Wieso haben Soldaten in Deutschland solch einen schlechten Ruf?

... komplette Frage anzeigen

8 Antworten

Die Armee hat bei uns einen schlechten Ruf, weil man schlechtes mit ihr verbindet.

Die Bundeswehr war als erste Linie gegen die sowjetischen Truppen gedacht und sollte nur Zeit verschaffen. Ebenso die NVA. Beide Armeen waren gegründet, um jemand anderem Zeit zu lassen zu reagieren. Die Konsequenz wäre gewesen, dass Deutschland das Schlachtfeld der Machtblöcke gewesen wäre und vernichtet worden wäre.

Weiterhin hatten die Menschen allgemein ein Problem mit dem Militär. Viele der Menschen in Ost und West hatten die Wehrmacht als Übel angesehen, welches einen Krieg führte, welchen man verlor. Davor hatte die Armee des Kaisers einen Weltkrieg verloren, welcher zu einer Zeit führte die nicht sehr angenehm war.

Die Menschen zu beginn hatten also ein Problem damit, wieder eine Armee aufzustellen. Hatte vorher nicht wirklich gut geendet und die neue Armee ist sowieso nur da um Zeit zu schinden, wird also wahrscheinlich vernichtet. Aber die neue Armee schießt auch auf Deutsche. Das fanden ebenso wenige als positiv.

Heute sieht man eher eine verfehlte Rüstungspolitik, einen nicht optimalen Einsatz in Afghanistan und allgmein Einsätze der Bundeswehr als Kritikwürdig. Die Soldaten selbst können nichts dafür, dass man sie nicht mag.
Viele sehen jedoch das Militär als Kriegstreiber und Mörder, weil sie denken Soldaten töten gern.

Und überleg einmal selbst, was macht die Bundeswehr für Schlagzeilen?
Waffen die angeblich nicht treffen, Großgerät welches nicht funktioniert oder Projekte die teuer sind und abgebrochen werden.
Spätestens bei der nächsten Naturkatastrophe schreit man wieder nach der Bundeswehr (vor allem die, die vorher gegen sie waren)
Die Bundeswehr hat ein Imageproblem, ja. Aber viele Leute vergessen auch wofür wir da sind und wer uns befehle gibt. 

Kein Soldat geht ins Ausland, wenn die Regierung es nicht befiehlt.

 Und das vergessen manche gern. Soldaten trainieren für den Fall der Fälle, aber Politiker schicken einen dahin wo sie wollen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Apfelkind86
27.02.2016, 15:47

Und überleg einmal selbst, was macht die Bundeswehr für Schlagzeilen? 

Überleg du lieber mal, was denn bitte überhaupt als Schlagzeile genommen wird. "Bad news are good news!"

Oder glaubst du, in der Zeitung würde als Schlagzeile stehen: "Neue Gewehre bei der Bundeswehr schießen wie erwartet" oder "Nichts nennenswertes passiert in Einsatz XY"?

3

Die Bundeswehr ist zumindest für Deutschland komplett unnötig. Deutschland hat keine Feinde in seiner Umgebung.

Zudem ist das Verhältnis der deutschen zur Armee ein anderes als in anderen Staaten, da sich die Wehrmacht nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert hat.

Zusätzlich gibt es viele Soldat_innen, die rechte Positionen vertreten, was ich von einem Kumpel von, der Soldat ist weiß und aus diesen Artikeln http://www.welt.de/politik/deutschland/article109241172/Weltbild-deutscher-Soldaten-nicht-unproblematisch.html und http://www.dw.com/de/extremismus-in-der-bundeswehr/a-16951944

Zudem wurden 55 Prozent der Soldatinnen schon mal sexuell belästigt, was auch nicht unbedingt für ein progressives Frauenbild spricht. Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/protest-gegen-verharmlosung-von-sexueller-belaestigung-in-bundeswehr-a-946400.html

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von JohnGrammaticus
27.02.2016, 16:46

Irgendwie habe ich eine solche Antwort von dir erwartet.

 Die Soldaten dürfen doch die politische Einstellung haben, die sie möchten. 

Und außerdem haben sich die anderen Armeen im zweiten Weltkrieg genau so wenig "mit Ruhm bekleckert" wie die Wehrmacht.

Ich sehe jedenfalls Millionenfach Frauen und Kinder wegzubomben, Frauen zu vergewaltigen, Menschen ihre Heimat zu nehmen und sinnlos Kulturgüter zu zerstören nicht als ruhmreich an.

Und manche Leute mit Antifa- und Refugees-Welcome Bannern brüllen heute noch: "Bomber Harris do it again!!!", wenn man versucht den toten Zivilsten bei Bombardierungen zu gedenken,

Es gab natürlich auch Helden bei den Briten, Russen und Amerikanern. Die gab es aber in der Wehrmacht auch zu Hauf.

2

Hm... "deutsche Soldaten" haben - aus historischen Gründen - eigentlich "weltweit" einen schlechten Ruf.

Das könnte an dem einen oder anderen Weltkrieg liegen. Oder an beiden.

Deutsche, die ohne Vater oder Großvater aufwuchsen, weil die eben in den Weltkriegen gefallen sind, um die Weltmacht-Phantasien eines Kaisers oder Führers zu befriedigen, sind in dieser Hinsicht vielleicht recht empfindlich.

Die Witwen ebenfalls. Oder die ehemaligen Soldaten, die diese perversen Kriege nur teilweise überlebt haben. Also mit dem Verlust von Körperteilen dafür bezahlt haben.

Diese Generation ist am Aussterben. Vor einem Monat starb mein Großvater mit hundert Jahren. Er wurde in einem Weltkrieg geboren. Im anderen hat er gekämpft. Er kam durch. Er hat nur ein paar Zehen verloren(Erfrierungen in Russland). Und viele gute Kameraden.

Er hielt sich selbst nicht für einen Mörder. Aber er kannte genug andere Soldaten, die tatsächlich keinesfalls "Helden", sondern eindeutig "Mörder" waren. Gerade auch auf seiner "Seite".

Die "Bundeswehr" hat noch keinen Weltkrieg begonnen. Die Soldaten und Offiziere, die ich persönlich kenne, sind auch definitiv keine "Kriegstreiber", sondern überwiegend Menschen, denen es ernsthaft um Sicherheit geht. Und darum, einen Krieg zu vermeiden.

Vielleicht, weil ihnen die Geschichte eine Lehre ist.

Den "schlechten Ruf" haben sie von ihren Vätern und Großvätern "geerbt".

Diejenigen, die sehr viel mehr als diesen schlechten Ruf geerbt haben (Geld, Immobilien usw. - teilweise aus dem Zahngold ihrer Mordopfer) haben es heute kaum nötig, Soldat zu sein.  

Aber diese Typen gibt es auch immer noch mehr als reichlich in Deutschland.

Eben Menschen, die auf Kriege stehen. Z.B. Waffenproduzenten. Und Menschen, die ihr Vermögen solchen Typen verdanken.

Grüße,

Tanja

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von navynavy
27.02.2016, 07:29

"deutsche Soldaten" haben - aus historischen Gründen - eigentlich "weltweit" einen schlechten Ruf.

So gut die Antwort sonst ist - aber genau das stimmt ironischerweise eben gerade nicht.

Soldaten der Bundeswehr, die im Auslandseinsatz stehen, wurden und werden von den mit ihnen eingesetzten internationalen Truppen für ihre Einsatz- und Leistungsbereitschaft häufig sogar sehr hoch geschätzt.

Was jedoch immer wieder von Verbündeten belächelt wird, ist die poiltische "Halbherzigkeit" bei Einsätzen, was z.B. den entschlossenen Einsatz von Kampfverbänden oder die Einsatzvorschriften angeht.

6
Kommentar von Apfelkind86
27.02.2016, 15:49

Hm... "deutsche Soldaten" haben - aus historischen Gründen - eigentlich "weltweit" einen schlechten Ruf.

leider schon falsch. Navy hat aber bereits alles dazu gesagt, genau so stimmt es.

In Afghanistan hatten wir übrigens ironischerweise gerade wegen der Zeit zwischen 33-45 einen sehr positiven Ruf, dort ist Antisemitismus weit verbreitet.

4

Soldaten sind ja Menschen, die sich auf den Krieg vorbereiten; und da Krieg vermutlich mit nichts Gutem in Verbindung gebracht wird, projiziert man das auch auf die Soldaten, die wahrscheinlich nur Land und Leute beschützen wollen; so denkt jedoch wohl kaum jemand, sondern nur an grausame Taten und nicht an Rettung davor.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von ReckerM82
27.02.2016, 00:11

Also denken Leute die dagegen protestieren eigentlich gar nicht drüber nach was passiert Falls mal was passieren sollte

1

das nachkriegsdeutschland hat niemals mit seiner neuen armee geprotzt und hat sich wohl auch unter der last des III reich-vermächtnisses bedeckt gehalten.  andere länder (gerade auch die siegermächte) haben eher grund ihre macht darzustellen.

die BW wurde also lediglich als notwendiges übel gesehen. später kamen dann auch noch in den 60er/70er die ablehnung des establishments dazu und deren nachfolger haben auch kein interesse daran gehabt das einengende,disziplinfordernde militär zu glorifizieren.

manche der antworten deuten aber auch darauf hin, daß geistige höhenflüge glückssache sind. das erklärt zumindest einige.


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Deutschland war schon immer etwas "Grün". Militär ist für Ordnung, Leistung, Befehle befolgen. Das will man in der antiautoritären Erziehung nicht. Auch will man nicht, dass  sich die BW in der Bevölkerung verankert. Die Soldaten sind nicht schlecht-die Politik(Politiker) sind schlecht Siehe verschiedene Zivilklagen (über mil. Maßnahmen im Ausland /Einsatz) gegen Offiziere in DEUTSCHLAND!!!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Weil irgendwelche linksaußenstehende Individuen dafür gesorgt haben das sich der Deutsche dafür zu schämen hat das er existiert und das es noch ewas schlimmeres als den Deutschen und seinen (in ihren Augen verachtenswerten) Nationalstolz nur ein Deutscher in Uniform ist.

Ein anderer Punkt ist vielleicht das die BW noch nie einen guten Ruf hatte. Es wurde immer gesagt das Sie den Feind bremsen soll bis eine "richtige" Armee ankommt.

Auch wurde man ja quasi damals zum Wehrdienst gezwungen. Während andere richtig Geld verdient hatten musste man selbst durch den Dreck kriechen oder als Zivi Dreck von anderen wegmachen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von ReckerM82
27.02.2016, 00:03

Und das hat sich immernoch nicht geändert mit dem Ruf

0

Ich sag nur "Beschaffungsamt der Bundeswehr" ;-)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?