Wieso hat Deutschland so eine "schwache" Armee?

28 Antworten

Wie kommst du darauf, daß die Bundeswehr "schwach" ist?
Sie musste ihre Stärke in den letzten 70 Jahren ja nicht unter Beweis stellen.

GottseiDank auch.

Ich meine, woran misst du das? An der Anzahl der Soldaten, am Militärbudget? Am Stand der Militärtechnik?

Das alles zählt nicht.

  • Die USA haben in Vietnam verloren, obwohl sie technologisch weit überlegen waren mit einem gigantischen Militärbudget.
  • Saddams Armee hat im Iran verloren, obwohl sie zahlenmäßig weit überlegen waren.
  • Die 6. Armee hat in Stalingrad die Fresse voll gekriegt, obwohl sie die moderneren Waffen hatten.

Bei einer ernsthaften militärischen Auseinandersetzung kommt es nicht darauf an, wieviel Waffen und Soldaten man hat, sondern wieviel Waffen man in kürzester Zeit produzieren kann, wieviel Soldaten man mobilisieren kann.

Siehe Vereinigte Staaaten im 1. und 2. Weltkrieg. Siehe Sowjetunion im 2. Weltkrieg. Siehe Israel.

Was lernt ihr denn so in Geschichte auf eurer Schule?

Vielleicht denkt der Fragesteller das, weil man soviel negatives über die Bundeswehr hört:

- Sie hat neue Transportflugzeuge, deren Getriebe beim ersten Flug kaputt gehen.

- Helikopter, mit denen man nicht über Wasser fliegen darf.

- Das G36, das nicht trifft.

- ...

Mir ist klar, dass das G36 auch nicht für das Dauerfeuer konzipiert wurde und durchaus ausreichend wäre, aber die negative Berichterstattung ist dennoch da.

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Deutschland hatte bis 1990 eine Armee von knapp 800 000 Soldaten (West+Ost), die durch die Verträge mit Rußland drastisch reduziert wurde. 

Man ist der Meinung, da Deutschland kein Frontstaat mehr sei, sondern nur noch befreundete Nachbarn hat, brauche man nicht länger eine so große Armee!

Meines Erachtens vergißt man dabei die Kleinigkeit, daß man die Verteidigung nicht einfach seinen Nachbarn aufbürden kann - die würden im Ernstfall (mit Recht) verlangen, daß Deutschland ihnen hilft. Und man vergißt, daß der Neuaufbau einer Armee, sollte die Weltlage sich grundsätztlich ändern, deutlich länger dauert als ihre Reduzierung.

Gruß

Für etwas problematisch halte ich es schon, von der Überlegung auszugehen, daß Deutschland seinen Nachbarn im Ernstfall helfen sollte.

Wie der 1. Weltkrieg zeigte, fällt im Kriegsfall nicht nur als erstes der politische Verstand aus, sondern die Sache kann am Ende auch noch gründlich schief gehen.

Auch, wer wen zuerst angegriffen hat, bleibt oftmals ziemlich unklar, was nicht nur am Syrien-Dilemma ablesbar ist, sondern ganz allgemein an dem, was allzu oft als stattgefundener Angriff definiert oder auch frei erfunden wird.

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@Dxmklvw

Die Risiken stimmen schon! Aber wenn man einem Bündnissystem beitritt, dann ist man nicht nur Nutznießer, sondern auch verpflichtet den Partnern bei einem Angriff zu helfen!

Rechtlich gäbe es für Deutschland nur die Möglichkeit aus der NATO auszutreten und ersatzweise sowas wie Nichtangriffsverträge mit den umliegenden Staaten auszuhandeln.

Aber falls es zu einem Krieg käme, der einen unserer Nachbarn überrollt, dann wäre Deutschland ein Staat in dem sich andere um irgendetwas prügeln, das uns eigentlich nichts anginge! - Das halte ich überhaupt nicht für wünschenswert!

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Bin da ganz deiner Meinung. Ich finde es echt traurig das deutschland sich von anderen vorschreiben lässt, wie sie militärisch stark sein dürfen...

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@foxifita

Ich bin nicht der Ansicht, daß Deutschland eine militärische Großmacht sein muß. Allerdings bin ich der Ansicht, daß wir eine Bundeswehr benötigen, die unseren diversen Pflichten genügt und entsprechend ausgerüstet ist!

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Wo hast du die Zahlen her? Die NVA hatte 150 Tsd. Soldaten, demnach hatte die Bundesrepublik 650 Tsd. Soldaten? 

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@zetra

Es kam mir nur auf die Größenordnung an.

Die Sollstärke der BW war auf 600 000 Soldaten angesetzt - die allerdings nie erreicht wurden (Max. war etwa 570 000) - die NVA habe ich nur geschätzt - mit etwa 1/3 der BW.

In der BRD mußte man im Kalten Krieg auch Teile des Grenzschutzes dazuzählen, weil der z.T. militärisch ausgerüstet und organisiert war. Wie die Grenzeinheiten der DDR gezählt wurden weiß ich nicht - 150 000 erscheinen mir für die DDR aber wenig, weil die Wehrpflicht länger war.

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@nax11

150 Tsd. Soldaten waren fuer die Wirtschaft der DDR damals schon eine hohe Buerde. Einen Grenzschutz extra gab es nicht.

Danke fuer die Relativierung.

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@zetra

Danke für deine Info über den DDR-Grenzschutz - die Grenztruppen gehörten demnach zur normalen NVA.

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Und wofür sollten wir eine starke Armee benötigen?

Polen, Österreich, Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Belgien, Niederlande oder Dänemark sind befreundete Staaten. Wozu sollten wie diese erschrecken und dafür sinnlos Geld ausgeben?

Für unsere Auslandseinsätze im Rahmen der UNO oder NATO würde für den Anfang ja schon mal flugfähige Maschinen helfen. Aber schon damit ist Von-der-Leyen überfordert.

Nun, die geforderten 2% vom Bip sind 60 Milliarden Euro im Jahr. Ich wuerde sagen, das sind keine Peanuts.

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@zetra

Wenn wir militärisch von Polen abhängig sind ist aber ordentlich was schiefgegangen XD

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@foxifita

foxifita, der User meint die neu aufgestellten US-A-Raketen in Polen?

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