Wieso hält man an der Kausalität fest, obwohl sie scheinbar nicht mit unserer Existenz vereinbar ist?

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5 Antworten

Hallo, die Antwort von Agronom finde ist richtig. Wir müssen so denken. Die dahinterliegende Diskussion um die Kausalität findest bei Kant in der "Kritik der reinen Vernunft". Schau dir darin die zweite Analogie der Erfahrung an, darin geht es um die Kausalität. Und dann auch später im Buch die dritte Antinomie der Vernunft, in der der Widerspruch zwischen Kausalität und Freiheit diskutiert wird. Die Kausalität besagt, dass alles was passiert eine Ursache hat. Das muss eigentlich nicht so sein, aber für unser Gehirn ist eine Notwendigkeit. Wir können nicht anders denken. Das stellt Kant fest, er nennt es eine Bedingung jeder möglichen Erfahrung. Nur um dann später den Widerspruch zur Freiheit aufzuzeigen. Denn wir denken ja auch in unseren Entscheidungen frei zu sein. Wenn wir das nicht wären, wäre Moral nicht möglich. Alle wären schuldlos. Also muss es Freiheit geben. Gleichzeitig muss alles was geschieht, eine Ursache gehabt haben. Das ist ein Widerspruch. Ich behelfe mir damit, dass das Gehirn ja nun auch nur der Evolution angepasst ist, und daher nicht optimal. Wir sehen auch nicht alle möglichen Farben und hören nicht alle möglichen Töne. Wir haben noch viel zu entdecken.

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Wo ist der Anfang einer Kugel? o.O

Wenn Du das mal begriffen hast und dann auch noch in Ruhe darüber nachdenkst, wieso Du eigentlich davon ausgehst, daß Gott erschaffen wurde, kannst Du Dir Deine Frage im Grunde sinnvoll selbst beantworten.

warehouse14

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Man hält daran fest, da man sich etwas anderes nicht vorstellen kann, der Mensch denkt in den Dimensionen von Raum und Zeit.

Soweit ich weiß beschreibt der Urknall den Beginn von Raum und Zeit (und Materie), damit entzieht sich das "Davor" der menschlichen Vorstellungskraft.

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Kommentar von Ahzmandius
18.03.2016, 11:02

Wenn man den Urknall als Beginn des Raumes und der Zeit ansieht, gab es kein "Davor".

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Kausalität bedeutet nicht, dass alles, was existiert, eine Ursache hat. Problem gelöst...

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Kommentar von kazah88
05.04.2016, 17:11

Naja, also ich bin schon der Meinung das Kant da Recht hat. Wie geschrieben, ist dies der Kausalitätsbegriff wie er in der zweiten Analogie der Erfahrung beschrieben wird: Als Bedingung möglicher Erfahrung. Dies wird m.E. auch nicht durch neue Kausalitätsbetrachtungen der Quantentheorie beeinträchtigt. Denn Kant betrachtet ja die Vorstellungskraft und nicht die Wirklichkeit. Und die Vorstellungskraft denkt für vergangene Ereignisse immer kausal und deterministisch. Sie kann mit Zufall nicht umgehen. Die Quantentheorie mag so richtig sein wie sie will, unsere Vorstellungskraft kommt da nicht mit. Wir arbeiten nur noch mechanisch und mathematisch mit der Quantentheorie, aber nicht mehr visuell mitdenkend.

 

Siehe auch jenen Text eines Autors im Wikipedia Artikel zum Begriff "Kausalität":

Im Gegensatz zu Hume sieht Kant die Kausalität als Notwendigkeit an. Er argumentiert, dass der Kausalgedanke zur inneren Struktur der Erkenntnis gehöre, wenn jede besondere Kausalregel aus der Erfahrung stammt, weil man sonst die Welt gar nicht verstehen könne. Für Kant liegt der Beweis für die Notwendigkeit der Kausalität in der zugleich logischen wie chronologischen Abfolge der Zeit. Er verdeutlicht dies in der Kritik der reinen Vernunft an dem Beispiel der Beobachtung einer Kugel und einer Einbuchtung in einem Kissen. Hier gebe es nur einen logischen Schluss von der Kugel als Ursache zur Einbuchtung als Wirkung. Der umgekehrte Schluss wäre absurd. (Beispiel aus der 2. Analogie der Erfahrung: Grundsatz der Zeitfolge nach dem Gesetze der Causalität)[10] „Die Physik hat die Kantsche Definition der Kausalität weitgehend bestätigt und als Postulat in ihre wichtigsten Theorien aufgenommen.“ In der speziellen Relativitätstheorie von Einstein, die zwar eine Zeitdilatation, nicht jedoch eine Zeitumkehr zulässt, bleibt die Kausalität im Sinne der zeitlichen Folge erhalten. Ebenso wird das Zufallskonzept der Quantentheorie nicht verletzt.[11]

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