Zum einen ist es jahrhundertelange Konditionierung, hier sind vor allem die großen Kirchen verantwortlich, die ein Sexverbot, sei es Sex vor der Ehe oder eben gleichgeschlechtlicher Sex, als Machtinstrument missbrauchen, um sich die Gläubigen gefügig zu machen. Denn wenn du jemandem ein schlechtes Gewissen einreden kannst, dann ist er eher bereit allen möglichen Mist für dich zu machen, um sein Gewissen wieder rein zu bekommen.


Zum anderen ist die Angst vor Fremdem, ein Urinstinkt, der ursprünglich dafür ausgelegt war um das eigene Überleben zu sichern, zum Beispiel wenn man einem fremden Stamm begegnet ist, hieß es erst mal vorsichtig sein, weil man sonst schnell abgemurkst werden konnte. Auch die Angst vor unbekannten Tieren oder Pflanzen konnte Leben retten, den das Tier könnte ja gefährlich oder die Planze giftig sein.

Menschen sind aber üblicherweise in der Lage durch Nachdenken über eine Angst hinweg zu kommen. Man kann lernen welche Spinnen giftig sind, das Feuer brennt, und dass man sich den Hals bricht wenn man tief fällt. Je mehr man lernt und je mehr man weiß, umso eher kann man seine Ängste besiegen.


Ähnlich ist das mit der Homosexualität, wer nicht viel darüber weiß, wer glaubt, dass es ansteckend oder sonst was ist, wer der Wahnvorstellung unterliegt wir müssen alle aussterben weil alle schwul werden könnten, oder die schwulen könnten mir irgendwas weg nehmen (außer die Frauen) tendiert eher zur Homophobie als jemand der sich damit auskennt.

Zum einen: Die Religion. Seit Jahrhunderten hat die Kirche Moralvorstellungen verkündet, die dazu dienten, den Menschen gefügig zu machen. Wenn ich eine Moralvorstellung durchsetzen kann, dann habe ich Macht gegenüber denen, die dagegen verstoßen. Damit lässt sich auch sehr gut erklären, warum die Rolle der Frau so lange so geschwächt war. Religionen haben in unserer Kultur nicht mehr so viel Macht, aber das Erbe aus diesen Weltanschauungen ist halt immer noch in den Köpfen. 

zum anderen: Es ist ein normaler psychologischer Effekt, vor dem Fremden erst ein mal misstrauisch, ängstlich zu sein. 95 % der Menschen sind nun mal Heterosexuell, ich tippe mal 75 % haben noch nie wirklich mal ein ernsthaftes Gespräch mit einem Homosexuellen geführt - also ist es für viele erst einmal fremdartig, wenn man noch nie damit in Berührung gekommen ist. Da spielt auch die Empathie mit rein - man kann etwas leichter verstehen, wenn man es nachfühlen kann - aber aber 95% der Menschen können sich eben nicht vorstellen, was es hieße, jemanden desselben Geschlechts zu lieben, weil sie eben anders empfinden. Und nicht jeder Mensch ist im Kopf so weit in der Lage, sich damit auseinanderzusetzen, viele bleiben bei ihrer ersten (ablehnenden) Reaktion hängen. Den Gedankenschritt zu sagen - hey, es ist einfach liebe, auch wenn ich es nicht so empfinden würde - den bekommt nicht jeder hin. Und so ist es nicht ungewöhnlich, dass Menschen etwas gegen Homosexuelle haben, auch wenn sie selten konkret sagen können, was genau.

Es ist einfach eine Frage der Bildung und der geistigen Reife, so ein Thema verstehen zu können. Die hat nun mal nicht jeder. 

Mir fällt da immer ein Zitat von Gerhard Schöne ein, das ging in etwa so:

Mein gelber Wellensittich flog ein Mal aus dem Fenster, und wurde von einem Schwarm Spatzen zerhackt. Er sah wohl etwas anders aus und sang etwas anders, aber das ging in die Spatzenhirne nicht rein.

Meine Interpretation ist, dass die Menschen möglicherweise eine ähnliche Neigung haben, die sie aber nicht annehmen können und umso mehr bekämpft werden, also eine Projektion auf andere.

Dann gibt es noch so ideologisches Denken, dass damit die Menschheit gefährdet sei, von wegen Fortpflanzung usf.

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