Wieso glauben die Menschen, dass der Tod normal ist?

Das Ergebnis basiert auf 44 Abstimmungen

Ich bin Atheist und sage dir, 34%
Ich bin Christ und sage dir, 30%
Ich bin in einer anderen Religion und sage dir, 14%
Ich bin Muslim und sage dir, 11%
Ich bin Buddhist und sage dir, 5%
Ich bin Agnostiker und sage dir, 5%
Ich bin Jude und sage dir, 2%

44 Antworten

Ich bin Atheist und sage dir,

Wenn wir an etwas hängen, was plötzlich aus unserem leben gerissen wird werden wir traurig. Jedoch ist das weinen und die kurzzeitige Depression nicht pflicht.

Als mein kater starb wahr er bereits sehr alt und schwach. Auf der fahrt zum Tierarzt um ihn einschläfern zu lassen da er kurz vorher ins Koma gefallen wahr weinte ich ein bisschen, aber nicht viel. Auch als ich ihn auf dem Küchenboden fand hab ich kaum geweint. Sein tod war kein schock, ich war mir sehr bewusst das er immer schwächer wurde und bald sterben würde. Aber ich weinte kaum, und trauerte auch kaum.

Ich ging am übernächsten tag (es wahr wochenende) wie immer in die schule, und auch da ist nichts passiert, denn ich war auf seinen tod eingestellt. Ich liebte das tier wirklich sehr, er war mein ein und alles, aber ich musste nie wirklich trauern, da ich seinen tod bereits vor dem eintritt verarbeitet und akzeptiert hatte.

Ein tod ist nicht immer nur mit trauer und tränen verbunden. Ich habe rinfach nach vorne gesehen und mit meinem leben weier gemacht, weil es sich nicht lohnt einfach hängen zu bleiben und weil ich wusste das mein Yatzee auch gewollt hätte das ich weiter mache wenn er noch hier wäre.

Das wir bei einem tod traurig sind liegt einfach in unserer chemie. Vorallem da ein tod mit viel stress verbunden ist. Viele Menschen weinen einfach weil es ihnen unfair erscheint das ein wichtiger teil ihres lebens ihnen einfach entrissen wird.

Ich bin Atheist und sage dir,

Befasse Dich mal ein bisschen mit Biologie, Psychologie und Wissenschaft. Die menschliche Verhaltensweise bezügl. des Todes, ist normal. Trauer, Liebe, etc. Das ist von der Natur so eingerichtet worden. Das zu erläutern, ist schwierig und langwierig. Daher nutze selber mal das Internet.

Wir sind nichts weiter, als lebende Gehirne. Alles was wir fühlen, wahrnehmen, denken, empfinden, spielt sich nur in unserem Kopf ab.

Der Körper ist Mittel zum Zweck, nicht mehr.

Das lässt sich alles ganz einfach ergoogeln, oder in Büchern nachlesen.

Der Tod gehört zum Leben. Wenn keiner mehr stirbt, dürfte kein Leben in die Welt gesetzt werden. Es gäbe irgendwann keinen Platz mehr.

So wie es ist, hat das alles seinen Sinn.

Das Leben ist einfach das Leben. Nur der Mensch alleine, macht sich Gedanken über den womöglichen Sinn. Den es so auch gar nicht gibt.

Das was Menschen als Sinn wahrnehmen, Karriere, Familie gründen, etc. sind nur persönliche und individuelle Vorstellungen.

Bei Tieren ist der Sinn des Lebens, zu überleben, die Art zu erhalten und die Natur zu beleben. Würden Bienen nicht bestäuben, könnten viele Blumen nicht überleben. Was wiederum dazu führt, dass wir Menschen nicht überleben würden. Daher ist das Insektensterben auch so eine Katastrophe. Ohne die, funktioniert in der Natur kaum was.

Das ist deren Sinn.

Der Körper ist Mittel zum Zweck, nicht mehr.

Mittel zu welchem Zweck?

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Danke.

Du hast recht, dich über den Tod zu empören.

Grundsätzlich wird Leben unter anderem darüber definiert, dass es endlich ist, dass es mal vorbei ist, insofern kann man sagen, dass der Tod ein Stück weit das Leben definiert.

Und trotzdem revoltieren wir uns gegen den Tod.

Vielleicht ist es der Lebenstrieb, von dem Freud schreibt?

Oder vielleicht revoltieren wir uns vor allem gegen den verfrühten Tod, das nicht zu Ende gelebte Leben?

Und wir haben heute das Glück, dass wir den verfrühten Tod durch gute Medizin, Hygiene, Ernährung etc. in Schach halten können. Dadurch wird der Tod von Babies, Kindern, jungen Menschen seltener, aber auch noch empörender...

Ich denke, wenn die Menschheit nur aus dahinserbelnden Greisen bestehen würde, würden wir uns den Tod wünschen. Es gibt einen Punkt, da hat man genug.

Ewiges Leben wäre in meinen Augen nicht wünschenswert.

Ich bin Atheist und sage dir,
Würde der Tod normal sein dann würden die Menschen nicht weinen.

Da weinen selbst aber normal ist, reagieren wir mit etwas normalem auf etwas .... ja, normales.

Würden wir ausschließlich dann weinen, wenn jemand stirbt (und ansonsten niemals) dann könnte man deine Schlußfolgerung -vielleicht- in Betracht ziehen. Also dann, wenn Weinen -vielleicht- etwas unnormales wäre.

Ich denke aber eher, wir weinen wegen UNS.

WIR haben jemand verloren, ein Platz in UNSEREM Leben ist nun leer, WIR haben den geliebten Menschen nicht mehr um uns. WIR haben jemanden verloren.

Dem Toten wird das alles wohl völlig egal sein, er hats hinter sich.

Weder Atheisten noch Gläubige sind der Meinung daß er nun "leiden" muß oder es ihm jetzt sonst irgendwie schlecht geht (der Atheist sagt, es gibt keine Hölle oder dergleichen - der Gläubige sagt, er ist nun im Himmel).

In beiden Fällen eigentlich kein Grund, um den Toten zu trauern. Man trauert also wohl eher, wegen der eigenen veränderten Situation und dem eigenen Verlußt.

Die Zeit zwischen Geburt und Tod ist sinnlos.

Und die Zeit davor und danach vielleicht auch.

Wer weiß.

*****

Edit:

....und wie heißt noch das Trauerfest wo die (meist schwarzen) Menschen mit dem Sarg durch die Straßen tanzen, mit Blumen, bunten Kleidern, guter Laune und Trompetenmusik?

Nein, ich meine nicht das Totenfest in Mexiko ;)

Ich bin Agnostiker und sage dir,

Der Tod ist ein Bestandteil des Lebens. Er wirkt als regulierender Faktor. Stell dir einmal vor, es gäbe z.B. keinen alters- oder krankheitsbedingten Tod, und Menschen könnten nur noch z.B. durch Unfälle, Gewalt, Hunger oder Kälte sterben.

Hast du eine Vorstellung davon, was das in letzter Konsequenz bedeuten würde? Die Welt und die menschlichen Gesellschaften wären dem nicht gewachsen. Wer soll diese Zahl an Menschen ernähren, ihnen Wohnraum, Jobs, funktionierende Infrastruktur und Konsumgüter bieten? Es würde bald totales Chaos ausbrechen.

Der Tod ist überall im Kosmos aktiv: selbst Sterne sterben. Er ist ein universales Prinzip, das sich nicht um Trauer und Emotionen schert.

Und da sind wir auch schon beim eigentlichen Grund, warum uns der Tod als "falsch" vorkommt: weil wir es von Kindheit an so beigebracht bekommen! Man baut Beziehungen zu nahestehenden Menschen auf, und irgendwann sind diese Menschen weg. Wir sehen sie nie wieder, können nie wieder ihre Stimme hören, ihren Rat einholen oder einfach nur zusammen lachen. Das macht uns Angst - sogar so sehr, dass manche von uns sich einreden, die Lieben würden irgendwo im Himmel auf uns warten und über uns wachen.

Der Tod ist ein Tabuthema, das in der Familie und unter Freunden nicht gerne thematisiert wird. Das trägt sicher dazu bei, dass er uns dann, wenn er tatsächlich eintritt, wie ein Blitzschlag trifft... Obwohl wir im Idealfall schon Jahrzehnte lang wussten, was uns eines Tages erwartet. Egal, ob wir von uns selbst oder unseren Lieben ausgehen.

Deshalb plädiere ich dafür, den Tod als natürliche Kraft zu akzeptieren, welche die Ordnung auf der Erde und im gesamten Universum aufrecht erhält. Wenn Neues entstehen soll, muss das Alte Platz machen - so war es schon immer. Und der Versuch, etwas daran zu ändern (Forscher machen sich diesbezüglich ja große Hoffnungen) wird unweigerlich in eine Sackgasse führen.

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