Wieso hat ausgerechnet Deutschland eine Umverteilungspolitik von reich zu arm nötig?

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4 Antworten

Sehr differenziert wird das von Prof. Ulrich van Suntum dargestellt:

Dazu kommt eine bei ihm nicht berücksichtigte Tatsache, dass Westdeutschland bereits nach dem Krieg ein Ungleichverteilung bekam, weil alle Flüchtlinge aus dem Osten in erheblich stärkerem Maße als Westbürger bei Null anfangen mussten, weil sie alles verloren hatten. Weil zudem Deutschland etwa ab den 60er Jahren als ökonomisch erfolgreiches Land galt und Chancen suchende, meist aber unvermögende Menschen aus aller Welt, erst mal aus Europa, angezogen hat, sind sozusagen Arme in ein Land mit bereits "reich gewordenen" eingewandert. Das sind die sogen. Einwanderungswellen, die auch als "Gastarbeiterzeiten" bekannt sind. Alle nachfolgenden Einwanderungen, z.B. die Türken, jetzt die jungen Griechen und Spanier und dann die "Flüchtlinge" haben die Ungleichheit zugunsten der Armen verstärkt, weil die meisten ohne Vermögen kommen in ein Land, in dem die ansässigen Bürger bereits Vermögen haben.

Frage: Kann man es Deutschland zum Vorwurf machen, dass es Menschen aus anderen, meist ärmeren Ländern neue Zukunftschancen geboten hat? Kann man eingesessenen Vermögenden einen Vorwurf machen, dass sie die Zuwanderung von Armen nicht unterbunden haben? Kann man deutschen Unternehmen einen Vorwurf machen, dass sie im Ausland erfolgreich sind, weil Unternehmen aus Italien oder Frankreich ihre Kosten und Preise nicht in den Griff bekommen? Was da verlangt wird, ist eine Nivellierung nach unten! Der Fleißige wird solange gekürzt, bis er auf dem Niveau des Unfähigsten ankommt! Wer deutsche Exporte beschneiden will, schneidet sich ins eigene Fleisch. Denn Deutschland ist der Hauptfinanzier der europäischen Illusion. Wie Suntum zeigt, hat Deutschland eine der wirkungsvollsten Umverteilungen in der Welt. Nirgendwo werden Reiche stärker zur Finanzierung der Ärmeren herangezogen, wie in Deutschland. Ausgerechnet die Europa-Illusion ist mitverantwortlich, dass sich mittels eines Kartells von Politik, Banken, Konzernen und Medien nicht nur die Superreichen dieser Umverteilung entziehen können (Luxemburg! der Steuerverschiebebahnhof als Werk des Präsidenen der europ. Komission Jean-Claude Juncker). Die Geldpolitik der EZB zugunsten der südlichen Schuldenländer ist die reinste Umverteilungsmaschine: Mittelstand und Sparer wie Steuerzahler und junge Generation in Deutschland werden ausgeraubt und die Milliarden in die Taschen der Milliardenverschieber transferiert - denn bei deneinfachen Menschen kommt - trotz gegenteiliger Behauptungen - nichts an. Selbst US-amerikanische Hedgefonds und Spekulanten verdienen mit.

Armutsfreundlicher ?

Fast jeder Zweite hier lebt inzwischen von H4, Sozialhilfe, Grundsicherung ODER hat eine Rente oder Gehalt in ähnlich niedriger Höhe.

Armut macht krank !

Es kann und darf nicht sein, das einige wenige alles haben und der Rest nix - egal in welchem Land.

Doch wir können nur in Deutschland ändern was geändert werden kann..

Doch seit Jahrzehnten werden Spitzensteuersätze und Unternehmenssteuern sowie Erbschaftssteuern gesenkt ...

...und Lohnabgaben einseitig den Arbeitnehmern aufs Auge gedrückt - Durch Begrenzung der AG Beiträge - Zuzahlungen und Leistungskürzung.

Die gutverdienenden bekommen auch noch Vergünstigungen ( Beitragsbemessungsgrenze)

In den letzten 5 Jahren ist der Anteil am Vermögen Deutschlands von besagten 50% der Bürger ( offizielle Zahlen der Regierung ( die ja oft sowas noch schön rechnen)) von 3% auf 1% gesunken.

Im Klartext - 50% der Bürger besitzen nix, 12% besitzen 10%,  18% der Bürger besitzen 15% und 18% der Bürger besitzen 20% ...2% besitzen 55% allen Vermögens ...und das ämdert sich jahr für Jahr - absehbar wird es dann 70% besitzen nix, 15% besitzen 10% 13% besitzen 20% und 2% besitzen 70% ...


Was meinst du mir "Armutsfreundlicher"?

Eine Umverteilung wird es nicht geben. Wie soll die denn aussehen?

Glaubst du denn das die 63 denen die hälfte gehört, es freiwillig wieder rausrücken?

Mal als Zwischeinwurf. Deutschland hat einen oder sogar den größten Niedriglohnsektor Europas. Das heißt dass sich die Leute hier teilweise von ihren 40h Jobs nicht ernähren können und Geld vom Staat benötigen um wenigstens auf H4 Niveau zu kommen.

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