Wieso glaubt man noch an Religionen?

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15 Antworten

Die Problematik liegt in der nicht berücksichtigten Logik des menschlichen Geistes. Angst lähmt den Verstand und setzt Prüfmechanismen für die Schlüssigkeit einer Behauptung außer betrieb.

Religionen arbeiten mit den Urängsten der Menschen, nämlich die Angst vor dem Tod und der Ungewißheit eines Danach. Solche Ängste stören die natürliche Logikfähigkeit auch derjenigen, die sich nur in sich selbst mit solchen Themen beschäftigen.

Im Laufe der Zeit haben sich so diverse Irrtümer in ursprünglich sinnvolle Überlegungen eingebaut. Doch erst die Bösartigkeit vieler religiöser Führer und auch Glaubensanhänger hat dazu geführt, daß eine weitere Urangst entstanden ist, die gruppendynamisch wirkt, nämlich die Angst davor, der falschen Glaubensrichtung anzugehören (obwohl alle richtigen Ansichten längst verdorben waren). In der Folge ist die Kette schon vorhandener Irrtümer eskaliert, indem Anführer gewaltsam ihre irrigen Ansichten verbreitet haben und gleichzeitig die Anhänger von Glaubensrichtungen - in der Logik gelähmt durch ihre Ängste und von ihrer Bequemlichkeit betrogen (es sagen ja alle, also wird es schon stimmen) - solches Vorgehen unterstützt haben.

Das sture Verleugnen enthaltener Widersprüche im Glaubensgerüst (aus Angst vor unangehmen Folgen in einem Jenseits) führte folgerichtig zu einem stetigen "in die eigene Tasche lügen" mit der Folge, daß viele am Ende auch ziemlich jedweden Unsinn als wahr annahmen.

Total vereinfacht, aber dennoch treffend kann man die Angelegenheit auch so beschreiben, daß Menschen irgendwann anfingen, aus inneren Zweifeln heraus Denkbereiche der Wahrheit zu verlassen und sich stattdessen im unendlichen Labyrinth der Irrtümer zu orientieren, diese Irrtümer für wahr zu halten und auf solchen maroden Fundamenten ihre Gesellschaftsstrukturen aufzubauen.

Auf die Gegenseite schauend macht jedoch das Abwenden von Religionen nichts besser. Auch wenn die religiöse Komponente wegfällt, so bleiben dennoch die verkorksten Gesellschaftsstrukturen und die diversen damit verbundenen irrealen Ansichten übrig, die bei genauer Betrachtung lediglich eine andere Erscheinungsform religiöser Irrtümer sind.

Das Resultat dieser Entwicklung ist fatal. Menschen sind durchaus in der Lage, Irrtümer aller Art zu korrigieren. Doch wenn genau der Denkbereich zerstört ist, der das Erkennen von Irrtümern und die Vornahme von Korrekturen ermöglicht, dann steht am Ende der Kette der weltweite gesellschaftliche GAU. Den Zerstörer dieses Denkbereichs können wir uns als die unauflösbare Verbindung von generalisierenden Ängsten vor staatlicher und/oder religiöser Verfolgung und den Ängsten vor einer im Jenseits befindlichen Hölle vorstellen, was dann eine extrem starke emotionale Konditionierung bewirkt, die eine Umkehr verhindert und zugleich in anderen Bereichen des Lebens logische Irrtümer allenfalls durch andere logische Irrtümer ersetzt.

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Der Mensch ist auf der Suche.  Er sucht neben materiellem Besitz nach Antworten, nach Sicherheit, nach Trost, nach Orientierung und nach Hoffnung. Alles bis auf den Besitz kann die Religion bieten, nur eben nicht besonders gut.

Religion liefert Antworten. Sie erklärt warum wir hier sind, woher alles kommt und welchen Zweck alles hat. Während Wissenschaftler sich schon über Generationen abmühen und immer noch nicht alles erklären können, hat der Gläubige schon alle Antworten. es sind keine guten Antworten, denn sie sind beliebig austauschbar und nichtssagend, aber es sind Antworten. 

Religion liefert auch Sicherheit, zum beispiel das Leben nach dem Tod. Allein die Annahme dass es sowas gibt, ist absurd, aber wenn man daran glaubt, kann man sich selbst vor dem Tod sicher fühlen, denn danach wartet ein schönes jenseits, wenn man alle regeln befolgt hat. Die Vorstellung vom jenseits liefert auch den Trost, dass Verstorbene Irgendwo weiter leben. Diese Wunschträume scheinen den Gläubigen wohl auszureichen, aber eigentlich glauben sie (bis auf ganz Wenige) selbst nicht daran.

Das mehr oder weniger umfangreiche Regelwerk der Religionen liefert auch Orientierung. Was richtig und falsch ist, steht genau so fest wie das was man tun und lassen soll, um dem jeweiligen einzig wahren Gott zu gefallen.

Religion liefert auch Hoffnung. Es ist meist die Hoffnung, dass Gebete erhört werden und sich alles zum Guten wendet. Es ist zwar nur falsche Hoffnung, aber in der Not scheint das auszureichen.

Religion liefert kurzum ein Komplettpaket der Sorgenfreiheit. Man muss nicht über die schwierigen Fragen des Lebens grübeln, muss nicht überlegen, was moralisch richtig ist, was gut und was schlecht ist und oben drauf bekommt man noch eine verlockende Jenseitsfantasie als Belohnung in Aussicht gestellt. 
Das ist schon ziemlich verlockend, aber der Preis ist hoch, denn man muss Logik und Vernunft zumindest für diesen Teilbereich des Lebens aufgeben und alles noch so Absurde und Widersprüchliche als einzig wahre Wahrheit annehmen. Logik und Vernunft würden dieses Kartenhaus sofort zusammenstürzen lassen.

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Kommentar von Dhalwim
09.09.2016, 15:00

@Giustolisi

Sehr gut zusammengefasst! DH!

LG Dhalwim

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Der Mensch hat zu allen Zeiten etwas gesucht, das über ihn und sein materielles Wohl hinausgeht - etwas, das wir Wahrheit oder Gott oder Realität nennen, einen zeitlosen Zustand -, etwas, das nicht durch Umstände, durch Gedanken oder durch menschliche Verderbtheit beeinträchtigt werden kann.

Der Mensch hat ständig die Frage gestellt: Worum geht es eigentlich? Hat das Leben überhaupt einen Sinn? Er hat die heillose Unordnung des Lebens vor Augen, die Rohheiten, die Revolten, die Kriege, die religiösen, ideologischen und nationalen Spaltungen, die nie aufhören, und mit einem Gefühl tiefer Enttäuschung fragt er, was er tun soll, was denn das ist, was wir Leben nennen, und ob es etwas gibt, das darüber hinausgeht.

Und da er dieses Unbeschreibliche, das tausend Namen trägt und das er immer gesucht hat, nicht finden konnte, hat er den Glauben entwickelt - den Glauben an einen Erlöser oder an ein Ideal oder an Gott.

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Aufgrund deines langen Textes gehe ich nur auf einen Teil der Fragen ein, damit meine Antwort nicht noch länger wird :-)

Zum ersten: Menschen glauben nicht an Religionen, sondern sie üben sie aus. Das ist ein Unterschied. Glauben tut man an einen Gott - oder je nach dem an mehrere, an eine höhere Macht oder sonst etwas.

Was die "Verfälschung" von überlieferten Texten betrifft, es gibt natürlich Übersetzungs"fehler". Diese geschehen zwangsläufig, wenn ein Text aus einer anderen Sprache, noch dazu aus einer, welche heute nicht mehr gesprochen wird, übersetzt wird. Deshalb ist es auch sinnvoll, wenn man mal hinterfragt und verschiedene (Bibel)übersetzungen vergleicht.

Speziell was die Bibel  betrifft, informiere dich mal über die Funde von Qumran, denn diese zeigen dass eben kaum etwas wirklich verändert wurde. Ausserdem, gerade der Buchdruck verhindert Abschreibfehler.

Und wieso denkst du denn dass Religionen "logisch" sein müssen?

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Kommentar von ngdplogistik
28.07.2016, 21:06

Besser geht's kaum. Eine hervorragende Antwort.

Liebe Grüße

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Ich bin Christ.

Es gibt Wunder, die von Ärzten untersucht werden. Wenn es keine
wissenschaftliche Erklärung gibt, warum ein Mensch gesund wurde, dann
ist ein Schritt getan, damit das Wunder auch bestätigt wird. Die Ärzte
wissen auch nicht immer, dass ihre Untersuchungen für die Kirche sind.

Ich glaube auch an ein Leben nach dem Tod. Sie können im Internet
nach "Mädchen begegnet Jesus" und "Wissenschaftler Nahtoderfahrung Buch" suchen (ohne Anführungszeichen). Das sind Gründe, um an Gott und an ein Leben nach dem Tod zu glauben.

In der Bibel stehen erfüllte Prophezeiungen, z. B. zum Gebiet, was
aus unserer Sicht der Nahe Osten ist. Es steht auch in der Bibel, dass
falsche Propheten aufstehen werden. Es gibt aber noch viel mehr erfüllte
Prophezeiungen. Funde zeigen, dass die Bibel gut überliefert wurde.

Ich habe auch Sachen erlebt, die meinen Glauben gestärkt haben.

Wenn man sich fragt, warum es Leid gibt:

Das Geld ist ungerecht verteilt. Aber dagegen können wir etwas tun, wenn wir z. B. Geld spenden und fair gehandelte Produkte wie Bananen, Schokolade, Tee, Kaffee, Blumen, Handys und Kleidung kaufen. Menschen sind daran schuld, wenn andere nicht genug zu essen haben, nicht Gott.

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Kommentar von Benutzer1342
29.07.2016, 03:44

Natürlich steht in der Bibel, das sich auch falsche Propheten erheben werden, würde ich ein Buch verfassen, das möglichst vielen Menschen ihre Lebensweise nach meiner Vorstellung vorschreiben soll, würde ich auch eine Versicherung dagegen einbauen, das andere versuchen, meine Lehren in frage zu stellen.

Wenn man Krampfhaft nach Gründen sucht, um seinen Glauben zu stärken, wird man im Internet sicherlich auch genug finden, da dort ja bekanntlich alle Quellen glaubhaft sind ;)

Früher war ich auch ein stark gläubiger Christ und habe Gott um jeden Mist angebetet, habe ihm Angebote gemacht, auf alle Arten versucht zu ihm durchzudringen, bis ich mich stärker mit der ganzen Sache auseinandergesetzt habe und mir klar wurde, wie fadenscheinig die ganze Sache ist. Transzendente Erlebnisse und die letzten Lücken die die Wissenschaft offen lässt, sind das letzte, woran sich die Gläubigen klammern, und auch dieses Lücke wird immer kleiner.

Wenn ihr so viel Angst habt, nach dem Tod in die Hölle, von der nur ein Buch und kein Gesunder Mensch berichtet, zu kommen, stellt euch vor ihr sterbt und habt euer ganzen Leben an eine frei erfundene Geschichte geglaubt, die den Menschen vor Jahrtausenden wie Kindern ein richtiges Verhalten lehren soll. Dann habt ihr das wichtigste verpasst um herauszufinden das danach nichts kommt ^^

Ist aber nur meine Meinung

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Ich bin orthodoxer Christ, und ich glaube an unseren Gott.

Ih glaube auch daran, dass Gott dem Menschen die Welt gab, und dies mit den Worten:

und machet euch die Erde untertan.

Damit gab Gott den Menschen nicht nur ein Schaffensgebot, er gab den Menschen auch eine Eigenverantwortung. Wir sind keine göttlichen Marionetten. Wir sind selbst schaffende Individuen, 

Deshalb finde ich es als falsch, wenn man Gott für die Missgeschicke der Welt verantwortlich macht.

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Hat GF dich nicht darauf hingewiesen, dass Absätze deinen Text lesbarer machen?

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Religion ist ein Trostpflaster, sei es bei sozialen Mißständen, der zukurz Gekomenen, sei es Trost bei Krankheit, als auch bei Alter und erst recht bei Angst vor dem Sterben.

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Das ist der Grund warum heute noch Menschen an Religionen und die dazugehörigen Götter glauben:

Indoktrination.

Ein ausgeklügeltes System aus Märchen, Mythen, Versprechen von Belohnungen, Androhnungen von Strafe, Bräuchen, Riten und Propaganda welche Kindern schon über sich ergehen lassen müssen, oft bevor sie sprechen oder laufen können.

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Ein echter Christ zum Beispiel glaubt nicht an "Religionen" sondern an einen Schöpfergott. 

"Religionen" widersprechen sich inhaltlich gegenseitig, können daher nicht alle wahr sein. Betrachtet man ihre Früchte in der Vergangenheit, so ging es stets um Macht und Geld. Große Ungerechtigkeiten wie ausbeuterische Kriege und Unterdrückung armer Menschen sind/waren an der Tagesordnung.

Der Schöpfergott JHWH hat in seinem geoffenbarten Wort, der Heiligen Schrift, mitgeteilt, was das Schicksal dieser heuchlerischen, verlogenen Religionen, die vorgeben, ihm zu dienen, und in Wirklichkeit den Geist der Welt afuweisen, sein wird:

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Kommentar von Ente222
28.07.2016, 23:19
Übrigens heißt "Babylon" Verwirrung

18 Nach diesen Dingen sah ich einen anderen Engel aus dem Himmel herabkommen, der große Gewalt hatte;+ und die Erde wurde von seiner Herrlichkeit erleuchtet.+ 2 Und er rief aus mit starker Stimme,+ indem er sprach: „Sie ist gefallen! Babylon* die Große ist gefallen,+ und sie ist eine Wohnstätte von Dämọnen und ein Versteck jeder unreinen Ausdünstung*+und ein Versteck jedes unreinen und gehaßten Vogels geworden!+ 3 Denn wegen des Weines der Wut ihrer Hurerei* sind [ihr] alle Nationen [zum Opfer] gefallen,+ und die Könige der Erde haben Hurerei mit ihr begangen,+und die reisenden Kaufleute+ der Erde sind zufolge der Macht ihres schamlosen Luxus reich geworden.“+

4 Und ich hörte eine andere Stimme aus dem Himmel sagen: „Geht aus ihr hinaus, mein Volk,+ wenn ihr nicht mit ihr teilhaben wollt an ihren Sünden+ und wenn ihr nicht einen Teil ihrer Plagen empfangen wollt.5 Denn ihre Sünden haben sich aufgehäuft bis zum Himmel,+ und Gott hat ihrer Taten der Ungerechtigkeit gedacht.+ 6 Erstattet ihr so, wie sie selbst erstattet hat,+ und tut ihr doppelt soviel, ja doppelt die Zahl der Dinge, die sie tat;+ in den Becher+, in den sie ein Gemisch tat, tut doppelt+ soviel Gemisch für sie.+ 7 In dem Maße, wie sie sich verherrlichte und in schamlosem Luxus lebte, in dem Maße gebt ihr Qual und Trauer.+ Denn in ihrem Herzen sagt sie beständig: ‚Ich sitze als Königin,+ und Witwe bin ich nicht,+ und ich werde niemals Trauer sehen.‘+ 8 Darum werden an e i n e m Tag ihre Plagen+ kommen, Tod und Trauer und Hungersnot, und sie wird gänzlich mit Feuer verbrannt werden,+ denn Jehova* Gott, der sie gerichtet hat, ist stark.+



Offenbarung, Kapitel 18 ff gibt Auskunft, wie der wahre allmächtige Schöpfer des Universums über die untreuen, abgefallenen "Religionen" denkt. Von besonderer Bedeutung ist Vers 4..

In naher Zukunft wird es keine "Religion" mehr geben, nur noch

EINE WAHRE ANBETUNG:


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Die Antwort ist mit einem Wort beschreibbar. Dieses lautet: Naivität.

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Religionen gibt's noch, weil es nach wie vor auf der Erde ein massives Bildungsproblem gibt. Nicht nur in den Moslemstaaten sondern auch in Deutschland.

Wer ordentlich naturwissenschaftlich gebildet ist - was sogar deutsche Gymnasien oft nicht schaffen - will von dem Religionsschwachsinn nichts mehr wissen.

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Kommentar von Ente222
28.07.2016, 23:00

JustNature: wieso schaffen es die "Gebildeten" nicht, einiger Maßen Frieden und Sicherheit zu garantieren?

Wenn es einen Schöpfer gibt, dann gibt es auch eine wahre Religion, eine wahre Anbetung. Die vielen sich widersprechenden Glaubensgemeinschaften können logo nicht alle Recht haben. 

Aber gut, daß du selbst "ordentlich naturwissenschaftlich gebildet " bist (oder dich dafür hältst!) Achte aber darauf, den Anschluß nicht zu verlieren. Was die Naturwissenschaft heute erkannt hat, wird sie vielleicht morgen schon verwerfen - schau in die Vergangenheit.....

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Man glaubt wohl nicht an "Religionen" sondern an den "Gott dieser Welt", welcher diese erfunden hat (Offb.12,9; 2.Kor.11,14).

Dem wahren Schöpfer (Jes.45,22) zu glauben, verhindert dieser "Ersatzgott" durch seine falschen Lehren (2.Kor.4,4).

Aber bald wird Satan gefangen werden (Offb.20,2).

Dann wird das Opfer Jesu für uns alle wirksam (Röm.6,23).

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Ich glaube nicht an "Religionen" (Offb.12,9; 2. Kor.4,4)

sondern "unserem ewigen Gott" (Jes.45,22) und dem Opfer Seines Sohnes (Röm.6,23).

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Zu wissen, wer die Welt erschaffen hat gibt einem eine Klarheit. Was nach dem Tod passiert, kann nur die Religion erklären. Also ist es auch heute und morgen wichtig, dass Religionen noch da sind.

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