Wieso glauben die Menschen, dass der Tod normal ist?

Das Ergebnis basiert auf 44 Abstimmungen

Ich bin Atheist und sage dir, 34%
Ich bin Christ und sage dir, 30%
Ich bin in einer anderen Religion und sage dir, 14%
Ich bin Muslim und sage dir, 11%
Ich bin Buddhist und sage dir, 5%
Ich bin Agnostiker und sage dir, 5%
Ich bin Jude und sage dir, 2%

47 Antworten

Ich bin Christ und sage dir,

Hallo, also ich sehe den Tod als Teil meines Lebens. Jeder Mensch wird geboren und er wird sterben. Das ist der Kreislauf des Lebens. Sinnlos ist kein Leben, sinnlos ist auch nicht der Tod. Ich arbeite im Hospiz und werde dort täglich mit dem Tod konfrontiert. Und ich erlebe es auch täglich, das die Menschen sich danach sehnen, endlich gehen zu dürfen. Die Menschen wo leiden, sind die , die zurückbleiben, die sich verabschieden müssen von den Menschen den sie lieben. Aber das ist eigentlich, meiner Meinung nach, Egoismus. Weil, und ich rede nun von meiner Arbeit, es den Menschen zu gönnen ist, gehen zu dürfen.

Meine Arbeit hat mich verändert, hat mir die Angst genommen vor dem Tod. Weil nichts ist ewig, nichts ist für immer. Es gibt eine Zeit zu wachsen und eine Zeit zu gehen. Und es ist gut so.

Stell dir vor, es gäbe keinen Tod mehr. Die Welt wäre überbevölkert, es gäbe so viele Alte und Kranke und es wäre kein Platz mehr für Neues. Schreckliche Vorstellung.

Und jeder wird zu seiner Zeit den Tod erwarten, als Freund und mit ihm gehen. So sehe ich es.

Danke.

Du hast recht, dich über den Tod zu empören.

Grundsätzlich wird Leben unter anderem darüber definiert, dass es endlich ist, dass es mal vorbei ist, insofern kann man sagen, dass der Tod ein Stück weit das Leben definiert.

Und trotzdem revoltieren wir uns gegen den Tod.

Vielleicht ist es der Lebenstrieb, von dem Freud schreibt?

Oder vielleicht revoltieren wir uns vor allem gegen den verfrühten Tod, das nicht zu Ende gelebte Leben?

Und wir haben heute das Glück, dass wir den verfrühten Tod durch gute Medizin, Hygiene, Ernährung etc. in Schach halten können. Dadurch wird der Tod von Babies, Kindern, jungen Menschen seltener, aber auch noch empörender...

Ich denke, wenn die Menschheit nur aus dahinserbelnden Greisen bestehen würde, würden wir uns den Tod wünschen. Es gibt einen Punkt, da hat man genug.

Ewiges Leben wäre in meinen Augen nicht wünschenswert.

Ich bin Atheist und sage dir,

Jeder Mensch stirbt irgendwann...

Also ist der Tod normal. Es ist eben traurig, weil man geliebte Menschen verliert, aber es passiert nunmal und das lässt sich nicht verhindern.

Der Tod ist etwas vollkommen normales und natürliches.

Es kommt einem schlimm vor, weil man die verstorbene Person vermisst.

Du kannst die Zeit als sinnlos ansehen, oder du versuchst die Zeit so gut es geht zu nutzen. Alles ausprobieren, deinen Spaß haben, tolle Bekanntschaften machen, darum geht es in meinen Augen.

Ich bin Buddhist und sage dir,

dass der Tod etwas Normales ist und zum Leben dazugehört. alles was kommt muss auch vergehen, nichts ist dauerhaft.

Nur der Geist ist dauerhaft und unzerstörbar. alles andere ist nur Anhaftung an Illusion.

allerdings sind wir Menschen eben so anhaftend, dass wir den Tod, vor allem den von anderen, als schrecklich und leidvoll empfinden. Buddha hat auf seinem ersten Ausritt in die Stadt alle Arten von Leid gesehen: Alter, Krankheit und Tod. daraufhin beschloss er, etwas zu suchen, was dagegen hilft. und fand die Erleuchtung seines Geistes, seine Unzerstörbarkeit und Reinheit.

es gibt im Buddhismus die 4 Edlen Wahrheiten:

1) Es gibt Leid. - fakt

2) Es gibt eine Ursache von Leid. - jedes Leid und jede Freude hat eine Ursache, eine Kette von Karma. positives zieht positives an, negatives negatives.

3) Es gibt ein Ende vom Leid. - Leid ist nicht unendlich, unausweichlich, unabdingbar. Leid kann beendet werden, kann in Freude umgewandelt werden die dauerhaft ist.

4) Es gibt einen Weg zum Ende des Leids. - es gibt Möglichkeiten, dieses Leid auch wirklich zu beenden und das Ziel zu erreichen. eine der besten Möglichkeiten ist Meditation, Einswerden mit sich selbst, im Einklang sein mit sich selbst. und daraus die Kraft zu schöpfen auch anderen auf dem Weg zu helfen. auch wenn viele Steine auf diesem Weg liegen.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – bin seit einigen Jahren Diamantwegsbuddhist (Karma Kagyü)
Ich bin Atheist und sage dir,

Dein Gedankengang ist für mich nachvollziehbar, allerdings habe ich trotzdem eine andere Erklärung und eine andere Meinung dazu.

Wir können uns den Tod nur so schlecht vorstellen, weil der Tod kein Zustand ist, an den man sich anpassen kann! Unser Körper hat Strategien entwickelt um den Hunger, Durst etc. zu überwinden und uns körperlich und emotional diesen Zustand eine gewisse Zeit lang ertragen zu lassen, mit dem Tod ist es aber schwer möglich.

Das wir traurig sind wenn ein geliebter Mensch geht oder sogar das geliebte Haustier ist ein natürlicher Beweltigungsmechanismus und eher ein Zeichen dafür, dass wir durchaus die natürliche Fähigkeit besitzen uns mit dem Tod auseinander zu setzen und dass der Tod eines anderen für uns ein natürlicher Zustand ist.

Wir wollen nicht sterben, weil wir einen natürlichen Selbsterhaltungstrieb haben und wir können uns den Tod nicht vorstellen, weil wir ihn bei uns nicht kennen.

Das Leben ist keinesfalls sinnlos, wir geben unser Erbgut weiter, wir verändern in der Zeit die wir haben die Umwelt und entwickeln uns so als Spezies und irgendwann machen wir Platz für die neue Generation. Würden wir nicht sterben würden wir uns nicht entwickeln können.

Wir durchleben in unserem Leben viele Phasen. Du als Kind bist eine andere Person gewesen als als Erwachsener und als Alter Mann/Frau wirst du auch anders sein und die Dinge anders wahrnehmen. Manche Menschen haben anpassungsschwierigkeiten beim erwachsen werden oder im Alter, andere wiederum sind bereit zu gehen, wenn es Zeit ist, das zeigt uns, dass der Tod natürlich ist und wir nicht die Ewigkeit im Herzen haben.

Wenn du dich vor dem Tod fürchtest und deswegen dich der Religion öffnest, beraubst du dich selbst nur der Möglichkeit dich zu entwickeln, da du einen Ausweg gefunden hast, dir unangenehme Fragen nicht stellen zu müssen. Lg

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Bin atheistischer Jude.

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