht tolerieren.

Ach ja - Purtin und Erdiogan haben sich keineswegs "zusammengetan", viel zu unterschiedlich sind die Interessen. Sie haben geredet, und miteinander zu reden ist nun mal der Job von Politikern.

Angst haben da höchstens die politischen Eliten - nämlich um ihre Machtposition, nachdem sie sich diesen Mühlstein mit ihrer verkorksten Migrationspolitik um den Hals gehängt haben. Und nicht erst gestern.

http://www1.wdr.de/radio/wdr2/programm/klartext/merkel-will-100.html

Und übrigens auch mit ihrer verkorksten Klimapolitik, denn da haben sie ja bekanntlich die letzten 30 Jahre NICHTS gemacht und jetzt ist's zu spät, die globale Erwärmung nimmt jetzt schon so richtig Fahrt auf und könnte uns schon in 20 Jahren ausrotten.

http://www.flassbeck-economics.com/how-climate-change-is-rapidly-taking-the-planet-apart/

Das wird vorher natürlich ebenfalls heftige Verteilungskämpfe mit sich bringen, dagegen sind die aktuellen Migrationsprobleme reine Kinderk@cke.

https://www.washingtonpost.com/world/middle_east/an-epic-middle-east-heat-wave-could-be-global-warmings-hellish-curtain-raiser/2016/08/09/c8c717d4-5992-11e6-8b48-0cb344221131_story.html?postshare=1521470820044962&tid=ss_tw

Das Problem ist, dass die Türkei gerne in die EU aufgenommen werden möchte. Allerdings ist Erdogans derzeitiges Handeln kontraproduktiv. 

Und es scheint so, als wolle er sein Trumpf, das Flüchtlings-Abkommen mit der EU, dazu benutzen, um der EU bestimmte Handlungsweisen aufzudrängen.

Ich denke, Frau Merkel ist in einer Zwickmühle: Einerseits beteuert sie, dass man die Flüchtlingskrise meistern werde, andererseits ist sie natürlich nicht vollkommen blind, was den Protest innerhalb der Bevölkerung und der Opposition angeht. Daher befürchtet sie natürlich, dass noch mehr Wut und Protest aufkommen wird, wenn der Flüchtlings-Deal mit der Türkei von seiten der Türkei aufgekündigt wird und die Grenzen zur EU wieder geöffnet werden.

Es wird zwar oft gesagt, dass das Flüchtlings-Abkommen nichts mit den Forderungen der Türkei zu tun hätten. Aber mal ganz ehrlich: Wenn Erdogan sagt, er kündigt das Aufkommen auf, dann macht er das ohne Wenn und Aber. Da ist es ihm herzlich egal, ob seine vorangegangenen Forderungen überhaupt nichts mit dem Abkommen zu tun hatten. Letztlich müsste die Türkei die bereits geflossenen Unterstützungsgelder zurückzahlen. Aber: Who cares!

Man muss halt abwägen was schlimmer ist:

Ein Politiker, der die Situation für seine Zwecke ausnutzen will und dem man aufgrund dessen Zugeständnisse einräumt

oder 

Eine komplette Überforderung der Behörden und Sicherheitsinstitutionen aufgrund eines weiteren "Schwalls" an Flüchtlingen.

Sieht beides nicht so rosig aus...

die Türkei steht seit, wenn ich mich nicht irre, ca. 2002 vor der Tür der EU und nach all den Jahren des wartens sieht Erdoğan da keine grossen Hoffnungen mehr und "scheisst" mit seinen Aktionen darauf.

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Quatsch die Türkei will nicjz unbedingt in die EU klar wäre es von Vorteil aber es ist für die Türkei kein MUSS

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  1. Keiner hat Angst vor Erdogan
  2. Putin und Erdogan haben sich nicht zusammengeschlossen, sondern wollen ihre Beziehungen wieder normalisieren. Das ist ein himmelweiter Unterschied
  3. Die korrekte Frage müsste lauten, warum hat Erdogan so viel Angst, dass er die halbe Bevölkerung verhaften lässt und halb Europa unflätig bepöbelt?

Erdogan hat vor niemanden angst.

Türkei wird noch zur Weltmacht warte ab.

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@Sacido

Eher friert die Hölle ein. Er wird als der Präsident in die Geschichte eingehen, der die Türkei ins Mittelalter und in die Isolation geführt hat.

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@archibaldesel

Atatürk hat die Türkei in die Moderne geführt, Erdogan führt sie zurück in die Bedeutungsloskeit.

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U.a. weil die Wirtschaft stark in der Türkei investiert ist, dackeln unsere wirtschafthörigen Politiker dem Erdogan hinterher.
Zudem haben EU und Merkel (CDU) Ergogan zum Schleusenwärter gemacht, mit dem Flüchtlingsdeal.
Damit sind sie erpressbar geworden.

Bei gegebener Stimmungslage bei den Bürgern und dem Zulauf der rechtspopulistischen Parteien sind noch mehr Flüchtlinge, gerade vor Wahlen, den Wählern nicht vermittelbar.

Ja, die Deutschen haben viel Angst vor Terrorismus, politischem Extremismus und Spannungen wegen dem Zuzug von Ausländern.
Auch vor einer Überforderung damit.
Krieg mit deutscher Beteiligung ängstigt auch.

Denke, dass es hierbei oft ums Geld geht.
Weiter auch um Hab und Gut. Das will keiner verlieren.
Jeder möchte gerne möglichst viel Wohlstand behalten.

Deutschland hat keine Angst vor Erdogan. Warum auch, er kann uns nichts tun.

Deutschland ist über die Lage in der Türkei besorgt. Die Einschränkungen der Grundrechte ist schon bedeutend, wenn es um einen Natopartner geht.

Deutschland hat wie alle demokratischen Länder ein Interesse daran, dass auch andere Länder demokratischer und nicht undemokratischer werden. Du siehst ja - mit Diktaturen gibt es keine klaren Absprachen, Abkommen und gegenseitige Sicherheit fehlt. Undemokratische Länder verhalten sich oft feinseliger nach außen. Demokratien führen auch keine Kriege gegeneinander!!

Politische Prozesse sind tausendmal vielschichtiger als dass sie in emotionalen Worten beschrieben werden könnten. Angst ist also viel zu kurz gegriffen.

Ich glaube auch nicht, dass D seine eigenen Probleme vergisst. Woran machst du das fest? Es geschieht so viel im Hintergrund, was nicht in den Nachrichten Erwähnung findet - Gesetze werden geschrieben, Beschlüsse gefasst, alles Mögliche. Und in Sachen Demokratie hat D auch weniger Probleme als die Türkei, eindeutig. Leider! D hat sowieso weniger Probleme als viele Länder der Erde. Steht in den meisten Rankings zusammen mit den anderen Ländern recht weit oben.

Nun hier leben viele Türken die für Erdogan alles tun würden oder?Das vieleicht???

wieso Angst ? Solange D die Krankenversicherungen der Angehörigen der in D lebenden Türken bezahlt, kann die Angst nicht so groß sein. 

Oh ja.......das ist auch so ein Thema, bei dem einem die Hutschnur Plätzen kann.

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Wieso - Wer soll denn da Angst haben? Das erschließt sich mir nicht.

Fakt ist Deutschland braucht die Türkei -> Türkei aber auch Deutschland. 

Nur leider lässt sich in einer Beziehung immer nur einer F***en 

Ne ne......ich kenne Beziehungen, da sind beide gef....kt :-)

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Keine Ahnung warum das so ist,unsere Regierung reagiert auch ziemlich milde auf die Naziaussagen!Liegt das alles an diesen Flüchtlingsdeal von Merkel,oder an den Millionen Türken die in Deutschland leben einige sind begeistert von Erdogan!Man weiss nie wohin das führen kan oder?

Du bist nicht gut informiert...

Erdogan hat gestern 35.000 Häftlinge entlassen, um Platz für Putschisten zu schaffen!
Er lässt keine Kritik zu, und lässt Demonstrationen mit Knüppeln und Wasserstrahlen niederschlagen!
Er verbietet alles, was nicht seiner Meinung entspricht und unterstützt terroristische Organisationen!

"Deutschland kümmert sich nur noch um die Türkei und vergessen ihre eigenen Probleme"

Soso, du weißt also was aktuell in der Regierung Gesprächsthema ist und was nicht?

Wenn man die Medien verfolgt und sich in der BPB oder auf der Website des Bundestages erkundigt, dann weiß man das

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Trendsetting ;)

Sollte dir eigentlich schon aufgefallen sein.

Erst wird Monate lang "nur" über Griechenland berichtet, anschließend Russland/Krim, gefolgt von monatelanger Flüchtlingskrise.
Zwischendurch die Anschläge, hauptsächlich in Paris und Brüssel.
Dann die Wahlen in Amerika und der Brexit.
Erdogan ist eben nun an der Reihe.

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Und was sind denn eigene Probleme?
Die werden ja in den Medien nicht genannt, laut deiner eigenen Aussage.
Woher sind sie dir denn dann bekannt?
Oder redest du von privaten Problemen?

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Mir macht dieser kleine Diktator keine Angst.


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