Wieso haben die Europäer vor 5000 Jahren nix entwickelt , obwohl sie hoch IQ haben?

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8 Antworten

Hallo download1989

Vor 5000 Jahren waren zwar schon viele Menschen seßhaft, aber die meisten lebten noch in der Steinzeit - aber nicht alle. In Mesopotamien und Ägypten hatte man Städte gegründet und - ganz wichtig - man hatte eine Schrift erfunden.

Ohne schriftliche Aufzeichnungen kann man nachfolgenden Generationen nur mündlich etwas mitteilen und mündliche Überlieferungen verschleifen sich mit der Zeit und werden sogar verfälscht. Und man kann es nur schwierig in andere Gebiete übermitteln - der Schmied, der herausgefunden hat, wie man Bronze herstellt, wird ja vor Ort gebraucht und kann nicht von Dorf zu Dorf pilgern, um sein Wissen zu verbreiten. Und die meisten wollten das auch garnicht: ein neues Verfahren bedeutet nämlich einen Vorteil, mit dem man auch handeln kann.

Du mußt dir aber mal vergegenwärtigen wie Fortschritt überhaupt funktioniert.

Heute, jedenfalls in Europa, gibt es eine allgemeine Schulpflicht, wo jedem ein Grundwissen vermittelt wird. Ist zwar klar, daß viele die Schulzeit selig verschlafen, aber die meisten lernen tatsächlich etwas und von denen interessieren sich einige dafür mehr lernen zu wollen und landen schließlich in den Wissenschaften.

Das war in der Antike nicht völlig anders, nur daß es keine allgemeine Schulpflicht gab. Vielleicht 5 % der Bevölkerung (wenn überhaupt), konnten lesen, schreiben und rechnen. Und da es auch weniger Menschen gab, war der absolute Anteil der Schriftkundigen sogar sehr viel geringer als heute. Und es ging den Menschen auch nicht so gut wie heute, weshalb die meisten ihre Fähigkeiten benutzten, um sich das Leben angenehmer zu gestalten, oder überhaupt am Leben zu bleiben.

Wenn heute ein deutscher Physiker mit einem Kollegen in Japan sprechen will, dann greift er zum Telefon, oder schickt ihm eine eMail. Vor etwa 2300 Jahren lebte Aristoteles in Syrakus auf Sizilien. Wenn er sich mit einem anderen Mathematiker unterhalten wollte, dann gab es einen in Alexandria, einen anderen in Athen und vielleicht noch einen in Theben. Aristoteles hat dann einen Brief geschrieben, der mit dem Schiff 6 Wochen bis Alexandria brauchte und 6 Wochen später bekam er eine Antwort. Das ist zwar eine funktionierende Übermittlung von Informationen, aber eine sehr langsame.

Du kannst dir selber ausrechnen, daß 6 oder 10 Wissenschaftler, die es damals gab, die sich nur extrem langsam miteinander austauschen konnten, nicht das leisten konnten, was sie im Besitz von Telefon und Internet gekonnt hätten.

Und du kannst dir auch ganz einfach ausrechnen, daß 10 Millionen Wissenschaftler und Ingenieure sehr viel mehr leisten können als 10 oder 50!

Deshalb verlief die Entwicklung der Wissenschaften, die damals noch allgemein unter Philosophie zusammengefaßt waren, extrem viel langsamer und hat erst Fahrt aufgenommen, seit sich sehr viel mehr Menschen mit den diversen Bereichen der Forschung beschäftigen.

Aber früher wurden auch verschiedene Verfahren entwickelt. Zum Beispiel in der Landwirtschaft, Weberei und im Baubereich - Waffen natürlich auch. Aber auch in der Astronomie und Geographie - Eratostenes, ein Grieche hat vor über 2000 Jahren festgestellt, daß die Erde eindeutig eine Kugel ist und auch den Erdumfang ziemlich gut berechnet - wenn du dich mal hier auf GF umsiehst, dann wirst du einige finden, die noch nicht so weit sind. Vielleicht die bekanntesten Beispiele in Mathe: Pythagoras und Euklid sagen dir etwas?

Sieh dir mal an wie präzise die Ägypter ihre Pyramiden gebaut haben oder die Römer ihre Straßen. Und vergleiche mal den saumäßigen Zustand der europäischen Städte im Mittelalter und sogar bis in die Neuzeit: römische Städte hatten ein funktionierendes Zuwasser- und Abwassersystem - Städte wie London, Paris, Hamburg, etc. sind erst im 19.Jahrhundert auf die gleiche Idee gekommen.

Also, bischen vorsichtig mit Lästereiein über die Antike...

Sie haben was entwickelt, vor etwa 5.000 Jahren wurde Stonehenge gebaut und war in weiten Teilen Europas die Megalithkultur verbreitet. Des Weiteren haben die Europäer zu der Zeit die Landwirtschaft etabliert und Tonwaren hergestellt. Viele der Entwicklungen, wie die Häuser und Gerätschaften, bestanden aber aus Holz, Knochen und Geweihen und sind verrottet. Erhalten geblieben sind die Stein-, Ton- und Metallwaren. 

Wieso sollten sie nichts entwickelt haben? Klar haben sie was entwickelt. Die Menschen in anderen Erdteilen aber auch.

Zum Beispiel Methoden in der Landwirtschaft. Landwirtschaft hat sich nicht nur an einem Punkt der Erde entwickelt, sondern an mehreren Stellen unabhängig voneinander.

Die älteste bekannte Skulptur und das älteste bekannte Musikinstrument der Welt stammen von der Schwäbischen Alb, sind gut 30.000 Jahre alt und aus Europa. 

Das zweitälteste astronomische Werkzeug der Welt, die Himmelsscheibe von Nebra, ist rund 4000 Jahre alt und stammt aus Sachsen-Anhalt. Das älteste bewegliche astronomische Instrument stammt aus Malta, was auch zu Europa gehört.

Wo also ist das Problem?

Wer sagt denn, dass sie nichts entwickelt haben. Wenn du dir die Funktion der Himmelsscheibe von Nebra ansiehst, verstehst du auf welchem Stand die Europäer waren. Die hatten mehr im Kopf als man heute glaubt. Dann sind da noch die steinzeitlichen Bildnisse in den Höhlen in Frankreich. Die beweisen dass man schon vor 30.000 Jahren alles über Perspektive und Anatomie wusste. Die Vergangenheit ist nicht so dunkel wie man denkt! Nur unser Wissen darüber ist sehr begrenzt und lässt sie dunkel erscheinen. 

Die "Europäer" haben die Schnurkeramik entwickelt und die Frauen für soziale Kontakte auf Wanderschaft geschickt.

Das ist doch für die damalige Zeit, immerhin besser als "nix".

Weil es vor 5000 Jahren keine Europäer gegeben hat.

Auswurf 04.08.2017, 20:18

Warum?

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Sachse69 04.08.2017, 20:29

Vor 5.000 Jahren wurde Stonehenge gebaut, das waren die Europäer - oder wer sonst?

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Wie kommste denn darauf, Muggel?

Der Nimbus 1000 war ein technologischer Meilenstein.

Und eindeutig nordeuropäischer Herkunft.

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