Wieso haben Muslime/Araber stolz auf ihre Kultur obwohl diese Kultur gescheitert hat?

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7 Antworten

Ich denke, die Antwort hast du dir schon selbst gegeben: Sie leben nicht in ihrem Heimatland. Wenn man in eine fremde Umgebung gelangt, fängt man oft (un-) bewusst an, Elemente aus der vorherigen Umgebung, z.B. kulturelle Traditionen, Dialekt/ Sprache usw. zu bewahren. Man ist sich plötzlich vielem bewusst, das man vorher eher unbewusst und nebenher gemacht hat, z.B. abweichenden Traditionen oder Festen, die in der Heimat überall gefeiert wurden, hier aber nicht. Als Eltern gibt man vielleicht sehr bewusst diese Traditionen, die hier nicht von der Mehrheit beachtet werden, an seine Kinder weiter, so dass die Kinder dann einen besonderen Stolz auf etwas entwickeln, dass nur ihre Familie oder Gemeinschaft beachtet, die Mehrheit (Schule, Freunde mit anderem Hintergrund) aber nicht. So ist es z.B. denkbar und normal, dass man als Mutter, die mit ihren Kindern im Ausland lebt, auch Kinderlieder und Kinderreime auf der Muttersprache singt und bestimmte Traditionen weitergibt, um etwas zu vermitteln, das den Kindern sonst verloren gehen würde, weil es in der neuen Umgebung nicht bekannt ist. 

Und da man etwas anders macht als die Mehrheit, das einem aber einen Sinn der Verbundenheit mit der eigenen Familie oder ggf. Gemeinschaft (wenn mehrere Familien aus dem gleichen Land in einer Gegend wohnen) empfindet man aufgrund dieses schönen Gefühls der Geborgenheit, des Angenommenwerdens/ Aufgehobenseins, der Traditonen halt, die ja auch immer Sicherheit und Wohlbefinden vermitteln, eine besondere Verbindung zur eigenen Kultur und damit auch einen "Stolz" darauf. Stolz im Sinne von Freude, etwas zu haben, das die Mehrheit in dieser Umgebung (halt Schulkameraden etc.) halt nicht hat.

Wir Deutschen feiern mehrheitlich gern Weihnachten (egal ob Christen oder nicht). Kürzlich hatte ich eine Diskussion mit einer Zeugin Jehovas, bei der das quasi verboten ist. Die brachte alle möglichen Argumente dagegen statt einfach zu akzeptieren, dass es unterschiedliche Ansichten über das Thema gibt. Sie war dann auch "stolz", eine "echte Christin" zu sein, die diese heidnische Tradition nicht teilt. Vermutlich war dieses Gefühl immer wieder genährt worden, wenn sie mit dem Thema konfrontiert wurde und statt neidisch zu sein oder Elemente davon zu übernehmen - sie hätte auch wie die meisten Deutschen ohne religiösen Hintergrund Elemente des Weihnachtsfestes übernehmen können - wurde sie in ihrem Glauben bestärkt, dass das ein überflüssiges, heidnisches Fest sei, dass die "echten" von den nicht ganz so "echten" Christen trennt.  Das Bewusstsein, anders zu sein und gegen den Strom zu schwimmen, gab ihr Stolz und Durchhaltevermögen, auf etwas zu verzichten, das der Großteil ihrer Nachbarn beachtet.

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Wärst du kein Araber, würde ich sagen, dass die Menschen am stolzesten sind, Deutsche zu sein, die keinen fehlerfreien deutschen Satz schreiben können.

Da du aber Araber bist, und wahrscheinlich in Deutschland lebst, kann ich nur einen Trost liefern:

  • Dummheit ist grenzenlos
  • Klugheit kennt keine Grenzen

P.S. Für die Insider: Wo ist eigentlich Konfusius, wenn man ihn braucht.

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TomRichter 08.10.2017, 22:57

Konfusius lässt sich gerade einbürgern, damit er auch stolz sein kann, ein Deutscher zu sein.

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Wer gibt denn schon zu, dass er eine Dreifachnull ist? Es hat noch jeder Mensch seinen kleinen Stolz. Auch wenn er (beispielsweise) Müll frisst, würde er sagen: "Ich mache das aus Protest gegen den Konsum."

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Das liegt an der mangelnden Integration.

Wenn man als Türke in Deutschland lebt und jeden Tag nur hört "Ach der Türke" oder "Du bist ja kein Deutscher sondern Türke", dann fängt man irgendwann an sich als Türke zu identifizieren. 

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lolztsameem 07.10.2017, 21:20

Also deutsche sind schuldig . weil sie die Integration behindern. 

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BurgessGalaxies 08.10.2017, 04:05
@lolztsameem

Die Deutschen wären auch schuldig, wenn sie die Integration nicht behindern würden. Wir sind doch immer schuldig - tadaaaaaaaaa :))))

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Slytzel 15.10.2017, 01:26
@lolztsameem

Das habe ich nicht gesagt, aber unser Verhalten trägt auch sicher nicht zur Besserung des Problemes bei.

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Du bist was du bist.

Ich gehöre zu einer ethnischen Minderheit zu dem Volk der Sinti.

Für andere sind wir Zigeuner.

Zigeuner die klauen ,dreckig sind ,betteln oder wir werden mit Romas in einen Topf geschmissen( mit ihnen haben wir nicht viel gemeinsam ausser das wir vor 100ten von Jahren aus Indien kamen).

Ich bin trotzdem Stolz auf meine Herkunft.

Die hälfte meiner Leute sind nie in ne Schule gegangen und trotzdem nicht dumm.

Ich denke ihr Deutschen solltet auch mal wieder ein bisschen Stolz darauf sein Deutsche zu sein.

Zeigt mal mehr Nationalismus wie es Leute aus Arabischen Ländern auch tun.

Ich persönlich habe mich mit vielen Religionen beschäftigt.

Der Islam ist gar nix für mich.

Aber die Leute wurden so erzogen das sie ihre Vorfahren ,ihre Toden ,ihre Kultur ,ihre Traditionen ehren.

Ich verstehe nicht was daran falsch sein soll?

Klar ein Flüchtling der von einer deutschen Frau nix essen will weil sie für ihn unrein ist,der ist unverschämt und sollte dann auch Hunger haben. (Auch wenn das jetzt nix mit dem Thema zu tun hat und eigentlich das Thema verfehlt)

Aber ein bisschen Patriotismus ist doch vollkommen okay .

Das hat doch nix mit dummheit zu tun!

 

 

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MatthiasHerz 08.10.2017, 11:55

Eine sehr gute Antwort. Danke.

Das Problem liegt in Deutschland vermutlich immer noch in der Vergangenheit rund um den Nationalsozialismus begründet, wo bis heute Nationalstolz und Patriotismus eine rechtsextreme Patina hat, zumindest für die älteren Generationen, die Kinder des Zweiten Weltkrieges.

Obwohl weite Teile der Bevölkerung nichts mehr damit zu tun haben, außer dem selbstverständlichen Aufrechterhalten des Gedenkens der ungezählten Opfer, bekommen die Deutschen auch 72 Jahre nach Ende des Krieges permanent ihre Schuld aufgetischt. Es wird noch lange dauern, bis das aus den Köpfen derer verschwindet, die sich schuldig fühlen wollen.

Ich fühle mich als Deutscher und bin stolz auf unser schönes Land und darauf, dass es uns hier im Verhältnis gut geht. Wir dürfen uns darauf aber nicht ausruhen und bequem und faul werden. Zu verbessern gibt es immer etwas.

Ich habe auch jegliches Verständnis und Respekt gegenüber denjenigen, die aus anderen Kulturen stammen, sich erfolgreich integrieren und trotzdem ihre Identität und ihre Werte nicht aufgeben.

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Im Islam gibt es keinen Nationalstolz bzw. falschen Stolz einer unislamischen Kultur gegenüber, gleich aus welchem Land diese kommt.

Und es ist nicht der Islam, der die Leute dazu bringt, ihre Länder zu verlassen (einige Murtadin einmal ausgenommen), sondern der Krieg, den die westlichen Besatzer in die muslimische Welt getragen haben.

Wenn aber eine Vorstellung gescheitert ist, dann ist es die kapitalistische Ideologie der westlichen Welt!

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MatthiasHerz 08.10.2017, 11:58

Der Krieg ging auch oft genug von den Moslems aus, deren Religion die vollkommene Beherrschung der Welt vorsieht.

Also, bitte, nur keine falsche Bescheidenheit.

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AmaturRahman 08.10.2017, 12:12
@MatthiasHerz

Sagt jemand, dessen Land Teil einer Kampagne ist, welche das Ziel verfolgt der ganzen Welt die Demokratie (natürlich nach westlichem Verständnis) aufzuzwingen..! & auch wenn die Gesetze des Islam in einem Land angewandt werden, niemand wird gezwungen den Islam anzunehmen.

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Einige Flüchtlinge wollen uns die Kultur aufzwingen, die in ihren Heimatländern dafür gesorgt hat, dass sie fliehen mussten...

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