Wieso haben einige Probleme damit zum Psychologen zu gehen?

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6 Antworten

Ich denke, dass dahinter große Angst steht.
Angst vor dem Unbekannten, denn ein Besuch beim Hausarzt fällt den meisten doch einfacher als ein Termin beim Psychologen und andererseits könnte ich mir gut vorstellen, dass in vielen Köpfen immernoch die Angst ist, durch eine in Anspruch genommene psychologische Behandlung als verrückt zu gelten. Damit im Zusammenhang steht das Gerede der anderen Menschen, die vielleicht nichts genaueres wissen.
Also ich bin mir ziemlich sicher, dass das meiden eines Psychologen mit Angst und Scham verbunden ist.

Ich hoffe, dass deine Freundin den Schritt noch genauso gut meistern wird wie du und wünsche euch beiden noch alles Gute!!

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Eine Therapie zu beginnen ist nicht einfach, gerade nicht wenn man depressiv ist. Dann denkt man oftmals, dass man eh nicht mehr zu retten ist, fühlt sich für alles schuldig und nicht genug wert, dass einem geholfen werden sollte.
Dazu kommt, dass sich alles ändert. Wie wird die Therapie? Kann ich mich mit meiner Psyche und Vergangenheit auseinandersetzen? Es ist nicht einfach, über die Gefühle zu reden, jemanden in seine Seele zu lassen. Noch schwieriger ist es, etwas peinliches oder ein Trauma anzusprechen.
Vielleicht auch die Angst davor, dass die Therapie nichts bewirkt und man praktisch eine Zustimmung bekommt, dass man ein hoffnungsloser Fall ist.
Manche denken auch gar nicht, dass sie eine Therapie benötigen - allerdings ist das deiner Bekanntin sicherlich bewusst.

Versuche mit ihr ruhig zu reden, warum sie keine Therapie anfangen will. Vor was hat sie Angst? Ich denke du kannst mit ihr viel besser reden, weil du selbst Erfahrung in dem Gebiet hast. Erzähle ihr, wie deine Behandlung abläuft und mach ihr das Thema "schmackhaft". Eventuell könnt ihr zusammen nochmal zum Psychologen gehen?

Lass ihr Zeit, so eine Entscheidung ist schwierig.

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Bei den meisten Jugendlichen liegt es daran, dass ihre Eltern möglichst nichts erfahren sollen (gestörtes Verhältnis). Wenn das garantiert wäre, dann würde die Hälfte der betreffenden Leute zum Jugendpsychotherapeuten oder auch Jugendpsychiater gehen. Hinzu kommt das Problem, überhaupt einen Termin zu bekommen. In einigen Regionen wartet man fast ein Jahr..

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Kommentar von TheTrueSherlock
07.07.2016, 23:58

Naja, allerdings weiß die Mutter der Bekannten ja etwas von den Problemen. Über das was in der Therapie konkret besprochen wird, muss man ja nicht zwangsweise reden.

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DAS frag ich mich auch immer wieder.

Vor allem bei vielen Kids hier liest man in 3/4 aller Fälle "aber kein Arzt/Therapeut!!!!"

Wenn man ein gebrochenes Bein hat, geht man doch auch zum Orthopäden...

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Kommentar von TheTrueSherlock
08.07.2016, 00:01

Ja, aber psychische Störungen sind immer noch ein Tabu-Thema. Wenn man ein gebrochenes Bein hat, dann sieht das jeder und man weiß die Ursache dazu (beispielsweise von der Treppe gefallen). Bei einer psychischen Störung wie Depression ist das nicht so einfach. Man hat total mit Vorurteilen zu kämpfen. "Wie du bist depressiv? Du hast doch ein wunderschönes Leben." - "In dem Alter und depressiv? Nee, das ist nur die Pubertät oder eine Phase" etc.
Man muss sich rechtfertigen, man wird als "kaputt" angesehen. Wer will schon einen depressiven Arbeitnehmer? Man ist nicht mehr leistungsfähig.
Allein schon die Behandlung ist komplizierter als bei körperlichen Verletzungen.

Es ist nicht einfach, so etwas anzusprechen :/

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Kommentar von Seanna
08.07.2016, 06:47

Mein Arbeitgeber wusste vorher dass ich mehrere psychische Störungen habe, die eventuell sogar meine Leistung beeinträchtigen könnten, und hat mich trotzdem 2x eingestellt, für Ausbildung und sogar duales Studium. Einfach weil ich offen damit umging und er daher den Eindruck hatte, ich käme gut damit klar. Und ich entsprechende Leistungen zeigte. // Ebenso begegne ich Vorurteilen immer mit Aufklärung und das klappt bestens. Auch die Befürchtungen beim Ritzen verstehe ich nie so ganz - ich habe gute 10 Jahre geschnitten, immer offen damit umgegangen und natürlich - auch am Arbeitsplatz - es hat mich KEINER drauf angesprochen, und wenn nur neugierig, aber nie abwertend. // Die Behandlung ist aufwändig, aber durchaus machbar. Mit Jammern wird es jedenfalls nicht besser. Mit Ärzte und Therapeuten Ausklammern auch nicht. Ja, es gehört Mut dazu - aber das gehört IMMER zum Leben dazu.

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Du hast selbstständig den Schritt gemacht, du hast es von dir aus alleine gewollt und dir ist auch klar, dass dein aktueller Zustand nicht gut für dich ist. - Will dich hier nicht Verurteilen oder Bewerten, jedoch finde ich das ein Schritt der nicht jeder von sich aus tun würde.

Bleib am Ball und viel Glück, Freude und gutes geligen.

Finde den entscheid gut, solange es dir hilft.

Ich kann mir guter Vorstellen, dass viele Angst davor haben als "psychisch nicht (ganz) normal" abgestempelt zu werden, wenn man zu einem Psycholgen oder sogar Psychiater geht.

Man will villeicht auch Stark und Souverän wirken, Probleme und Sorgen selbst zu lösen. (Medien Vermitteln oft diese Lebensweise, dabei sind wir Teilweise abhängig voneinander.)

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Naja, manchmal kann man die Gedanken von anderen Leute nunmal nicht vollständig nachvollziehen, aber vielleicht denken solche Leute, dass sie dann nur noch mehr Probleme haben bzw. die anderen einem sowieso nicht helfen können.


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