Wieso haben immer mehr Menschen in unserer Gesellschaft psychische Probleme?

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Die Menschen, die in unsere Gesellschaft geboten werden, sind Jahr für Jahr einem immer stärker steigendem Druck ausgesetzt. Daraus resultiert bereits in der Jugend eine viel zu starke Stressbelastung, was die Wajrscheinlichkeit auf psychische Probleme deutlich erhöht. Die Gesellschaft hat genaue Vorstellungen, wie ein "richtiger" Mensch hier zu sein hat, was für Ansprüche er erfüllen, was er können und was er denken/welche Ansichten er haben soll. Für eigenes Denken und eine individuelle Entwicklung ist da(auch wenn viele das leugnen werden) einfach kein Platz mehr. Dazu kommt, das wir immernoch extrem in Rollen denken, wozu es zu Problemen wie starker Homophobie kommt. Wir sind quasi rund um die Uhr Rollenbildern ausgesetzt, Frauen müssen superschlank sein, Männer sind immer die Starken und dominant, oder auch das Bild der "perfekten Familie"- das ist ein unglaublicher Druck, auch wenn man das nicht immer bewusst wahrnimmt. Und vor allem bei den Jüngren/Jugendlichen, die noch in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit stecken, hat das eben solch fatale Auswirkungen, da sie das Ganze nichts Ganze nicht richtig "wegstecken". 

Bei einer Gesellschaft, die so programmiert ist, ist es meiner Ansicht nach wirklich kein Wunder, wenn vor allem Jugendliche immer wieder unter psychischen Problemen wie Depressionen, Essstörungen, Suizidalität, Zwangsstörungen, usw. leiden. Wir müssen endlich wirklich begreifen, dass alle Menschen gleich sind, jeder Mensch das Recht auf eine eigene Meinung hat und dass es tatsächlich von nichts ein Idealbild gibt, anstatt ständig nur davon zu reden. Denn wenn dauernd nur davon geredet wird, sich aber trotzdem am eigentlichen Problem nichts ändert, wird es genauso weitergehen. Jipi, ein Hoch auf die so moderne und liberale Welt...

schöne Antwort!

mir gefällt vor allem, dass Du aus soziologischer Sichtweise geantwortet hast :)

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@Jenna2699

Sowas kann man gut studieren :) Wäre toll, in deinem Alter bereits zu wissen, in welche Richtung du später gehen willst ^^

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Die auf Leistungsoptimierung und Schau getrimmten Gesellschaftsbilder sind es, die den Menschen immer weiter an den Rand seiner Leistung, seiner Kraft & seiner Psyche bringen.

Das Idealbild eines stets strahlenden, immerzu erfolgreichen Menschen in dessen Leben alles perfekt ist wird von vielen dermaßen stark angepeilt, um nach außen hin gut und solide zu wirken bzw. anerkannt zu werden, dass es im Grunde vorprogrammiert ist, aus den Fugen zu geraten! Viele versuchen perfekt zu wirken weil das Eingestehen von Problemen jedweder Art ja sowas wie Schwäche suggeriert.. also ist man bequem & inszeniert etwas das vllt. garnicht da ist. Das hält niemand auf Dauer durch, also gibt es dann bald Terz indem Körper bzw. Geist rebellieren!

Ansonsten gab es psychische Probleme in einem gewissen Ausmaß schon immer, aber früher wurden sie nicht behandelt bzw. mangels Fachwissen gar nicht erst erkannt. Jemand, der heute bspw. als depressiv oder als Burnoutpatient gilt, war früher landauf landab entweder introvertiert, schwermütig oder weinerlich. Auch waren die Gesellschaftsbilder ganz anders zusammengesetzt.

Insofern ist die steigende Anzahl psychischer Erkrankungen einerseits die zweifelhafte Frucht der seitens der Gesellschaft diktierten Rollenbilder und andererseits ein Ergebnis des dichten Netzes an Psychologen.

Weil sich unser Lebensstil immer mehr von dem entfernt, den der Mensch seit tausenden Jahren gewohnt ist.

Leben nach der Uhr, Termine, Großstädte, Single-Haushalte, etc. Daran haben wir uns noch lange nicht gewöhnt.


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