Wieso hat der niedrige Ölpreis negative Auswirkungen auf die Industrie?

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3 Antworten

Fallende Ölpreise für sich allein sind etwas anderes als fallende Ölpreise als Reaktion auf abnehmenden weltweiten Konsum und Produktion. Fallende Ölpreise als Folge eines neuen Energiemarktverteilungskampfes wirken in einer bereits unstabilen Weltwirtschaft anders als bei stabiler Weltkonjunktur und leicht steigendem Angebot (Iran). Hier zeigt sich die Schwäche von monokausalen Wirtschaftsbetrachtungen in einer verflochtenen und wechselseitig reagierenden Weltwirtschaft. Manche Journalisten scheinen in ihrem verkürzten Wirtschaftsstudium - wenn sie überhaupt eines hatten - überschlagen zu haben, dass es kurzfristige, mittelfristige und langfristige Wirkungen gibt und dass die je ganz anders ausfallen können.

Wovon zu reden verboten ist: Wie wirkt im Hintergrund die totale Überschuldung in der Welt - USA, Europa, Japan, Argentinien, Brasilien? Wann kippt das ins Negative? Nicht alle haben wie Europa den deutschen Sparer und Steuerzahler als Notfallretter. Aber auch da scheint sich das Ende der Fahnenstange anzukündigen. Wenn immer mehr Staaten vor der Pleite stehen und Kredite bedient werden müssen anstelle von Investitionen, dann läuft - z.B. nach Schumpeter - die Wirtschaft leer, ohne neuen Anschub, dann wird verbraucht und das kommt an ein Ende. Wenn Kredite - siehe Griechenland und die europäischen Schuldenländer - nur noch mit Krediten weiterfinanziert werden können, zirkuliert das Geld nur noch innerhalb der Finanzwirtschaft und - siehe die leer laufende EZB-Politik - es gibt keine positiven Effekte auf die reale Wirtschaft.

In derart grundlegend verfahrenen Situationen sind fallende Energiepreise eher ein Signal für eine rückläufige Wirtschaft. Unsere Verteilungsfreaks (siehe bedingungsloses Grundeinkommen) stehen vor einem Grundsatzproblem: Es reicht nicht, dass frei erfundenes Geld zirkuliert, das finanziert nur die Spekulanten und Spieler. Der Gegenwert des wirksamen Geldes muss immer wieder produziert werden und wer nur verteilt und nichts in die Produktion steckt hat bald die Basis unserer Güterwirtschaft aufgefressen. Er hinterlässt künftigen Generationen viele Schulden, Machtkämpfe und große Armut. Fallende Engergiepreise sind da ein Warnsignal.

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Kommentar von nonepossibile
12.02.2016, 11:08

Ich habe aber auch oft die These gehört, dass es eine neue Form der Kriegsführung ist den Ölpreis zu drücken. Denke dass da auch einiges dran ist. Wenn man schaut, wer den Preis drückt, und wer als erstes Schaden nimmt, kann ich das gut nachvollziehen.

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Eine Auswirkung ist z.B. dass wichtigen Nationen Einnahmen fehlen, Russland, Saudi Arabien haben dann zu wenig Geld um Maschinen zu kaufen, oder andere Güter. Ein leichter Rückgang beim Ölpreis ist gut, wenn es zu viel ist gerät das Gleichgewicht durcheinander und das ist schlecht, weil wichtige Absatzmärkte wegfallen.

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Kommentar von sgn18blk
12.02.2016, 08:31

Brasilien auch, oder?

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Wer sagt denn das dies so sei?

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Kommentar von Pr1Me404
12.02.2016, 08:34

Einige große Unternehmen nennen das als Grund für den Umsatzrückgang in 2015.

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